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Jetzt mit einem Wasserstoffaktien-ETF passiv vom Hype profitieren?!

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Wasserstoff Erneuerbare Energien Photovoltaik Windkraft

Um Wasserstoff schien es in den vergangenen Wochen und Monaten etwas ruhiger geworden zu sein, doch jetzt scheint der Hype den Börsenalltag allmählich wieder zu erreichen. Alleine die Nikola-Aktie sorgte bereits in der vergangenen Woche für Schlagzeilen, da die Bewertung des amerikanischen Unternehmens astronomische Höhen angenommen hatte. Nach wie vor ist die Aktie meiner Meinung nach hoch bewertet.

Doch auch andere Wasserstoffaktien haben zuletzt ordentliche Kursgewinne verzeichnen können. Nicht zuletzt auch, da die deutsche Bundesregierung ihre Wasserstoffstrategie vorgestellt hat. Das lässt natürlich hoffen, dass die Wasserstofftechnologie Zukunft haben könnte.

Im Feld der erneuerbaren Energien, wo Wasserstoff sich einreihen lässt, scheint sich also wieder einiges zu tun. Denn um grünen Wasserstoff massenfähig machen zu können, muss erst einmal die Wirtschaftlichkeit erreicht werden.

Das setzt voraus, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen günstig erhältlich ist, um beispielsweise den grünen Daumen bei der Elektrolyse gewährleisten zu können. Unternehmen, die grünen Strom mittels Wind- oder Photovoltaikanlagen herstellen, würden daher zusammen mit Wasserstoffunternehmen zu den Gewinnern zählen.

Wasserstoffaktien-ETF und andere erneuerbare Energien

Ein reiner Wasserstoffaktien-ETF als solcher existiert meines Wissens nicht. Zumindest habe ich keinen solchen bei meiner Recherche gefunden. Ehrlich gesagt macht es aber auch irgendwie Sinn, da ETFs üblicherweise einen Index nachbilden. Indizes, die für einen Wasserstoff-ETF gerne herangezogen werden, haben ihren Fokus meistens auf erneuerbare oder neue Energien.

Bei meiner Recherche ist mir der iShares Global Clean Energy UCITS ETF USD (WKN: A0MW0M) aufgefallen. Der ETF ist bestrebt, den S&P Global Clean Energy Index nachzubilden. Dieser Index umfasst 30 der größten börsennotierten Unternehmen aus dem Bereich „sauberer Strom“.

Größere Positionen im Portfolio sind Unternehmen, die zum Teil bereits in der Vergangenheit von Foolishen Kollegen bei uns vorgestellt worden sind. Ich meine damit beispielsweise SolarEdge Technologies, First Solar oder Siemens Gamesa.

Diversifiziert mit einem ETF vom Wasserstoffboom profitieren

Wie bereits erwähnt, handelt es sich dabei nicht um einen echten Wasserstoffaktien-ETF. Der Fokus liegt ganz klar auf erneuerbaren Energiequellen. Da Indizes üblicherweise die größten Unternehmen abbilden, ist es klar, dass so mancher verhältnismäßig kleine Wasserstoffakteur noch nicht gelistet ist.

Das kann sich mit der Zeit allerdings durchaus ändern, wenn Wasserstoffunternehmen Erfolge verzeichnen. Dementsprechend würden auch die Marktkapitalisierungen steigen. Und selbst wenn niemals eine Wasserstoffaktie in einen solchen Index aufgenommen werden würde (was ich nicht glaube), würde man vom allgemeinen Trend der erneuerbaren Energien mit profitieren. Denn an diesen führt kein Weg vorbei, wenn man ein Wasserstoffzeitalter anstrebt.

Neben einer niedrigen Kostenstruktur profitiert man bei einem ETF von der Passivität. Man muss sich also nicht aktiv Gedanken machen, welche Aktien in das Portfolio kommen sollen und welche lieber nicht. Das passiert alles ganz automatisch durch die Abbildung des zugrunde liegenden Index.

Mit einem ETF-Sparplan würde man konstant in diesen Trend investieren und möglicherweise ansehnliche Renditen erzielen, sofern die Unternehmen in der Zukunft anziehen. Durch den Coronacrash im März ist der Kurs aktuell leicht eingeknickt und könnte daher interessant sein.

Direkte Investitionen in Wasserstoffaktien als Alternative zum ETF?

Wenn man überwiegend in Wasserstoffunternehmen investieren möchte, könnte der ETF also nicht die richtige Wahl sein. Hierzu müsste man warten, bis solche Unternehmen in die Indizes aufgenommen werden, oder einen ETF finden, der sich rein auf Wasserstoffwerte spezialisiert hat. Gegebenenfalls könnte man hier bei aktiv gemanagten Fonds fündiger werden.

Wer an der maximalen Rendite interessiert ist, der wird nicht an Direktinvestitionen in Wasserstoffaktien vorbeikommen. Das setzt allerdings voraus, dass man sich darüber im Klaren ist, dass die Investition auch floppen und man sein Geld verlieren könnte. Eine sorgfältige Aktienauswahl wäre in diesem Fall unausweichlich.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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