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Warren Buffett im Pharma-Kaufrausch! Jetzt All-In bei BioTech-Aktien?

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Warren Buffett
Warren Buffett

Warren Buffett war in letzter Zeit eher als Sparfuchs bekannt. Rund 140 Mrd. US-Dollar hat die Börsenlegende in seinem Geldspeicher geparkt.

Einen Teil davon hat Buffett im dritten Quartal 2020 in Pharma-Aktien investiert. Die Auserwählten sind allesamt bekannte Pharma-Größen. Über die insgesamt 5,7 Mrd. US-Dollar konnten sich die Aktien von AbbVie (WKN: A1J84E), Bristol-Myers Squibb (WKN: 850501), Merck (WKN: A0YD8Q) und Pfizer (WKN: 852009) freuen.

Buffetts Schachzug überrascht nicht. Dank der Coronavirus-Pandemie ist das Jahr 2020 eindeutig das Jahr der Biotechnologie.

Doch sollte man es dem Altmeister gleichtun und jetzt sein hart verdientes Geld in BioTech-Aktien stecken? Ja, aber anders!

Wer Traumrenditen will, muss jetzt dabei sein

Wer hätte erwartet, dass Warren Buffett derart hart am Wind segelt. Antizyklisch? Konservativ? Nichts dergleichen! Die Börsenlegende schwimmt auf der BioTech-Welle.

Biotechnologie – der Megatrend 2020. Erinnert sich noch jemand an den Börsengang von CureVac im Sommer? Die Aktie ist nach wie vor ein echtes Biest. Allein im Monat November verteuerte sich die Aktie des mRNA-Spezialisten um satte 77 % (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 17.11.2020).

Ganz zu schweigen von Impfstoff-Sprinter BioNTech. Im laufenden Jahr kam hier ein Plus von 170 % zusammen. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate verteuerte sich die Aktie des Mainzer BioTech-Unternehmens um sagenhafte 377 %.

Auch US-Unternehmen Moderna beteiligt sich an der Jagd nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Auf Sicht von einem Jahr kam so ein Plus von 406 % zusammen.

Kein Wunder, dass Warren Buffett Lunte gerochen hat. Hier lauern Traumrenditen, die Klassiker wie Coca-Cola dieses Jahr sicher nicht liefern werden.

Warren Buffett ist nur halbherzig eingestiegen

Doch grenzenloses Vertrauen scheint Warren Buffett dem Biotech-Sektor nicht schenken zu wollen. Eine Position mit einem Anteil von 1,2 % hier – eine Position mit einem Anteil von 0,9 % dort. Echte Zustimmung sieht anders aus!

Vor allem wenn man sich vor Augen führt, was Buffett normalerweise bevorzugt. Diversifizierung? Aber ja! Doch allzu kleinteilige Aktienpakete sind dem Altmeister für gewöhnlich ein Graus.

In einem Harem mit 40 Frauen lernst du keine richtig kennen.

Dieses Zitat von Warren Buffett passt so gar nicht zu dem bunten Straus an frischen Pharma-Aktien. Oder hat sich Warren Buffett plötzlich in einen eingefleischten BioTech-Kenner verwandelt? Möglich, aber unwahrscheinlich.

Das Thema Biotechnologie ist für den Laien so schwer zu durchschauen wie kaum ein anderes. Dagegen sind die Geschäftsmodelle von Apple oder Amazon ein Kinderspiel.

Besser passiv investieren, als Buffett kopieren

Für mich ist die Sache klar: Nicht Warren Buffett selbst, sondern ein anderer Portfolio-Manager von Berkshire Hathaway hat sich am BioTech-Sektor versucht. Nicht nur die schmalen Positionsgrößen sprechen dafür, sondern auch, dass sich Buffett selbst mit Tech-Aktien schon oft schwergetan hat. Zumal BioTech noch mal eine Ecke komplizierter ist.

Trotzdem kann man aus den jüngsten Schachzügen aus dem Umfeld von Warren Buffett einiges lernen. Die Umschichtungen im Berkshire-Portfolio zeigen, dass BioTech-Aktien für die nächsten Jahre zwingend einen Stammplatz im Depot bekommen sollten.

Doch diesmal ist die Sache schwieriger. Als Warren Buffett vor einigen Jahren die Apple-Aktie zu seiner persönlichen Nummer 1 machte, war die Entscheidung für jeden nachvollziehbar. Ob eine Brystol-Myers Squibb zwingend ins Depot gehört, wird wohl kaum jemand fundamental beantworten können.

Meine Lösung: Ein gut ausgestatteter BioTech-ETF. Der iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF (WKN: A2DWAW) wäre ein Kandidat, der praktisch alles beinhaltet, was das BioTech-Herz begehrt. Die Idee ist simpel: Besser passiv investieren, als Buffett kopieren.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Apple und Bristol Myers Squibb und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020