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VW verkauft erstmals mehr E-Autos als Tesla – und das dürfte so bleiben

Seiwert, Martin
·Lesedauer: 4 Min.

Volkswagen profitiert stärker als erwartet vom E-Auto-Boom in Europa. Im vergangenen Quartal haben sie erstmals mehr E-Autos abgesetzt als Tesla. Den Amerikanern dürfte es kaum gelingen, die Weltspitze zurückzuerobern.

Der Volkswagen-Konzern hat im vierten Quartal 2020 erstmals mehr Elektroautos verkauft als Tesla. Das geht aus dem Automotive-Electrification-Index der Unternehmensberatung AlixPartners hervor. Die Marken des VW-Konzerns setzten demnach in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres 192.000 Elektroautos ab. Tesla kam im gleichen Zeitraum auf 181.000 Verkäufe. Auf dem dritten und vierten Platz folgen mit jeweils knapp 100.000 verkauften E-Autos die Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe und Daimler. Technisch ist Tesla dem VW-Konzern aber noch deutlich voraus, was in Wolfsburg nicht bestritten wird. Weder bei der Batterietechnik noch bei der Elektronik oder der Software kann VW dem Konkurrenten derzeit das Wasser reichen.

Dennoch ist der Verkaufserfolg von VW bemerkenswert. Dem Konzern ist damit gelungen, was er eigentlich erst für die kommenden Jahre anpeilte: Tesla zumindest beim Absatz vom Thron zu stoßen. Allerdings helfen VW dabei auch die abgesetzten Plug-in-Hybride – eine Antriebsart, die Tesla nicht im Angebot hat. Denn in der Untersuchung gelten – gemäß branchenüblichem Standard – neben rein elektrischen Autos auch die Plug-in-Hybride, die zusätzlich zum Elektroantrieb über einen Verbrennungsmotor verfügen, als E-Autos. Gewöhnliche Hybridautos, die nicht an der Steckdose geladen werden können, werden dagegen nicht als E-Autos gezählt.

Die Studie wertet auch die elektrische Reichweite der Fahrzeuge aus. Die Summe der Reichweiten der verkauften E-Autos sind ein Maß dafür, wie weit ein Hersteller bei der Umstellung auf Elektroautos ist. Denn fortschrittliche E-Autos haben oft große Reichweiten von mehreren hundert Kilometern, Plug-in-Hybride dagegen verfügen meist nur über elektrische Reichweiten von 30 bis 100 Kilometern. Das weltweite Reichweiten-Ranking konnte Tesla 2020 klar für sich entscheiden: Die Amerikaner verkauften im vergangenen Jahr Autos mit einer elektrischen Gesamtreichweite von über 90 Millionen Kilometern. Der VW-Konzern landet in diesem Ranking mit fast 40 Millionen Kilometern auf Platz zwei – und damit vor dem chinesischen Anbieter BYD, Renault-Nissan-Mitsubishi und Hyundai. Die Aufholjagd von VW überrascht: Noch 2019 lag VW auf dem letzten Platz dieser Top-Gruppe. Möglich wurde der steile Anstieg vor allem durch das neue Elektromodell ID.3.

Wie sehr Volkswagen seine Marktposition gegenüber Tesla verbessern konnte, zeigt sich besonders in Europa. Dort schaffte es der Konzern im vierten Quartal bei der elektrischen Gesamtreichweite auf Platz eins. Tesla rutschte mit gerade mal der halben elektrischen Reichweite des VW-Konzerns auf den dritten Platz ab. Auch den direkten Vergleich der meistverkauften E-Autos gewinnt Volkswagen: Der ID.3 von VW kam in Europa auf rund 20 Prozent mehr elektrische Reichweite als die im gleichen Zeitraum verkauften Model 3 von Tesla.

Weil im laufenden Jahr weitere starke Elektromodelle des VW-Konzerns in die Autohäuser kommen, dürften die Wolfsburger dauerhaft vor Tesla bleiben. Für Volkswagen zahlen sich nun die gigantischen Produktionskapazitäten aus: Der Konzern betreibt weltweit 125 Werke. Tesla dagegen hat vier Werke und will 2021 zwei weitere (Grünheide in Deutschland, Austin in USA) in Betrieb nehmen.

Der VW-Konzern hat bereits mit der Produktion des Elektro-SUV ID.4 und dessen Ableger ID.5 begonnen. Der ID.4 ist als Weltauto konzipiert und soll das erfolgreichste Elektromodell der Marke werden. Auch bei den Konzerntöchtern Audi (Sportwagen e-tron GT, SUV Q4 e-tron), Skoda (SUV Enyaq) und Seat (Cupra El Born) sind neue E-Modelle am Start. Tesla hat dem vergleichsweise wenig entgegenzusetzen: Die Amerikaner wollen ab 2021 das kompakte SUV Model Y in Europa anbieten und es ab Sommer auch im deutschen Werk Grünheide produzieren. Ebenfalls 2021 will Tesla die überarbeitete Version der Limousine Model S ins Rennen schicken. 2022 sollen der Pick-up Cybertruck und eine Neuauflage des Sportwagens Tesla Roadster folgen.

Mehr zum Thema: Wem ein Elektroauto bisher schlicht zu teuer war, der darf sich freuen: Das Angebot an besonders günstigen E-Autos wächst dieses Jahr um gleich mehrere neue Modelle.