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Wahr oder glatt gelogen? So erkennen Sie Fake-News

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
Fake-News werden vor allem in Wahlkampfzeiten verstärkt gestreut (Symbolbild: Getty Images)

Jeden Tag prasseln Nachrichten und Bilder auf Internetnutzer ein. Doch oft sind die Inhalte ganz dreist erfunden. Das wird dann zum Problem, wenn es um wichtige Dinge geht. So wie derzeit die Europa-Wahl. Immer wieder wird versucht, Wähler mit erfundenen Meldungen zu beeinflussen. Lesen Sie hier, wie Sie Fake-News erkennen.

Echte Hingucker, emotionale Geschichten, empörende Nachrichten – im Internet darf gestaunt werden. Doch oft sind die „Sehenswürdigkeiten“ im Netz einfach nur erfunden. Wenn es sich dabei um Bilder handelt, die bearbeitet wurden, um uns zum Lachen zu bringen, ist das harmlos.

Ernst wird es jedoch dann, wenn Menschen gezielt mit Falschnachrichten manipuliert werden sollen. So wie derzeit etwa bei der Europawahl 2019. Vom 23. bis zum 26. Mai sollen Bürger aller 28 Mitgliedstaaten abstimmen.

Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr Falschmeldungen verbreiten sich in den sozialen Netzwerken. Um eine Fake-News von einer echten Nachricht unterscheiden zu können, müssen Nutzer genau hinschauen und die Beiträge prüfen.

Emotionen werden schamlos ausgenutzt

Insbesondere zielen die Internetkriminellen darauf ab, beim Leser große Emotionen auszulösen. Wenn Gefühlsregungen wie Fassungslosigkeit, Wut oder auch große Freude im Spiel sind, lassen sich Nutzer schnell dazu hinreißen, Meldungen zu teilen und somit die oft falschen Informationen immer weiter zu verbreiten.

Deshalb sollte eine Nachricht stets auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.

Im Zusammenhang mit der Europawahl rät das IT-Magazin Computerwoche aufgrund der Masse an Falschmeldungen zur Wahl dazu, sich am besten auf den offiziellen Webseiten des Bundeswahlleiters zu informieren:

Reden Sie mit einer Maschine?

Zudem warnt das Magazin auch vor so genannten Bots, die in sozialen Netzwerken ihr Unwesen treiben und für Stimmungsmache sorgen sollen.

Bots sind automatisierte Profile. Zu finden sind sie in nahezu allen sozialen Netzwerken, ob bei Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest. Die Profile werden nicht von Menschen gelenkt, sondern von einer Software. Die ist dazu angelegt, Nachrichten zu verbreiten, mit Kommentaren und Meinungen auf Posts zu reagieren oder anderen Nutzern zu antworten. Viele Menschen merken nicht, dass sie mit einer Maschine kommunizieren, statt mit einem echten Nutzer. Entlarven lassen sich Bots aber schon.

Handelt es sich um Accounts von Personen des öffentlichen Lebens, wie etwa Politikern oder Prominenten, lässt sich die Echtheit leicht erkennen. Bei Facebook, Twitter und Instagram erscheint dann neben dem Namen als Kennzeichnung ein blaues Hakensymbol. Außerdem bringt ein Blick auf die Anzahl der Follower und gefolgten Accounts oft Klarheit. Bots haben meist nur wenige Follower, folgen aber selbst so vielen Accounts wie möglich.

Wer den Verdacht hat, dass es sich bei einem Account um einen Bot handelt, sollte diesen den entsprechenden Seitenbetreibern melden.

Checkliste: Fake-News oder nicht?

  1. Bei Verdacht auf eine Falschmeldung sollten Sie die Fakten prüfen. Dafür empfiehlt es sich, Stichworte zu der Meldung zu googlen und zu schauen, ob andere Medien darüber berichten.
  2. Checken Sie das Datum. Nicht selten machen Fake-News auch nach Jahren immer mal wieder die Runde.
  3. Wer hat die Nachricht veröffentlicht? Ist der Account echt?
  4. Werden Nachrichten nur einseitig geschildert oder objektiv?
  5. Gibt es Quellenangaben zu den Behauptungen?
  6. Enthält die Nachricht auffällige Rechtschreibfehler?
  7. Gehören die Bilder tatsächlich zur Meldung? Hier kann die Google-Bildersuche helfen. Sie kann zeigen, in welchem Zusammenhang Bilder stehen. Dazu speichern Sie das Bild, klicken im Browser oben rechts auf Bilder, dann auf das Kamerasymbol. Laden Sie anschließend das Bild hoch. Nun werden alle Seiten angezeigt, die dieses oder ähnliche Bilder verwenden.

Und schließlich können Internetnutzer auch auf Tools und Apps zurückgreifen, um Falschmeldungen zu enttarnen. Hilfe gibt es bei http://www.hoaxsearch.com/, https://swrfakefinder.de/und https://hoaxmap.org/. Handy-Nutzern soll die App „FakeNews Check“ helfen und Bots lassen sich mit dem Browser-Add-on http://botcheck.me/ identifizieren.

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