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Vonovia und Deutsche Börse – zwei Krisenaktien, die 2020 neue Höchststände erreichen könnten. Wo lohnt sich ein Einstieg?

Frank Seehawer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Coronavirus hin oder her. Einige haben Angst vor dem Erreger, andere wiederum kümmern sich wenig um diesen Sachverhalt. Fakt ist jedoch, dass das Virus starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auch auf die Kapitalmärkte hat.

Im Wesentlichen hat das Coronavirus negative Auswirkungen. Es kommt zu Panikverkäufen, teilweise zu Recht, teilweise aber auch ohne Sinn und Verstand. 

Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Aktien, die unbeirrt des Ausverkaufs an den Märkten neue Höchststände schreiben könnten. 

Hierbei handelt es sich um die Aktien des Bestandshalters von Wohnimmobilien Vonovia (WKN: A1ML7J) sowie um die Deutsche Börse (WKN: 581005). Beide Aktien befinden sich nicht weit von ihren 52-Wochen-Höchstständen und scheinen damit die aktuelle Krise gut zu meistern. Ob es hierfür einen Grund gibt, das lasst uns einmal im Folgenden überprüfen.

Vonovia

Vonovia gehört mit über 400.000 Wohneinheiten zu den führenden privaten Wohnungseigentümern in Europa. Der Investitionsschwerpunkt liegt dabei auf Deutschland, Österreich und Schweden.

Das in Bochum ansässige Unternehmen erreichte sein Rekordhoch bei 54,48 Euro am 19. Februar 2020. Der aktuelle Aktienkurs von 52,76 Euro (Stand: 04.03.20) zeigt – trotz eines stark rückläufigen DAX – Stärke.

Gründe für diese Abkopplung vom Leitindex könnten primär im Geschäftsmodell gesehen werden, denn das Unternehmen generiert hohe Cashflows aus der Vermietung von Wohnimmobilien – über zwei Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2019. Diese sind langfristig ausgerichtet und fließen auch in Zeiten, in denen die Menschen aus Angst vor einem Virus zu Hause bleiben. Eine Krisenaktie also.

Geht es nach den Aussagen des Vorstandes, so sollen sich die Mieteinnahmen auch im aktuellen Jahr 2020 weiter erhöhen. Organisch wird mit einem Wachstum zwischen 3,5 bis 4 % gerechnet. In Summe sollen die Mieteinnahmen nach Aussagen des Managements zum Jahresende 2020 auf rund 2,3 Mrd. Euro steigen. 

Von einer solchen Entwicklung könnte auch die zukünftige Dividende profitieren. Diese wurde für das Geschäftsjahr 2019 mit 1,57 Euro vorgeschlagen – eine Erhöhung um 9 %. 

Interessant ist auch, dass der aktuelle Net-Asset-Value (NAV) zum Geschäftsjahresende 2019 mit 51,90 Euro ausgewiesen wird. Fools könnten diese Marke als eine Art inneren Wert interpretieren. Da sich der Aktienkurs aktuell über dem NAV befindet, bezahlt man mehr für die Vonovia, als man an Immobilienvermögen dafür bekommt.

Deutsche Börse

Bei der Deutschen Börse handelt es sich um einen führenden europäischen Börsenplatzbetreiber. Das Unternehmen erreichte sein Rekordhoch ebenfalls am 19. Februar 2020 bei 158,90 Euro. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von 151,50 Euro (Stand: 04.03.20) hat der Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse den aktuellen Corona-Crash gut gemeistert.

Gründe für diese gute Entwicklung könnten in dem erhöhten Handelsvolumen gesehen werden, denn die Panikverkäufe führen auch zu einer höheren Volatilität und lassen damit die Kassen der Börsenbetreiber klingeln.

Aber auch die vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2019 überzeugten. Hier wurde ein Anstieg der Nettoerlöse von 6 % auf 2,9 Mrd. Euro erreicht. Auch das Konzernergebnis erhöhte sich um 10 % auf 1,1 Mrd. Euro – aufgrund von Kostensenkungen aber deutlich schneller als die Erlöse.

Geht es nach dem Ausblick des Managements für das Jahr 2020, so sollen sich die Erlöse um mindestens 5 % erhöhen. Das Konzernergebnis wird mit 1,2 Mrd. Euro auf bereinigter Ebene erwartet.

Sollte die Handelsvolatilität weiter hoch sein, könnte es für die Deutsche Börse durchaus realistisch sein, diese Ziele zu erreichen. Aktionäre könnten sich dann vielleicht auf eine weitere Erhöhung der Dividende freuen. Diese wird aktuell mit 2,90 Euro vorgeschlagen, was einer Steigerung von 7,4 % entspricht. 

Dennoch sollte man die Aktien von Marktplatzbetreibern nicht als Kriseninvestment sehen, denn deutlich gesunkene Vermögenspreise könnten langfristig die Attraktivität des Kapitalmarktes unattraktiv machen.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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