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Waffenhersteller Heckler & Koch gelingt Gewinnsprung

·Lesedauer: 2 Min.
Heckler & Koch profitiert von der Nachfrage in den USA.
Heckler & Koch profitiert von der Nachfrage in den USA.

Noch vor zwei Jahren steckte die Waffenschmiede tief in den roten Zahlen, doch inzwischen läuft es wirtschaftlich wieder rund. Das liegt auch daran, dass sich in Amerika viele Privatleute HK-Pistolen kaufen.

Oberndorf (dpa) - Dem Waffenhersteller Heckler & Koch ist dank brummender Geschäfte in den USA und in Europa ein deutlicher Gewinnsprung gelungen.

In den ersten neun Monaten 2020 lag der Gewinn nach Steuern bei 13 Millionen Euro gegenüber 1,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 207,5 Millionen Euro. Die finanziellen Ziele für das Gesamtjahr wurden schon jetzt erreicht.

Finanzvorstand Björn Krönert begründete die Entwicklung mit 2019 ergriffenen Maßnahmen, die sich nun auszahlten. Damals wurden Investitionen beschlossen und Produktionsabläufe verbessert. Zudem arbeitet die Belegschaft seither pro Woche zweieinhalb Stunden unbezahlt.

Eitel Sonnenschein herrscht trotz der positiven Zahlen nicht in der Firmenzentrale in Oberndorf, wo etwa 900 der insgesamt gut 1000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Denn der Schuldenberg bleibt hoch.

Im Februar war er sogar noch um 15 Millionen Euro gewachsen auf rund 250 Millionen Euro. Damit wollte man in der Coronapandemie genug Geld in der Kasse haben. Doch Befürchtungen über Produktionsausfälle und andere Rückschläge bewahrheiteten sich nicht, HK kam bisher gut durch die Coronakrise. Daher wurden 12 Millionen Euro zurückgezahlt, der Schuldenstand liegt nun bei 238 Millionen Euro.

Um die Finanzverbindlichkeiten weiter deutlich zu drücken, sind eine Umschuldung oder eine Kapitalerhöhung denkbar, also die Ausgabe von neuen Aktien und eine Verwässerung des Wertes alter Anteilsscheine. Hierzu blieb Krönert vage: «Weitere Kapitalmaßnahmen werden mit dem jetzt wieder kompletten Aufsichtsrat derzeit geplant und gegebenfalls verabschiedet.» Nach einem internen Machtkampf waren Ende August zwei Mitglieder aus dem dreiköpfigen Aufsichtsrat ausgeschieden, erst im Oktober konnte das Gremium wieder voll besetzt werden.

Gute Geschäfte macht HK in den USA, wo die Firma vor allem Pistolen verkauft - dort hat das Unternehmen ein kleines Werk zur Endmontage. Ende 2019 lag der Anteil des US-Geschäfts am weltweiten Konzernumsatz noch bei 25 Prozent, bis Ende 2020 wird er nach Firmenprognosen auf knapp 30 Prozent steigen.

Bei einem Großauftrag muss sich HK weiter in Geduld üben: Das Bundesverteidigungsministerium hatte im September entschieden, 120.000 neue Sturmgewehre vom kleinen Konkurrenten Haenel und nicht vom langjährigen Hauslieferanten Heckler & Koch zu beziehen. Doch nachdem Unstimmigkeiten beim Vergabeverfahren auftauchten, stoppte das Ministerium das Prozedere - wie es weitergeht, ist unklar. Ein Grund für den Stopp ist eine Patentrechtsklage von HK gegen Haenel, die beim Düsseldorfer Landgericht eingereicht wurde. Bis Jahresende hat der Thüringer Wettbewerber die Möglichkeit, auf den Vorwurf zu reagieren, eine Gerichtsentscheidung dürfte im nächsten Jahr fallen.