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Wasserstoff und Batterie: Wie der Hybrid-Pionier Toyota Prius zu einem günstigen Wasserstoffauto werden soll

·Lesedauer: 4 Min.
Der Nachfolger des aktuellen Toyota Prius Plug-in-Hybrids dürfte ab 2025 nur noch Wasserdampf ausstoßen.
Der Nachfolger des aktuellen Toyota Prius Plug-in-Hybrids dürfte ab 2025 nur noch Wasserdampf ausstoßen.

Mit dem 1997 eingeführten Hybrid-Pionier Prius landete Toyota einen Volltreffer. Er benötigte zwar eine Generation Anlauf, dann ging der Japaner aber als erster Millionenseller mit der Kraft aus zwei Herzen in die Geschichte ein. Vor rund zehn Jahren war der sparsame und ungewohnt geformte Kompaktwagen das Statussymbol umweltbewusster Großstädter und der Liebling der kalifornischen Tech-Szene.

Hybride sind nicht mehr die Saubermänner von einst

Doch die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile sind selbst an der Steckdose aufladbare Plug-in-Hybride zu etwas alltäglichem geworden, das so gut wie jeder Autobauer in seinem Programm hat. Seit dem Siegeszug von Tesla gelten stattdessen reine E-Autos als betont klimafreundlich und Antriebsart der Zukunft.

Der geschrumpfte Spritverbrauch und die niedrigeren CO2-Emissionen eines Vollhybriden locken heutzutage kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor. Uber-Fahrer und Taxiunternehmen ausgenommen, da sich diese über die Sparsamkeit im Stadtverkehr und die hohe Zuverlässigkeit freuen, die bei den Hybrid-Toyotas auch die Betriebskosten senkt.

Toyota wagt sich an eine totgesagte Technologie

Der Prius könnte sein fortschrittliches Image aber schon bald wieder zurückerlangen. Die neue, mittlerweile fünfte Generation des Modells wird für Ende 2022 erwartet. Den Part des Verbrennungsmotors wird anfangs wie gewohnt ein Vierzylinder-Benziner mit 1,8 Litern Hubraum übernehmen. Später, voraussichtlich etwa 2025, soll im Prius jedoch eine technische Neuerung ihr Seriendebüt feiern.

Wie Forbes berichtete, möchte der größte Autobauer der Welt den Verbrennungsmotor bei der Plug-in-Variante mit Wasserstoff statt Benzin betreiben. Auch das japanische Onlineportal Best Car hat dieses Gerücht kürzlich aufgegriffen.

Dieses Antriebskonzept kam bisher noch nie in einem Großserienauto zum Einsatz, geschweige denn in Kombination mit einem zusätzlichen Elektromotor. Nur BMW produzierte von 2006 bis 2009 eine Handvoll spezieller 7er, deren V12-Motor ebenfalls mit H2 gefüttert wurde. Die Ergebnisse des Feldversuchs fielen damals jedoch ernüchternd aus.

Günstigere Alternative zur Brennstoffzelle

Da die konzerneigene Brennstoffzellentechnologie für ein Auto vom Format des Prius zu teuer, platzraubend und aufwendig wäre, ist der Wasserstoff-Verbrenner eine günstigere und technisch konservativere Alternative, um den lokalen CO2-Ausstoß auf nahezu null zu senken und den Flottenverbrauch zu drücken. Auch, wenn die Leistungsausbeute im Vergleich zu normalen Benzinern etwas mau ausfällt und der Wirkungsgrad des Wasserstoffs beim Betrieb in den klassischen Ottomotoren deutlich schlechter als in einer Brennstoffzelle ist. Letztere dürfte auch weiterhin größeren und teureren Modellen wie dem Mirai vorbehalten sein.

Der H2-Prius dürfte anfangs wohl nur in Japan angeboten werden, weil die dortige Wasserstoff-Infrastruktur aktuell stark ausgebaut wird. Ob er seinen Weg auch nach Europa findet, könnte von der Entwicklung des hiesigen Tankstellennetzes abhängen. Dieses ist derzeit noch nicht der Rede wert, was sich angesichts der allgemeinen Fokussierung auf EVs in den kommenden Jahren vermutlich auch nicht großartig ändern wird. Laut Forbes könnte das herkömmliche Kompaktmodell Corolla den Wasserstoff-Verbrenner ebenfalls bekommen.

Der Toyota Mirai ist neben dem Hyundai Nexo eines von weltweit nur zwei Brennstoffzellen-Modellen.
Der Toyota Mirai ist neben dem Hyundai Nexo eines von weltweit nur zwei Brennstoffzellen-Modellen.

Die Technik hat sich im Rennsport bewährt

Dafür spricht das aktuelle Motorsport-Engagement des Konzerns. Toyota testete die Technologie dieses Jahr in der japanischen Langstrecken-Meisterschaft. Sie rüsteten den 1,6 Liter großen Turbodreizylinder des Yaris GR auf den Betrieb mit Wasserstoff um und pflanzten ihn in eine Corolla-Karosserie. Dafür musste unter anderem die Einspritzanlage des Motors angepasst werden. Laut Toyota spricht er so deutlich schneller an, während der Sound weitestgehend erhalten bleibt.

Toyota bleibt gegenüber reinen E-Autos skeptisch

Während sich die meisten Konkurrenten nahezu komplett auf Batterie-elektrische Autos fokussieren, geben sich die Japaner bewusst technologieoffen. Toyota hat zwar für 2022 eine Elektroauto-Offensive angekündigt, diese fällt aber im Vergleich zu denen von VW, Stellantis & Co. noch unentschlossen aus.

Der Konzernchef Akio Toyoda sieht den Elektroantrieb als Alleinlösung skeptisch und hat sich bereits mehrfach medienwirksam kritisch dazu geäußert. Laut ihm würden E-Autos in Japan Millionen Jobs kosten und den CO2-Ausstoß sogar erhöhen, weil der Strom in Japan großteils noch aus fossilen Energiequellen stammt.

Toyota sieht Wasserstoff weiterhin im Zentrum seiner Zukunftsstrategie und möchte mit ihm dazu beitragen, dass Japan bis 2050 klimaneutral wird. Außer dem koreanischen Rivalen Hyundai bietet derzeit kein anderer Hersteller Brennstoffzellenfahrzeuge an. Und Hybridautos sollen also Brückentechnologie noch möglichst lange CO2 einsparen. Mit dem Wasserstoff-Hybridantrieb des kommenden Prius würde der Autobauer seine beiden größten Stärken miteinander verbinden.

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