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„Der Wandel ist sehr einschneidend“: Mit dieser Lösung will SAP das Lade- und Lastenmanagement von E-Autos effizienter gestalten

·Lesedauer: 4 Min.
E-Auto an einer Ladesäule (Symbolbild)
E-Auto an einer Ladesäule (Symbolbild)

Hagen Heubach sagt von sich selbst, dass er ein „Kind der Automobilindustrie“ sei. Der gebürtige Stuttgarter machte seine ersten Ferienjobs bei Bosch und Daimler, ging dann zum Zulieferer Continental, ehe er 2008 bei SAP in die Automobilberatung einstieg. Später leitete er das Automobilgeschäft in Japan, bevor er schließlich im vergangenen Jahr die Leitung der Industry Business Unit Automotive übernahm. In dieser Funktion ist er verantwortlich für eine Lösung, die diesen Freitag auf den Markt kommt und auf das Laden von Elektrofahrzeugen abzielt: die cloudbasierte Anwendung SAP E-Mobility. Mit Business Insider sprach Heubach über das neue Produkt, den Wandel in der Branche und neue Geschäftsfelder für SAP.

Der 41-Jährige erklärt das neue Produkt so: „Die Lösung ist verantwortlich für die Verwaltung, die Administration, aber auch die Integration in zugrunde liegenden Geschäftsprozesse rund um Abrechnung, Rechnungsstellung, Zahlung und das intelligente Last- und Lademanagement von Elektrofahrzeugen.“ Im Fokus stünden dabei die Ladepunkte im öffentlichen und nicht-öffentlichen Raum. „Bei der Anzahl von Ladepunkten in Deutschland, die immer noch weniger sind, als wir benötigen, braucht es eine sehr intelligente Lösung, um zu organisieren, wann welches Fahrzeug wie geladen wird“, sagt Heubach. Außerdem müssten die Ladevorgänge der Fahrzeuge abgerechnet werden, ein Feld, auf dem SAP mit seinen Produkten über viel Erfahrung verfüge.

"Drei große Szenarien"

Die Lösung sei „für drei große Szenarien konzipiert“: Zunächst wolle man das Laden der E-Flotte in den Unternehmen adressieren. Nutzer seien hier in erster Linie die Flottenmanager. Auch für das Laden zu Hause sei die Lösung gemacht. Später wolle man auch die Ladepunkte im öffentlichen Raum angehen.

„Wir haben uns mit dem Thema Elektromobilität und vor allem dem intelligenten Last- und Lademanagement auch aus der Nutzerperspektive heraus beschäftigt“, sagt Heubach. Der Manager nennt als Beispiel die Firmenzentrale in Walldorf. „Wenn wir 500 bis 600 Ladepunkte in Walldorf aufbauen und trotzdem eine Mehrzahl an Fahrzeugen in der Flotte haben, dann ist die Frage, wie viel Strom auf die Ladestationen gegeben wird und wie sich das mit den anderen Stromkapazitäten verträgt, die wir am Standort brauchen.“ In der Zentrale gebe es mehrere große Daten-Center, auf denen die Cloud-Lösungen von SAP laufen. „Und die sollten selbstverständlich nicht in die Knie gehen", sagt Heubach.

"Verzahnung der Geschäftsprozesse"

Einen großen Vorteil sieht Heubach in der „ganz engen Verzahnung der Geschäftsprozesse“ durch die breite Produktpalette von SAP. SAP E-Mobility sei Teil der sogenannten SAP-Industry-Cloud, die unter anderem einen starken Fokus auf die Automobilbranche habe. Dort könnten die Lösungen dann „dazugebucht werden, wie sie gebraucht werden“. Weitere Stärken sieht Heubach in der „Skalierbarkeit, der robusten Cloud-Infrastruktur und Zuverlässigkeit“.

Es entstünde gerade ein ganz neues Portfolio, sagt Heubach. So arbeite SAP gerade an einer weiteren Lösung für das Flottenmanagement, die im vierten Quartal verfügbar sein soll. Außerdem beschäftige sich das Unternehmen weiterhin stark mit dem sogenannten digitalen Zwilling, einer virtuellen Abbildung eines physischen Objekts oder Systems, die Daten, maschinelles Lernen und das Internet der Dinge verbindet.

„Der Wandel in der Automobilindustrie ist sehr einschneidend“

„Der Wandel in der Automobilindustrie ist sehr einschneidend“, sagt Heubach. Er sieht mehrere Trends: Lieferanten müssten ihr Portfolio komplett umstellen vom Verbrenner auf Elektro. Unternehmen müssten näher am Kunden sein, der Direktvertrieb vor Ort werde zurückgehen. Die Resilienz der Lieferketten werde immer wichtiger, nicht nur wegen des Mangels an Halbleitern, sondern auch, weil Unternehmen mehrgleisig fahren müssten. Und schließlich würden sich Unternehmen in der Automobilindustrie von klassischen Ingenieurbetrieben „mehr und mehr zu softwaregetriebenen Unternehmen wandeln“.

SAP bewege sich somit in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite gebe es weiter das klassische Automobilgeschäft, mit Basisprozessen wie etwa dem Design. Auf der anderen Seite gebe es einen stark disruptiven Bereich, unter den die E-Mobilität falle. SAP habe sich deshalb entschieden, in beide Bereiche zu investieren. „Wir investieren gerade in die nächste Generation von klassischen, aber optimierten Automobilprozessen. Also in die Zulieferkette, die Automatisierung und generell in die Digitalisierung.“ Parallel gebe es „eine nicht unerhebliche Anzahl" von Prozessen, die heute noch keiner kennt. Etwa das intelligente Last- und Lademanagement: „Das hat heute quasi noch keiner auf dem Schirm“, sagt Heubach. Außerdem denkt er an „Software as a Service“ oder bei künftigen Vertriebsmodellen an Subskriptionen, also Abomodelle. „Da investieren wir natürlich massiv rein und sehen das als Chance für uns im Markt.“

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