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VW-Chef: Verbrenner-Verbot in Europa kann kommen - 'Tesla schwächelt'

WOLFSBURG/LUXEMBURG (dpa-AFX) - VW <DE0007664039>-Konzernchef Herbert Diess hält Europas größte Autogruppe im Kern schon jetzt für ein Verbrenner-Verbot gerüstet. Ein solcher Schritt, der sich auf Neuzulassungen ab 2035 beziehen könnte und zurzeit in der Bundesregierung für Streit sorgt, müsse Volkswagen <DE0007664039> "keine Angst machen", sagte der Manager am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. "Es kann kommen - wir sind am besten vorbereitet", meinte Diess. Er verwies auf die bereits angebotenen und noch geplanten Elektromodelle sowie die Strategien des Konzerns für eigene Batteriezellfertigung und Software.

Die EU-Umweltminister wollten über die Zukunft von Verbrennerautos abstimmen, nachdem das Europaparlament sich mehrheitlich für ein Ende von Benziner- und Dieselverkäufen ab Mitte des kommenden Jahrzehnts ausgesprochen hatte. Während die deutsche Ressortchefin Steffi Lemke (Grüne) das unterstützt, kommt aus der FDP Kritik. Die Liberalen wollen, dass Neuwagen mit Verbrennungsmotor später noch zugelassen werden können, wenn sie nachweisbar nur mit klimaneutralen synthethischen Kraftstoffen betankbar sind.

VW-Chef Diess glaubt, den US-Erzrivalen Tesla <US88160R1014> bald einholen zu können. Die Firma von Elon Musk bleibe größter Konkurrent - doch man sehe etwa an der Komplexität der neuen Fabriken in Grünheide bei Berlin oder in Austin (USA), dass auch dort nicht alles von selbst laufe. "Tesla schwächelt", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Diese Chance müssen wir nutzen und schnell aufholen - 2025 können wir in Führung gehen."

Noch im laufenden Jahr könne der Abstand geringer werden, VW dürfe ihn zumindest "nicht noch größer werden lassen". Bald folgen weitere E-Modelle: Ab 2023 kommt der ID.3 auch nach Wolfsburg, 2026 soll der Trinity auf einer neuen Plattform mit hausgemachter Software starten.

Nach abermals heftigen Verstimmungen mit der Belegschaftsvertretung wegen möglicher Sparpläne für die VW-Zentrale sieht Diess nun mehr Einigkeit: "Es freut mich besonders, dass Daniela Cavallo und der Betriebsrat diese Transformation in so einem engen Schulterschluss wettbewerbsorientiert mit vorantreiben. Sie ist notwendig, um Wolfsburg zukunftssicher zu machen und langfristig Jobs zu sichern. Wolfsburg kann im Wettbewerb gegen Grünheide bestehen."

Schwierig bleibt das Thema Software. Beim Ausbau der konzerninternen IT-Tochter Cariad soll es größere Verzögerungen geben - unter der Regie der Einzelmarken Audi und VW soll die Entwicklung für bestimmte Assistenzsysteme daher nun doch einige Jahre noch parallel laufen. Diess warb erneut für Verständnis. Es gehe um ein Langzeitprojekt: "Keiner sonst traut es sich zu, alle Software-Fähigkeiten zu bündeln. Dass es dabei zu einigen Herausforderungen kommt, war von vornherein allen klar. Das heißt aber nicht, dass die Cariad gescheitert ist."

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