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Wasserstoff: IG Metall kritisiert „viel zu zögerliches" Vorgehen und stellt Forderungen an neue Bundesregierung

·Lesedauer: 2 Min.
Wasserstofftankstelle in Herten, Nordrhein-Westfalen
Wasserstofftankstelle in Herten, Nordrhein-Westfalen

Die Gewerkschaft IG Metall hat am Donnerstag anlässlich einer Tagung zum Thema Wasserstoff in Berlin ein Forderungspapier verabschiedet. Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, kritisierte das "viel zu zögerliche" Vorgehen der Bundesregierung in der Vergangenheit. „Jetzt entscheidet sich, ob wir gute Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und neue in den innovativen Zukunftsfeldern schaffen. Das gelingt nur mit einer starken, sauberen Industrie. Und hierbei spielt die Wasserstofftechnologie eine entscheidende Rolle", so Kerner.

Im verabschiedeten Forderungspapier stellt die Gewerkschaft sieben Forderungen an die künftige Bundesregierung. So fordert die IG Metall unter anderem die Erhöhung der Elektrolyse-Kapazitäten auf 10 GW bis zum Jahr 2030. „Die bislang in der Wasserstoffstrategie festgelegten 5 GW reichen in keinem Fall aus“, heißt es in dem Papier. Außerdem forderte sie eine Quote für den Ausbau von grünem Wasserstoff „in der Menge, dass die Grundstoffindustrie in nennenswertem Umfang versorgt werden kann“. Des Weiteren will die Gewerkschaft eine „zwingende Beteiligung der Beschäftigten an den anstehenden Transformationsprozessen in ihren Betrieben“ durchsetzen. Zudem müssten erneuerbare Energien ausgebaut, der Markthochlauf durch verschiedene Instrumente gefördert und die Infrastruktur für Wasserstoff zügig ausgebaut werden.

Hoffnungsträger grüner Wasserstoff

Die Hoffnungen vieler Politikerinnen und Politiker liegen derzeit auf grünem Wasserstoff. Der aus erneuerbaren Energien hergestellte Energieträger soll eine Alternative zu fossilen Energieträgern werden. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium sehen in ihm ein „Schlüsselelement der Energiewende“. Die Bundesregierung stellt mehrere Milliarden Euro für den Markthochlauf zur Verfügung. „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt werden“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Das Gas Wasserstoff (H2) ist auf der Erde reichlich vorhanden, etwa in Wasser (H2O). Um den Wasserstoff zu gewinnen, muss man ihn vom Sauerstoff (O) trennen. Das gelingt, indem man Wasser unter Strom setzt (Elektrolyse). Wird dieser Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen, handelt es sich um grünen Wasserstoff. Mit diesem können dann synthetische Kraftstoffe oder Rohstoffe für die Industrie hergestellt werden.

Es klingt einfach, doch das ist es nicht. Denn das Herstellen von Wasserstoff verbraucht viel Energie, die auch direkt genutzt werden könnte, zum Beispiel wenn Strom zum Heizen mit einer Wärmepumpe verwendet wird. Und die erneuerbaren Energien müssten noch viel stärker ausgebaut werden, um den Anteil von grünem Wasserstoff signifikant zu erhöhen – im Vergleich zu nicht CO2-neutralen Wasserstoffen.

„Das muss sich dringend ändern“

IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner: „Es gibt wenige Länder, die so viel industrielles Knowhow haben wie Deutschland, aber auch wenige, die so zögerlich sind, einen Rahmen für die Förderung der Wasserstoffwirtschaft zu setzen.“ Für den Ausstieg aus Kohlestrom und Atomenergie würden – zu Recht – Milliarden zur Verfügung gestellt, doch beim Einstieg in essenzielle neue Technologien, wie grünem Wasserstoff, täten wir uns sehr schwer. „Das muss sich dringend ändern“, so Kerner.

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