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VW-Vergleichsportal funktioniert nach Problemen wieder

Tausende Dieselkläger wollten online prüfen, ob sich ein Vergleich mit VW lohnt. Doch die extra dafür eingerichtete Website hakte. Nun läuft sie wieder.

Das Internet-Vergleichsportal ist überlastet. Foto: dpa

Noch mehr schlechte Nachrichten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal wollte man bei Volkswagen offenbar unbedingt vermeiden. Nachdem am Freitagvormittag der Zugang zum Internet-Vergleichsportal des Konzerns zusammengebrochen und überforderte Hotline-Mitarbeiter Anrufer auf Montag vertröstet hatten, vermeldete der Konzern nun doch schon Entwarnung.

Auf dem Portal können Dieselkläger nachlesen, wie viel Geld ihnen VW als Entschädigung für ihren manipulierten Diesel anbietet und einen Vergleich beantragen. Gegenwärtig würden 5000 Nutzer pro Sekunde die Seite nutzen, die circa 15.000 Transaktionen auslösten, so ein Unternehmenssprecher. „Dies ist der Grund, warum die Seite über eine gewissen Zeit nicht erreichbar war. Die Menge der Transaktionen ist vergleichbar mit den großen deutschen Nachrichtenwebsites an einem durchschnittlichen Tag.“

Tatsächlich läuft der Zugang nun wieder, das Handelsblatt hat ihn getestet. Für das Unternehmen ist dies eine wichtige Nachricht. Denn am Donnerstag hatte VW per Brief alle Kunden, die sich der Sammelklage gegen den Autobauer angeschlossen hatten, angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass sie ab diesem Freitag loslegen könnten. So sei es ihnen möglich, mit Benutzername und einer mitübersandten PIN-Nummer „bequem von zu Hause aus“ einen Vergleich mit Volkswagen abzuschließen. Doch das funktionierte zunächst nicht.

Nun wird nach Eingabe einiger Daten wie etwa der Zulassungsnummer den Klägern der Betrag angezeigt, der von Volkswagen für ihr Modell konkret angeboten wird. Die Höhe der Zahlungen bewegt sich dabei zwischen 1350 Euro und 6257 Euro.

Wer sich für den Vergleich entscheidet, der erhält nach Prüfung durch VW die Annahme bis zum 24. April dieses Jahres. „Wenn wir Ihr Angebot annehmen, erfolgt die Zahlung des mit Ihnen vereinbarten Einmalzahlungsbetrages binnen zwölf Wochen ab Abschluss des Vergleichs“, heißt es zudem in einer Bestätigungs-E-Mail.

Bleibt die Frage, ob sich die Frist, bis wann die Kläger sich für oder gegen den Vergleich entscheiden müssen, verlängert wird. Bisher haben die Kläger dafür nur Zeit bis zum 20. April. Wer sich anwaltlich beraten will, erhält zudem zusätzlich 190 Euro erstattet.

Klägeranwälte fordern, wegen der Coronakrise diese Frist zu verlängern. „Aufgrund der Corona-Krise ist es unverantwortlich, mehr als eine Viertelmillion Menschen in Deutschland zu diversen Anwaltsterminen zu schicken“, sagt Claus Goldenstein. Seine Kanzlei Goldenstein & Partner vertritt rund 17.800 Mandanten im Abgasskandal und ist für den ersten Fall vor dem Bundesgerichtshof verantwortlich.

Bei Volkswagen stellt man dagegen eher die Erfolge des Vergleichsportals heraus. Schon jetzt hätten „mehrere tausend Personen den Vergleichsprozess vollständig abgeschlossen“, der Unternehmenssprecher. 23.000 Personen hätten sich bis zum Freitagmittag registriert. Das Interesse an dem Vergleich übersteige die Erwartungen von VW „um ein Vielfaches.“