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WDH/Aktien New York Ausblick: Dow unter Druck - Zahlen und Short-Seller im Blick

·Lesedauer: 3 Min.

(Mehrere Rechtschreibungs- und Grammatikfehler korrigiert)

NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen ist die Luft vorerst raus. Am Mittwoch wird der Dow Jones Industrial <US2605661048> klar im Minus erwartet, nachdem er zuletzt drei Tage lang bei gewissen Schwankungen letztlich immer im Bereich knapp unter 31 000 Punkten geschlossen hatte. Im Mittelpunkt stehen zur Wochenmitte durchwachsene Reaktionen auf Quartalsberichte, aber auch die anhaltenden Verwerfungen bei Aktien, die bislang bei Short-Spekulanten beliebt waren.

Der Broker IG taxierte den Dow eine halbe Stunde vor dem Auftakt gut einen Prozent tiefer auf 30 640 Punkte. Allgemein heißt es neuerdings, dass die Rally an den internationalen Börsen wegen des weiter grassierenden Virus vorerst an ihre Grenzen gestoßen ist. Virusmutationen und Schwierigkeiten beim Impfstart erschweren das Eindämmen der Pandemie und Anleger hinterfragen dann doch wieder eine wirtschaftliche Erholung.

Am Mittwoch gilt es gute Zahlen von Microsoft <US5949181045> zu verwerten. Der Softwareriese hat im vergangenen Quartal vor allem dank eines starken Cloud-Geschäfts deutlich die Erwartungen übertroffen. Für Anleger sei dies eine willkommene Überraschung, sagte Analyst Raimo Lenschow von der Barclays Bank. Er sieht in Microsoft eine Art Pflichtinvestition in einem volatilen Jahr. Vorbörslich stiegen die Aktien um 1,9 Prozent.

Anderswo im zuletzt heiß gelaufenen Tech-Sektor nahmen Anleger Gewinne mit. Wie es hieß, setzten sie am Mittwoch eher auf zuletzt unterdurchschnittliche Werte. Die Chipkonzerne AMD <US0079031078> und Texas Instruments <US8825081040> hatten zwar optimistische Ausblicke abgegeben, für die Aktien ging es aber um 3,9 respektive 2,5 Prozent bergab. Später richten die Tech-Anleger ihre Blicke auf Apple <US0378331005>, Facebook und Tesla <US88160R1014>. Die drei Konzerne berichten nach Börsenschluss.

Die größten Schlagzeilen macht aber weiter die Achterbahn-Aktie des in Schieflage befindlichen Computerspiel-Händlers Gamestop, die seit Tagen dem Kräftemessen zwischen Short-Spekulanten und ihren Gegnern ausgesetzt ist. Letztere sollen sich zuletzt in Internet-Foren mobilisiert haben, am Mittwoch sitzen sie weiter am längeren Hebel.

Unter den Short-Sellern als "Opfern" fällt zuletzt vor allem der Name des Hedgefonds Melvin Capital. Laut Aussagen eines Managers gegenüber dem Fernsehsender CNBC hat dieser seine Short-Positionen in Gamestop <US36467W1099> inzwischen komplett geschlossen. Der sprunghafte Anstieg der Papiere ist aber vorerst noch nicht zu Ende: Vorbörslich steuerten die vor zwei Wochen noch zu 20 Dollar gehandelten Papiere zeitweise die 250 Dollar-Marke an, zuletzt gab es einen weiteren Kurssprung um fast 60 Prozent.

Laut einem Marktbeobachter finden vor diesen Hintergründen am Mittwoch massive Bewegungen statt - mit geshorteten Aktien, die massiv zulegen, und zuletzt gut gelaufenen Papieren wie zum Beispiel aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien, die massiv unter Druck geraten. Dem Experten zufolge bringt dies mit greifenden Algorithmen das Risiko weiterer solcher Ausschläge mit sich.

Ähnliches spielte sich zuletzt auch beim Elektro-Lkw-Startup Nikola <US6541101050> ab. Dessen Papiere gaben aber nach einem Kurssprung um 24 Prozent am Vortag nun aber vorbörslich um 3,5 Prozent nach. Auch Beyond Meat <US08862E1091> waren am Vortag im Zuge einer Kooperation mit Pepsico <US7134481081> auffällig deutlich angezogen, nun fielen sie um fast 5 Prozent zurück.