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Wahlprogramm im Check: Das verspricht die Linkspartei zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

·Lesedauer: 3 Min.
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, war für viele in der Pandemie eine Herausforderung
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, war für viele in der Pandemie eine Herausforderung

Für viele Menschen ist das Thema Familie und Beruf vor der Bundestagswahl im Herbst ein wichtiges Thema. In einer Civey-Studie für Business Insider gaben 27 Prozent der Befragten an, dass die Vereinbarkeit von beidem für ihre Wahl eine entscheidende Rolle spiele. Business Insider hat das Programm der Linken für diesen Bereich durchleuchtet.

Die Linke schreibt in ihrem Programm, sie verstehe den Begriff Familie "unabhängig der Herkunft, sexueller
Orientierung und geschlechtlicher Identität". Zudem ist Familienpolitik nicht isoliert zu betrachten. Die "gesamte Sozial- und Haushaltspolitik muss auf ihre Geschlechtergerechtigkeit hin geprüft und entsprechend verändert werden", schreibt die Partei.

Zeit für die Familie

Elterngeld: Die Linke will die Zeit, in der man Elterngeld beziehen kann, auf 12 Monate pro Elternteil verlängern – das ist rund doppelt so lang wie aktuell. Das Elterngeld soll zudem erhöht werden.

Bonus für Väter: Väter, die Elternzeit nehmen, sollen einen zusätzlichen Monat Elterngeld erhalten, wenn sie mindestens ein Drittel der Elternzeit übernehmen. Wenn beide Eltern die Zeit gleich untereinander aufteilen, werden beide mit einem zusätzlichen Monat belohnt.

Familienpflegezeit: Menschen, deren Angehörige zum Pflegefall werden, sollen sechs Wochen von der Arbeit freigestellt werden. Der Arbeitgeber soll nach Forderung der Linken das Gehalt in dieser Zeit weiter zahlen.

Kinderkrankentage: Die Kinderkrankentage sollen pro Kind um 10 auf 20 verdoppelt werden. Auch Midi- und Minijobber sowie Freiberufler sollen einen Anspruch darauf haben.

Kinderbetreuung: "Nur mit flächendeckender Ganztagsbetreuung müssen Eltern sich nicht zwischen der Betreuung ihrer Kinder und ihrem Beruf entscheiden", schreibt die Linke. Folglich verspricht sie, die Betreuung für Kinder aller Altersgruppen mit flexiblen Öffnungszeiten auszubauen. Es sollen mehr Erzieherinnen eingestellt werden, der Job soll durch höhere Löhne auch attraktiver werden.

Unterstützung für Alleinerziehende: Alleinerziehende und ihre Kinder sind häufig von Armut bedroht, daher will die Linke sie stärker unterstützen. Der Unterhaltsvorschuss soll erweitert werden. Es soll auch möglich sein, weitere Leistungen wie Hartz IV zusätzlich zum Kindergeld zu erhalten.

Arbeitswelt

Arbeitszeiten: Mehr Zeit für alle, das verspricht die Linke. Das normale Arbeitsverhältnis soll 30 Stunden pro Woche betragen, bei gleichem Gehalt. Auch Überstunden und Schichtdienste sollen stark reglementiert werden. Dadurch sollen besonders Frauen entlastet werden, die einen Großteil der Aufgaben in Familie und Haushalt übernehmen.

Situation der Frauen: Frauen arbeiten oft in Teilzeit oder in Berufen, die schlechter bezahlt werden. Das hat Auswirkungen bis zur Rente, wo Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind. Daher sollen sie laut der Linkspartei besonders von der versprochenen Erhöhung des Mindestlohns auf 13 Euro pro Stunde profitieren. Zusätzlich will die Linke explizit Pflege- und Dienstleistungsberufe besser stellen. So sollen Beschäftigte in der Pflege pauschal 500 Euro pro Monat extra erhalten.

Kündigungsschutz für Eltern: Nach Ansicht der Linken brauchen Eltern einen besonderen Kündigungsschutz bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres des Kindes.

Frauenquote: Um mehr Frauen in Spitzenpositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu bringen, will die Linke eine Frauenquote von 50 Prozent einführen.

Fazit

Wie in anderen Bereichen macht die Linke auch beim Thema Familie und Beruf die wohl weitestgehenden Versprechungen aller Parteien. Um das zu finanzieren, sollen hohe Einkommen, Erbschaften und Vermögen weitaus stärker besteuert werden als bisher. Doch selbst wenn eine Regierung mit Grünen und SPD zustande kommen sollte – der einzigen denkbaren Koalition für die Linke – würden ihre Forderungen wohl nicht so umgesetzt werden. Dafür sind sie schlicht zu radikal. Verbesserungen im sozialen Bereich wären allerdings denkbar, denn für einen deutlich höheren Mindestlohn sprechen sich etwa auch Grüne und SPD aus.

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