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Ich war auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt — und diese 5 Dinge haben mich überrascht

Das ist die AIDAblu, die seit 2010 für die Kreuzfahrtreederei Aida aus Rostock fährt.
Das ist die AIDAblu, die seit 2010 für die Kreuzfahrtreederei Aida aus Rostock fährt.

Als ich neulich mal wieder eine dieser touristischen Hafen-Rundfahrten in Hamburg gemacht habe, hatte der viel zu fröhliche Gästeführer gesagt: Wenn ihr schon immer mal 'ne Kreuzfahrt machen wolltet, macht es jetzt, die Preise sind niedrig.

Beeindruckt von der schieren Größe der Kreuzfahrtschiffe, die da im Hafen von Hamburg lagen, habe ich den Gästeführer beim Wort genommen und relativ spontan eine Kreuzfahrt gebucht. Mit der Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida. Das ist eine Tochter von Carnival Corporation & plc, einem der größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt mit Sitz in Miami.

Die Kreuzfahrt führte mich im Frühjahr dieses Jahres nach Italien und Malta. Vom Hafen in Civitavecchia ganz in der Nähe von Rom aus fuhr das Schiff zunächst nach Valetta (Malta), dann auf die Insel Sizilien mit Tages-Stopps je in Catania und Palermo. Am darauffolgenden Tag machte das Schiff auf dem italienischen Festland in Neapel Halt und am letzten Tag ging es nach Olbia auf der Insel Sardinien.

Ich hatte im ersten Corona-Herbst mal eine ganz kurze Kreuzfahrt zum Ausprobieren gemacht und war noch entsprechend unerfahren. Diese fünf Dinge haben mich deshalb bei meiner ersten einwöchigen Kreuzfahrt überrascht:

1. Es gab eine echt wirkende "Wer wird Millionär" Show an Bord

Ich bin jemand, der ziemlich gut mit sich selbst und einem guten Buch alleine sein kann. Auch im Urlaub, auch mehrere Tage am Stück. Deshalb war ich überrascht, in der Bordzeitung, die täglich an der Kabinentür hing, von einem sehr umfangreichen Entertainment-Programm zu lesen. Das reichte von sportlichen Aktivitäten wie Dart, Shuffleboard und Tischtennis über Gesellschaftsspiele wie Werwolf, Tabu und Kniffel bis hin zu einer ziemlich abwechslungsreichen musikalischen Unterhaltung.

Und dann stand für einen der Abende auf See auch die aus dem Fernsehen bekannte Show "Wer wird Millionär" auf dem Programm. Ich dachte zunächst an einen billigen Abklatsch der Show und wurde eines Besseren belehrt: Die Show fand im sogenannten "Theatrium" statt, dem zentralen Ort des Schiffs, mit einer mehrgeschossigen Tribüne und einer Bühne, die technisch ziemlich gut ausgestattet war.

Und scheinbar hat sich Aida sogar die Lizenzen für Musik und Bildmaterial von "Wer wird Millionär" besorgt, denn die Lichteffekte, Logos und Jingles sind stilecht verwendet worden. Auch wenn natürlich nicht Günther Jauch auf dem Moderations-Stuhl saß, ist der Ton der Show echt gut getroffen worden. Und die Kandidaten waren, natürlich, Gäste vom Schiff!

2. Das Schiff wurde von einem Lotsen aus den Häfen heraus gesteuert, der extra an Bord kam

Ich bin ja eher in der Luftfahrt zu Hause und habe mir deshalb vorher nie Gedanken gemacht, wie ein so großes Schiff wie die AIDAblu (rund 250 Meter lang und 32 Meter breit) in den Häfen einparkt. Aber klar, ein Flugzeug braucht ja auch Hilfe, es muss zumindest beim Rückwärtsfahren geschleppt werden.

Und auch das Kreuzfahrtschiff, auf dem ich war, hat in jedem Hafen Unterstützung bekommen – von einem Lotsen, der die lokalen Gegebenheiten vor Ort bestens kennt und den Kapitän auf der Kommandobrücke unterstützt. Einmal konnte ich sogar beobachten, wie dieser Lotse an Bord kommt und von Bord geht.

Ein ganz kleines Lotsenschiff ist – sogar bei peitschendem Wind – an die Außenwand des riesigen Kreuzfahrtschiffs herangefahren und der Lotse ist über eine Außenleiter an Bord gegangen. Das sah ziemlich spektakulär aus (was, wenn er ins Meer gefallen wäre...) – ist aber für ihn natürlich Alltag.

So klein ist das Boot, mit dem ein Lotse an Bord eines Kreuzfahrtschiffs gebracht wird.
So klein ist das Boot, mit dem ein Lotse an Bord eines Kreuzfahrtschiffs gebracht wird.

3. Die drei Meter hohen Wellen waren für das Schiff kein Problem

Menschen, die öfter zur See fahren oder auf einem Schiff arbeiten, würden darüber bestimmt lachen, aber ich war erstaunt, wie souverän das Schiff durch die peitschende See gefahren ist. An einem Abend habe ich stundenlang an Deck gestanden und auf die Wellen gestarrt, während mir der Wind feinen Wasserstaub ins Gesicht gepustet hat.

Gut drei Meter hoch seien die Wellen, hatte mir der Dritte Offizier erklärt, der gerade zu einem abendlichen Spaziergang nach Feierabend an Deck gekommen war. Er wirkte – im Gegensatz zu mir – gänzlich unbeeindruckt von dem Wellengang. Er habe schon bis zu sieben Meter hohe Wellen erlebt, sagte er. Schon erstaunlich, habe ich demütig gedacht, dass die Menschheit es hinbekommen hat, diese Naturgewalt zu bändigen und Schiffe durch die Weltmeere zu manövrieren.

4. Es gab Kaffee von Starbucks an Bord

Beim Frühstück war Filterkaffee im Preis der Kreuzfahrt inklusive. Wer frisch gemahlenen Kaffee aus der Maschine wollte, musste entweder drauf zahlen oder sich eines der zusätzlichen Getränkepakete kaufen. Ich habe beim Boarding des Schiffs aber auch einige Mitarbeiter und Passagiere mit Starbucks-Bechern in der Hand gesehen und wurde neugierig, denn in dem kleinen Hafenort Civitavecchia gibt es keinen Starbucks.

Ein paar Tage später ist mir beim Spazieren über das Schiff aufgefallen: Es gibt zwar keine Starbucks-Filiale, aber eine der Bars an Bord ziert das Starbucks-Logo und es heißt – "we are proud to serve Starbucks Coffee". So hat es die Kaffeemarke also sogar an Bord von Kreuzfahrtschiffen geschafft. Es gab einige Arten von Starbucks-Kaffee zur Auswahl, alle gegen Aufpreis, versteht sich.

TUI Mein Schiff Kreuzfahrt
TUI Mein Schiff Kreuzfahrt

5. Für andere Gäste ist Kreuzfahren fast schon ein Sport

Oft waren andere Passagiere überrascht davon, dass ich zum ersten Mal auf einem Aida-Schiff bin. Viele scheinen Wiederholungstäter zu sein, und sagten, sie seien schon rund ein Dutzend Mal auf der Aida gewesen. Die Aida belohnt solche Leute mit einem Punktesystem, ähnlich wie Payback oder Miles & More beim Fliegen.

Nach einer kurzen Recherche habe ich gemerkt, dass es fast schon eine Art Teambildung gibt bei echten Kreuzfahrern – wie bei der Frage: Apple oder Samsung. Die zwei großen Reedereien in Deutschland sind Aida und Tui Cruises. Zufälligerweise sitzt deren Mutter, die Royal Caribbean Cruises, wie die Aida-Mutter auch in Miami. Da ich die Mini-Kreuzfahrt im Herbst 2020 mit Tui Cruises gemacht habe, kann ich sagen: Von den Schiffen und dem kulinarischen Angebot her sind beide qualitativ relativ ähnlich.

Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" von Aida-Konkurrent Tui Cruises.
Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" von Aida-Konkurrent Tui Cruises.