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Warren Buffett kauft diese Pharma-Aktien! Wie groß ist das Potenzial?

Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
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Warren Buffett ist ohne Zweifel einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Denn er ist einer von wenigen Menschen, die über einen langen Zeitraum von 20 und mehr Jahren marktschlagende Renditen erzielen konnten. Dadurch wurde er mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) zu einem der reichsten Menschen der Welt.

Da Beteiligungsgesellschaften wie Berkshire Hathaway quartalsweise Veränderungen des Portfolios veröffentlichen müssen, kann man analysieren, welche Strategien und Einschätzungen Buffett aktuell verfolgt. So konnte man beispielsweise im Frühjahr 2020 erkennen, dass Buffett kein großes Potenzial bei Aktien von Fluglinien sah.

Gänzlich konträr sieht Buffett wohl derzeit die Pharmaindustrie. Denn hier hat das „Orakel von Omaha“ massiv aufgestockt und erste Positionen bei folgenden Pharmaunternehmen eröffnet.

Bristol-Myers Squibb

Der Onkologie-Spezialist Bristol-Myers Squibb (WKN: 850501) sorgte 2019 für Aufsehen an den Finanzmärkten, als der Konkurrent Celgene für 74 Mrd. US-Dollar übernommen und mittlerweile vollständig integriert wurde. Wenngleich eine Übernahme dieser Größenordnung das Portfolio diversifiziert und langfristig die operative Marge durch Synergieeffekte stärkt, gibt es kurzfristigen Gegenwind.

Denn das Risiko durch eine erhöhte Fremdkapitalfinanzierung ist nicht zu unterschätzen. Ersichtlich ist dieser Risikoabschlag auch an der aktuellen Unternehmensbewertung. So beträgt das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) für das Geschäftsjahr 2021 nur 11,10 (Stand: 17.11.2020, maßgeblich für alle Kennzahlen). Kein hoher Wert, wenn man bedenkt, dass die Pipeline mehr als 50 potenzielle zukünftige Medikamente umfasst.

Mit der Anlage von ca. 1,81 Mrd. US-Dollar in Bristol-Myers Squibb setzt Warren Buffett vor allem auf die Zeit nach der Bekämpfung des Coronavirus. Denn das Unternehmen arbeitet offiziell weder an einem Impfstoff noch an einer Behandlung gegen COVID-19.

Jedoch ist davon auszugehen, dass derzeit eine Vielzahl von Krebserkrankungen unentdeckt und unbehandelt bleiben. Leider werden diese Menschen daher erst nach dem Abklingen des Coronavirus eine geeignete und hoffentlich lebensrettende Therapie durch Medikamente von Bristol-Myers Squibb erhalten.

AbbVie

Das vielseitige Pharmaunternehmen AbbVie (WKN: A1J84E) wurde 2013 vom bekannten Laborausrüster Abbott Laboratories abgespalten und konnte über diesen Zeitraum attraktive Renditen erzielen. Während der Ausgabepreis zu Beginn 2013 bei 34,92 US-Dollar lag, liegt der Kurs derzeit bei 98,36 US-Dollar. Somit ergibt sich eine Rendite von 181,67 % und dabei wurde die quartalsweise Dividende noch gar nicht berücksichtigt.

Der Erfolg basiert vor allem auf dem Blockbuster-Medikament Humira, das unter anderem zur Bekämpfung von Arthritis verschrieben wird. Doch auch im Geschäftsbereich Virologie konnte man bekannte Pharma-Giganten wie Gilead Science unter Druck bringen, denn seit 2015 vertreibt AbbVie auch Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C.

Wenn du mich fragst, ist AbbVie eine der wenigen Value-Aktien in der Pharmaindustrie. Denn mit einem KGV im Jahr 2021 von 12,16 und einer Dividendenrendite von 5,25 % wird derzeit kaum Wachstum eingepreist. Nichtsdestotrotz gibt es viel Spielraum für Margenverbesserungen. Ersichtlich wird dies unter anderem, wenn man das Ergebnis von 2019 mit jenem von 2018 vergleicht. Während der Umsatz lediglich um 1,62 % angestiegen ist, verbesserte sich der Gewinn pro Aktie um 44,26 %.

Für einen Value-Anleger wie Warren Buffett somit eine attraktive Kaufchance, denn während die Zeiten eines starken Umsatzwachstums vermutlich vorbei sind, könnte AbbVie nun interne Prozesse und dadurch den Gewinn deutlich optimieren. Dadurch würde auch Warren Buffett langfristig profitieren, der eine Position in Höhe von 1,86 Mrd. US-Dollar eröffnet hat.

Fazit

Ohne Zweifel, die Veröffentlichung eines Einstieges von Warren Buffett lässt die Kurse von den entsprechenden Aktien und Branchen steigen. Dies ist vor allem heute in der Pharmaindustrie erkennbar. Denn Warren Buffett hat zudem auch Positionen bei Merck & Co. und bei Pfizer eröffnet. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass Buffett die Pharmaindustrie derzeit als unterbewertet einschätzt.

Doch auch ein Warren Buffett ist nicht unfehlbar. So waren seine Investments bei mehreren Flugliniengesellschaften wenig erfolgreich, denn auch die Veräußerungen fanden zu keinem guten Zeitpunkt statt. Doch das verdeutlicht einmal mehr, dass niemand immer richtig liegt und auch niemand den Markt timen kann.

Daher empfehle ich dir, nicht blindlings Aktien zu kaufen, weil dies auch eine Investorenlegende getan hat, sondern dich mit den entsprechenden Unternehmen auseinanderzusetzen. Solltest du zu einem ähnlichen Ergebnis wie Warren Buffett kommen, steht schlussendlich einem Investment nichts mehr im Weg.

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Michael besitzt Aktien von Berkshire Hathaway, Abbott Laboratories, Abbvie, Merck & Co und Pfizer. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short December 2020 $210 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Bristol Myers Squibb.

Motley Fool Deutschland 2020