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Wagniskapital-Investor Reid Hoffmann spricht gegen die Fortschrittsangst an

Der Linkedin-Mitgründer tritt bei der Bits & Pretzels auf. Er verteidigt seine Vorstellungen über das Wachstum von Unternehmen.

Wagniskapital-Investor Reid Hoffman muss sich zum Auftakt der Start-up-Konferenz Bits & Pretzels in München kritische Fragen stellen lassen. Hoffman steht für „Blitzscaling“, wie auch der Titel seines Buches lautet: wachsen ohne Rücksicht auf Effizienz.

In Zeiten von Greta Thunberg ist das unerhört, sagen die Kritiker. „Wachstum ist kein Selbstzweck“, stellt Hoffman klar. „Wenn Sie auf der grünen Wiese gründen ohne Konkurrenten, ist Wachstum nur teuer“, sagt er. Aber: „Konkurrenz kommt heute von überall.“ Wer den Markt zuerst erobert, hat die besten Chancen. Für die Gründer und Geldgeber, die drei Tage lang in der bayerischen Hauptstadt über ihren Einfluss diskutieren wollen, könnte das ein Dämpfer sein. Der 52-Jährige hat das Karriereportal LinkedIn mitgegründet, ist Experte für Internetunternehmen. Für ihn stellt sich nicht die Frage, ob Gründer-Idol Mark Zuckerberg Zeit hatte, seine Verantwortung für Milliarden Facebook-Nutzer zu erkennen.

Stattdessen fragt er, woher die Angst der Menschen vor technologischem Fortschritt komme. Seine Antwort: Science-Fiction. Geschichten wie Terminator oder Black Mirror malten Schreckensszenarien. Hoffman schlägt einen anderen Weg vor: „Wir brauchen Geschichten aus Hollywood, die Menschen Hoffnung auf technologischen Fortschritt machen.“