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Warnung an Plünderer und Diebe: Apple kann gestohlene Geräte verfolgen

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

In den USA demonstrieren Tausende Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Dabei kommt es auch zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Wer ein Produkt aus einem Apple-Shop stiehlt, wird mit dem Diebesgut nicht weit kommen. Dank einer Software können die gestohlene Geräte des Herstellers verfolgt werden.

Am Rande der Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus kommt es auch zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Davon betroffen sind auch die Geschäfte von Apple wie hier in Philadelphia. (Bild: Tom Kelly IV / Polaris/ddp)

Während die Proteste in den USA nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten weitergehen, hat Apple einen Großteil seiner Einzelhandelsgeschäfte im Land wieder geschlossen. Damit reagiert der Tech-Konzern auf die Diebe und Plünderer unter den Demonstranten. Um die Mitarbeiter zu schützen und weiteren Schaden zu verhindern, hat er darüber hinaus die Verkaufs- und Lagerhallen in den jeweiligen Filialen räumen lassen. Den materiellen Verlust hält auch eine Software in Grenzen, die sich in der aktuellen Ausnahmesituation offenbar bewährt hat. Es handelt sich um eine Funktion, die ein Gerät deaktiviert und verfolgt, sobald es aus einem Geschäft entwendet wurde.

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So funktioniert die Anti-Diebstahl-Software

Über die Software war bisher wenig bekannt. Dass und wie sie funktioniert, zeigt der jüngste Fall eines gestohlenen iPhones. Hat ein Dieb ein Apple-Gerät aus einem Geschäft gestohlen, wird er wenig damit anfangen können. Sobald er es einschaltet, erhält er vom System eine Benachrichtigung.

Wie diese aussieht, geht aus dem Post eines Twitter-Nutzers hervor: Demnach wird der Dieb aufgefordert, das Gerät dorthin zurückzubringen, wo er es gestohlen hat. Dann heißt es: "Dieses Gerät wurde deaktiviert und wird verfolgt. Die lokalen Behörden werden alarmiert."

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Dass der Kriminelle das Diebesgut – wie aufgefordert – zurückbringt, dürfte unwahrscheinlich sein. Er wird es aber auch kaum benutzen, sondern es lieber so schnell wie möglich loswerden. Um sich danach sehr wahrscheinlich nicht ein weiteres Mal an einem Apple-Produkt zu vergreifen. Und das dürfte der eigentliche Sinn und Zweck der Anti-Diebstahl-Funktion sein: Es geht Apple nicht darum, seine teuren Produkte zurückzubekommen. Vielmehr sollen Kriminelle von ihrer Tat abgehalten werden, indem sie deren Sinnlosigkeit erkennen.

Im Rahmen der Proteste gegen die Tötung von George Floyd durch einen Polizisten und rassistisch motivierte Polizeigewalt im Allgemeinen, kommt es vielerorts in den USA auch zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Betroffen sind auch viele Apple-Shops. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Forbes kamen Filialen in Washington D. C., Los Angeles, San Francisco, New York und Philadelphia zu schaden.

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Nach dem Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz, kommt es in zahlreichen US-Metropolen zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. (Bild: Erik McGregor/ddp/Sipa USA)

Apple-Chef Tim Cook schickt Brief an Mitarbeiter

George Floyd war am Montag vergangener Woche bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota getötet worden. Ein weißer Polizist hatte dem auf dem Boden liegenden Afroamerikaner minutenlang das Knie auf den Nacken gedrückt. Der 46-Jährige verlor dabei das Bewusstsein und starb wenig später an den Folgen der Gewalteinwirkung. Der Tatverdächtige wurde verhaftet. Seine drei am Einsatz beteiligten Kollegen wurden entlassen, weil sie nichts gegen das brutale Vorgehen unternommen haben. Der Vorfall hat in zahlreichen US-Metropolen zu Protesten gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit geführt.

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Auch Apple-Chef Tim Cook zeigte sich von den Ereignissen erschüttert. In einem Brief an die Konzernmitarbeiter schreibt er über den "Schmerz, der tief in die Seele unserer Nation und in die Herzen von Millionen Menschen eingegraben ist." Wir alle müssten "die Angst, den Schmerz und die Empörung anerkennen, die durch die sinnlose Ermordung von George Floyd und eine viel längere Geschichte des Rassismus hervorgerufen wurden."

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