Blogs auf Yahoo Finanzen:

Vossko nimmt Pferdefleisch-Lieferanten ins Visier

Im Pferdefleisch-Skandal hat der Fleischverarbeiter Vossko den Lieferanten für falsch etikettierte Lieferungen ermittelt. Nach Laboruntersuchungen "steht fest, dass von einem der vier in Frage kommenden Lieferanten falsch deklarierte Ware geliefert wurde", wie Vossko am Firmensitz Ostbevern in Nordrhein-Westfalen mitteilte. Es seien sämtliche Produktchargen der vergangenen neun Monate untersucht worden. Dabei sei eine Beimischung von Pferdefleisch bei dem einen Lieferanten "zweifelsfrei" nachgewiesen worden.

Wie Vossko mitteilte, hatten zwei Kunden des Fleischverarbeiters Produkte mit Fleisch von Vossko aus dem Angebot genommen, nachdem es bei diesen Produkten Hinweise auf Spuren von Pferdefleisch gab. Betroffen war der renommierte Teigwaren-Hersteller Hilcona aus Liechtenstein, der wiederum die Billigsupermarktkette Lidl belieferte. Lebensmittelkontrolleure in Österreich hatten in Rindfleisch-Tortelloni der Lidl-Eigenmarke Combino, die von Hilcona produziert wurden, Spuren von Pferdefleisch entdeckt. Lidl nahm daraufhin auch in Deutschland Tortelloni aus dem Verkauf.

Nähere Angaben zu Namen und Herkunft des identifizierten Lieferanten machte Vossko nicht. Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Unternehmen erklärt, drei der in Frage kommenden Fleischlieferanten seien aus Deutschland, einer "europäisch". Der münsterländische Fleischverarbeiter kündigte jedoch an, gegen den Rohfleischlieferanten rechtlich vorgehen zu wollen. Zudem prüfe das Unternehmen "die Möglichkeit einer Schadensersatzklage".

Künftig wolle Vossko vermehrt Erbgut-Analysen bei der Eingangskontrolle des gelieferten Fleischs vornehmen, teilte der Verarbeiter mit. Dies bedeute einen "personellen und finanziellen Mehraufwand". Es sei jedoch "der einzige Weg, um eingebüßtes Vertrauen bei unseren Kunden zurückzugewinnen", erklärte Geschäftsführer Dietmar Vosskötter. Deren Vertrauen sei "stark beschädigt".

Unterdessen forderte der Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) wegen des Pferdefleisch-Skandals eine bessere Zusammenarbeit auf EU-Ebene. Das Problem sei, dass die Warenströme international, die Kontrollen aber national seien, sagte Leinen im ZDF-"Morgenmagazin". Nötig sei daher "eine Koordinierungsstelle für die Information und die Kontrollen". Die im italienischen Parma angesiedelte Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA dürfe nur analysieren, aber kein Risikomanagement betreiben. "Und da ist auch eine Lücke".

Die Schwachstellen seien seit mehreren Jahren bekannt, das Europaparlament habe schon vor zwei Jahren Vorschläge für einen besseren Verbraucherschutz vorgelegt. "Aber die Lobbyisten haben dagegen gehalten, das ganze ziemlich verwässert." Die einzelnen Staaten hätten versagt, kritisierte Leinen. Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) "redet heute anders als vor zwei Jahren". "Diesen Skandal hätte man verhindern können."

Dem nationalen Aktionsplan, den Aigner und die Verbraucherminister der Länder am Montag vorgelegt hatten, müssten jetzt auch Taten folgen, forderte der Europaabgeordnete. "Da ist ist einiges drin, was wir im Europaparlament schon vor zwei Jahren gefordert haben, aber nicht haben durchsetzen können, wie die Kennzeichnung von Zutaten, die Verschärfung der Kontrollen und die Erhöhung der Sanktionen." Das seien drei Eckpunkte, "wo wir vielleicht weiterkommen", sagte Leinen.

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß
    Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß dpa - Sa., 19. Apr 2014 16:10 MESZ
    Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß

    Zwei betrunkene Männer sollen 281 Mitreisenden den Flug in die Ferien vermiest haben. Nach einem kurzen Aufenthalt in Polizeigewahrsam dürfen sie nach Hause - wenn sie jemand mitnimmt.

  • «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65
    «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65 dpa - Fr., 18. Apr 2014 11:29 MESZ
    «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65

    Angela Merkel steigt aus der Limousine, schreitet sogleich die Stufen des Weißen Hauses empor und hält plötzlich inne.

  • Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370
    Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370 dpa - Sa., 19. Apr 2014 16:03 MESZ
    Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370

    Die Bilder sind scharf, allein es gibt nichts zu entdecken: Die U-Boot-Suche nach dem verschollenen Flug MH370 verläuft bisher erfolglos. Schon in der nächsten Woche könnte sie enden. Wie soll es dann weitergehen?

  • Großteil der Länder türmt weiter neue Schulden auf
    Großteil der Länder türmt weiter neue Schulden auf

    Trotz sprudelnder Steuereinnahmen kommen wahrscheinlich nur sieben der 16 Länder im laufenden Jahr ohne neue Schulden aus. Haushaltspläne ganz ohne frische Kredite haben allein die ostdeutschen Länder und Bayern aufgestellt, wie eine dpa-Umfrage zeigt.

  • Verjüngungskur für «Tagesschau»
    Verjüngungskur für «Tagesschau»

    Gelungenes Lifting für Deutschlands älteste TV-Nachrichtensendung: Die «Tagesschau» ist am Samstagabend in Hamburg erstmals aus ihrem neuen Fernsehstudio ausgestrahlt worden.

 

Vergleichsrechner

  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »