Deutsche Märkte geschlossen

Weißes Haus sagt Treffen mit Chinas Handelsvertretern ab – US-Börsen knicken ein


Nachdem die Wall Street am Montag wegen des Martin Luther King Days geschlossen blieb, starten die amerikanischen Indizes mit Verlusten in den heutigen Handelstag. Bei 24.322 Zählern notiert der Dow Jones 1,6 Prozent schwächer als am Freitag.

Ein Grund für die Kursschwäche dürften neue Spannungen im Handelskonflikt zwischen China und den USA sein. So berichteten die britische Zeitung „Financial Times“ sowie der US-Sender CNBC, dass das Weiße Haus ein Vorbereitungstreffen mit chinesischen Beamten abgesagt hätte. Grund für die Absage sollen Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die Umsetzung von Urheberrechten sein.

Das Treffen hätte in der laufenden Woche stattfinden sollen. Dabei sollten die Handelsvertreter eigentlich dazu beitragen, die Differenzen in den Handelsbeziehungen beider Staaten zu lösen. Sollte das nicht bis zum 1. März geschehen, drohen eine neue Eskalationsstufe im Handelskonflikt – und möglicherweise neue Strafzölle.

Neben dem Dow mussten auch der S & P 500 und die Nasdaq Verluste hinnehmen. Der breit gefasste S & P 500 notierte zuletzt 1,6 Prozent schwächer bei 2.628 Zählern. Der Nasdaq lag 1,9 Prozent schwächer bei 7.019 Punkten.

Auch Konjunktursorgen belasten die Börsen

Neben dem schwelenden Handelsstreit haben auch Konjunktursorgen die Stimmung der Anleger getrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und Deutschland. Der IWF rechnet für 2019 und 2020 nur noch mit einem Wachstum von 3,5 beziehungsweise 3,6 statt bisher jeweils 3,7 Prozent.


„Das war die zweite Prognose-Senkung in drei Monaten“, kommentiert Hussein Sayed, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses FXTM gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Sollte der Handelsstreit eskalieren, Großbritannien ohne Deal aus der EU ausscheiden oder sich Chinas Konjunktur schneller abkühlen, muss kurzfristig mit weiteren Korrekturen gerechnet werden.“

Die Kauflaune der Anleger verdarben außerdem Warnungen aus China sowie trübe Ausblicke von Konzernen. Die chinesische Führung erwartet eine Beeinträchtigung der Beschäftigungslage infolge der Konjunkturabkühlung.

Einzelwerte im Fokus

Bei den Einzelwerten legten Ebay rund sechs Prozent zu. Der Aktionär und Hedgefonds Elliott drängt das Management des Online-Marktplatzes zu einem radikalen Umbau. Der aktivistische Investor traut Ebay eine Verdoppelung des Aktienkurses auf mehr als 63 Dollar bis Ende 2020 zu, falls ein von Elliott ausgearbeiteter Fünf-Punkte-Plan umgesetzt werde. Hierzu gehöre die Abspaltung der Ticket-Wiederverkaufsplattform StubHub und der Sparte Ebay Classifieds, zu der Ebay Kleinanzeigen und Mobile.de gehören.

Ein pessimistischer Ausblick brockte Black & Decker einen schwarzen Tag ein. Die Aktien fielen rund 14 Prozent. Der Anbieter von Bohrmaschinen und anderen Werkzeugen stellte für 2019 einen Gewinn von 8,45 bis 8,65 Dollar je Aktie in Aussicht. Analysten hatten bislang im Schnitt mit 8,80 Dollar gerechnet.


Ein schwächelndes US-Geschäft überschattete den überraschend hohen Gewinn von Halliburton. Die Aktien des Ölindustrie-Dienstleisters verloren 4,7 Prozent. Das Unternehmen machte im abgelaufenen Quartal einen Nettogewinn von 664 Millionen Dollar. Der Umsatz stagnierte aber bei 5,94 Milliarden Dollar. Im wichtigen Geschäft auf dem US-Heimatmarkt schrumpften die Erlöse um zwei Prozent.

Arconic-Scheine stürzten 16 Prozent ab. Der Aluminiumkonzern hatte zuvor mitgeteilt, keinen Verkauf mehr anzustreben.

Ein unter den Markterwartungen liegender Umsatzausblick setzte Johnson & Johnson zu. Die Aktien verloren 2,2 Prozent.

Handel in Europa

Am Dienstag konnte der Dax kurzzeitig ins Plus drehen, verlor aber bereits im Verlauf Tages wieder. Mit zuletzt 11.090 Punkten bleibt der Deutsche Aktienindex damit aber über der Marke von 11.000 Zählern, die Freitag das erste Mal seit über sechs Wochen wieder erreicht werden konnte.

Mit Agenturmaterial