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Wall Street bleibt auf Rekordkurs – Twitter legt 15 Prozent zu

Der Dow Jones ist am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Sorgen wegen des Coronavirus scheinen zunehmend in den Hintergrund zu rücken.

Ein Broker an der Wall Street. Foto: dpa

Eine Flut von Firmenbilanzen und Entspannungssignale im Handelsstreit bescheren den US-Börsen den vierten Tag in Folge Kursgewinne. Der Dow Jones Industrial, der marktbreite S & P 500 und auch der technologielastige Nasdaq 100 erklommen zeitweise historische Höchstmarken. Zum Börsenschluss lag der Leitindex Dow bei 29.379 Punkten, ein Anstieg von 0,3 Prozent. Der S & P 500 rückte um 0,3 Prozent auf 3345 Zähler vor. Für den Nasdaq 100 ging es mit plus 0,7 Prozent auf 9572 Punkte weiter nach oben.

Die Gewinnsaison des vierten Quartals ist zu mehr als zur Hälfte abgeschlossen, wobei Refinitiv-Daten zufolge fast 70 Prozent der S & P 500-Unternehmen die Gewinnschätzungen übertrafen. Zudem will China unlängst verhängte Strafzölle auf einige US-Importwaren halbieren, was die Stimmung an den Börsen ebenfalls aufhellte.

Die Nervosität der Anleger wegen der Ausbreitung des Coronavirus trat etwas in den Hintergrund. „Die Angst, die die Investoren bei Ausbruch des Virus hatten, scheint etwas nachgelassen zu haben“, sagte Stratege Rick Meckler vom Vermögensverwalter Cherry Lane Investments. Schon im europäischen Aktienhandel hatten die Sorgen um eine Epidemie nachgelassen. Die Experten der Investmentbank JPMorgan wiesen darauf hin, dass die Zunahme der Zahl neu vom Virus Infizierter in der chinesischen Provinz Hubei in den vergangenen Tagen stabil gewesen sei. Die Zunahme der Todesfälle habe sich zuletzt etwas abgeschwächt.

Einzelwerte im Fokus

Der erste Quartalsumsatz in Milliardenhöhe gab Twitter einen Schub. Die Aktien schossen um 15 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Oktober 2019. Nach einem schwachen dritten Quartal hätten sich die Geschäfte der Social-Media-Plattform im Schlussquartal 2019 wieder belebt, sagte Analyst Neil Wilson von Markets.com. Der Umsatz des US-Kurznachrichtendienstes stieg im Schlussquartal um elf Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar. Analysten hatten Refinitiv-Daten zufolge im Schnitt mit etwas weniger gerechnet.

Zu den Verlierern zählten die Aktien des Cornflakes-Herstellers Kellog mit einem Minus von 8,5 Prozent. Die Umsätze des Konzerns waren im vierten Quartal rückläufig gewesen. Der Cornflakes-Spezialist rechnet im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Gewinns.

Papiere der Kosmetikkette Estee Lauder zogen um gut fünf Prozent an. Laut Analystin Andrea Teixeira von JPMorgan übertraf der Gewinn in den Monaten Oktober bis Dezember 2019 ihre Erwartung deutlich.

Aktien von Boeing setzten die Erholung vom Mittwoch fort. Sie führten mit einem Aufschlag von 3,6 Prozent den Dow Jones an.

Die Anteile der Online-Pinwand Pinterest schossen im nachbörslichen Handel um 22 Prozent nach oben. Das Unternehmen profitierte von einem starken Anzeigengeschäft und hohen Nutzerzahlen in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel.

Der Kurs des Chip-Produzenten Qualcomm grenzte hohe Verluste immer mehr ein und schloss leicht im Minus. Analyst Stacy Rasgon von Bernstein bemängelte die Prognosen des Unternehmens für die Monate April bis Juni als unter den Konsensprognosen liegend.

Tesla-Aktien erholten sich im Verlauf und gingen mit einem Plus von zwei Prozent aus dem Handel. Zunächst hatten sich die Kursverluste fortgesetzt. Die Papiere des Elektroauto-Bauers waren am Mittwoch wegen drohender Verzögerungen bei der Auslieferung in China gefertigter Fahrzeuge um gut 17 Prozent eingebrochen. In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Aktienkurs von Tesla jedoch mehr als verdreifacht.

Der Erfolg seiner Videospiele „Merge Magic!“ und „Game of Thrones Slots Casino“ bescherte Zynga einen Kurssprung auf ein sattes Plus von mehr als 14 Prozent. Das Unternehmen nahm den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal 433 Millionen Dollar ein und übertraf die Markterwartungen das fünfte Quartal in Folge.

Aktien der New York Times sprangen um 9,8 Prozent auf 37,54 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit fünfzehn Jahren. Die Zeitung hat dank einer steigenden Zahl von Online-Abonnenten mehr Umsatz im Quartal erwirtschaftet als von Analysten erwartet. Erstmals seit neun Jahren kündigte die „Times“ eine Preiserhöhung für ihre Online-Inhalte an.