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Vor dem Spott eingeknickt? Amazon ändert neues App-Symbol

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

Amazon hat sein neues App-Symbol überarbeitet. Offenbar reagiert der Konzern damit auf den Spott zahlreicher Internetnutzer. Viele mussten bei dem Symbol an Adolf Hitler denken.

Las Vegas,Nevada, United States - June 18, 2020: Amazon fulfillment center exterior shot in North Las Vegas Nevada USA . Amazon is the most famous on-line shopping company in the world.
Bild: Getty Images

Ende Januar hatte Amazon ein neues Icon für seine Shopping App vorgestellt. Alt wurde das Erkennungszeichen nicht, denn der Online-Versandhändler hat es schon überarbeitet. Über die Gründe verschweigt sich der Konzern, manch ein Beobachter hat aber eine Vermutung.

Das neue Symbol griff das Motiv des charakteristischen Amazon-Pfeils auf, das auch auf den Paketen des Dienstleisters prangt und einen "lächelnden Mund" nachahmt. Über diesem Mund befand sich ein blaues Paketband, das auf seiner unteren Seite zickzackförmig ausgeschnitten war.

Knick statt Zickzack

Die zweite Version des Icons, mit dem Amazon das Zeichen mit dem blauen Einkaufswagens ersetzt, sieht nicht viel anders aus als die erste. Nur das Bändchen weist einige kleine Änderungen auf. Es fällt etwas schmäler aus und ist nicht mehr gezackt, sondern an einer Ecke eingeknickt.

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Warum hat Amazon das neue App-Symbol nach so kurzer Zeit umgestaltet? Vom Konzern liegt dazu keine Stellungnahme vor. In der Antwort auf eine Anfrage des Magazins The Verge hieß es lediglich: Das neue Bild soll "Vorfreude, Aufregung und Freude wecken, wenn Kunden ihre Einkaufsreise auf ihrem Telefon beginnen …".

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Vermittelte die erste Fassung des Erkennungszeichens diese Botschaft nicht? Nur des Zickzacks wegen? Nein, eher wird Amazon mit dem erneuten Re-Design auf die Kommentare vieler Spötter reagiert haben, die angesichts von Form und Positionierung des blauen Klebebandes nicht gerade werbewirksame Vergleiche angestellt hatten.

Vergleiche mit Hitlerbart

Das Arrangement aus Zick-Bändchen und lächelndem Mund ließ viele an die untere Gesichtspartie von Adolf Hitler mit dem charakteristischen Oberlippenbart denken. "Amazon muss unbedingt sein Logo überarbeiten", schrieb ein Nutzer auf Twitter, "sonst heißt es Heil dem Bezahlen". In einem anderen Kommentar hieß es: "Ernsthaft, wer hat den lachenden Mund und den Hitlerbart als neues Logo für Amazon durchgehen lassen?"

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Der Spott führte zu entsprechenden Presseberichten. Das britische Boulevardblatt The Sun ließ es sich nicht nehmen, seinen Text mit der Überschrift einzuleiten: "You can't Nazi it". Mit dem Wortspiel spielt die Zeitung auf den Spruch "You can't unsee it" an, was heißen soll: In dem Bild ist das Offensichtliche, also Hitler nicht zu übersehen.

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Ob Amazon mit der Umgestaltung des neuen Symbols alle Spötter verstummen lassen wird, ist fraglich. Viele verbinden auch das umgeknickte Bändchen mit dem Hitlerbart. So stellte ein Nutzer auf Twitter in einer Bildmontage beide Versionen gegenüber, indem er Bändchen und Amazon-"Mund" jeweils an die entsprechende Stelle einer Hitlerkopf-Zeichnung anbrachte. "Na und?", schreibt er – womit er sagen will: Ist doch Jacke wie Hose.

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