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Arbeitsmarktdaten schieben Wall Street an


Ein überraschend starkes Job-Wachstum in den USA hat am Freitag für eine gute Stimmung an der Wall Street gesorgt. Gleichzeitig dämpfte der weiterhin geringe Lohnanstieg die Furcht vor aggressiveren Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Dow Jones und S & P 500 legten im Mittagshandel jeweils um mehr als ein Prozent zu. US-Unternehmen hatten im Mai überraschend viele Stellen geschaffen. Dies werteten Investoren als Zeichen für die Stärke der weltgrößten Volkswirtschaft.

„Es war durchweg ein guter Bericht“, sagte Volkswirt Tom Porcelli von RBC Capital Markets mit Verweis auf die Arbeitsmarktdaten. Im Mai wurden außerhalb der US-Landwirtschaft 223.000 statt der erwarteten 188.000 Stellen neu geschaffen. „Die wirklich gute Nachricht ist aber der unverändert langsame Anstieg der Stundenlöhne“, sagte Michael Arone, Chef-Anlagestratege des Anlageberaters State Street Global Advisors. Ein rascherer Anstieg der Inflation sei daher nicht zu erwarten.

Erleichterung herrschte auch über die Regierungsbildung in Italien, weil damit Neuwahlen abgewendet worden sind. Sie wären möglicherweise zu einer Abstimmung über einen Verbleib in der Euro-Zone geworden. Sorgen bereitet dagegen weiter der Handelsstreit zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern wie der EU, Kanada oder Mexiko. In Frankfurt notierte der Dax nach einem starken Erholungshandel ein Prozent fester bei 12.724 Punkten.



Der Dow Jones schloss 0,9 Prozent höher auf 24.635 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 rückte um 1,1 Prozent auf 2734 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 7554 Punkte. Im Wochenvergleich sank der Dow 0,5 Prozent, während der S & P um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Index 1,6 Prozent zulegten. Ein Grund waren Kursgewinne von Konzernen wie Apple, Microsoft oder der Google-Mutter Alphabet, die 1,7 Prozent, 2,0 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent gewannen. Portfoliomanager Daniel Morgan vom Synovus Trust sagte, diese Titel seien vom Zollstreit nicht betroffen. Zudem legten die Gewinne der Branche rasant zu.

Dagegen sanken die Anteilsscheine von Harley-Davidson um knapp ein Prozent. Sollte sich die EU wirklich zu Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle entscheiden, wäre das Unternehmen aus Milwaukee wohl davon betroffen, weil Motorräder auf der Sanktionsliste stehen.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörten die Aktien von Lululemon. Die Papiere des Yogabekleidungshändlers stiegen dank überraschend starker Quartalsergebnisse deutlich zu. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 62 Prozent. Beeindruckend sei vor allem die Geschäftsentwicklung der Filialen, dort hätten viele Konkurrenten Probleme, sagte Analyst Oliver Chen vom Anlageberater Cowen & Co.

Die Titel von Ulta Beauty rutschten dagegen um 4,8 Prozent ab. Der Kosmetikhändler verdiente zum Jahresauftakt zwar mehr als erwartet, die Umsatz- und Gewinnziele für das laufenden Quartal blieben dagegen hinter den Analystenprognosen zurück. Ulta rechnet nur mit einem Wachstum von sechs bis sieben Prozent.