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Volkswagen wird nach Rekordgewinn wieder auf den Boden geholt

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Wolfsburg (dapd). Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) dringt in Sphären vor wie kein deutscher Autohersteller zuvor: Der Konzern hat 2012 dank der vollständigen Übernahme der Porsche AG den Gewinn in astronomische Höhen geschraubt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von 15,8 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 21,9 Milliarden Euro, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Bereits das Vorjahresergebnis war der höchste Gewinn, den je ein deutscher Autohersteller erzielte. Auch beim Umsatz und beim operativen Ergebnis erzielten die Wolfsburger Rekordwerte.

"Das wirtschaftliche Umfeld für unser Geschäft ist im Jahresverlauf deutlich schwieriger geworden. Dennoch ist es uns gelungen, die selbst gesteckten Ziele für das Jahr 2012 zu erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn. Der Konzern will bis 2018 größter Autohersteller der Welt sein. Volkswagen war 2012 mit rund 9,1 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit die Nummer drei hinter Toyota und General Motors (NYSE: GM - Nachrichten) .

Doch vor dem Griff nach den Sternen holt die schwächelnde Konjunktur Volkswagen wohl erstmal auf den Boden der Tatsachen zurück. Im laufenden Geschäftsjahr wird der VW-Gewinn auf jeden Fall wieder geringer ausfallen. Denn zum Ergebnis hatte auch eine Bewertung von an Porsche gehaltenen Optionen in Höhe von 12,3 Milliarden Euro beigetragen, die es nach der vollständigen Integration des Sportwagengeschäfts im August 2012 nicht wieder geben wird.

Zwar lief es 2012 auch operativ bei dem DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Konzern. Mit Porsche und der Aufstockung der Anteile an Ducati und MAN erhöhte sich der Umsatz um über ein Fünftel auf 192,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte leicht um 2,1 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu.

VW will im laufenden Jahr Pause beim Ergebniswachstum einlegen

Doch im laufenden Jahr will der Konzern erst einmal eine Wachstumspause einlegen. Der Umsatz soll zwar nochmals gesteigert werden, das Ziel für das operative Ergebnis ist allerdings nur das Erreichen des Vorjahresniveaus. "Auch wir können uns dem harten Wettbewerb und der tiefgreifenden Krise in wichtigen europäischen Märkten nicht ganz entziehen", musste Winterkorn einräumen.

Die Börse reagierte aufgeschreckt. Die Aktie stürzte nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als sechs Prozent auf den tiefsten Stand des laufenden Jahres ab.

Eine Erdung erfuhr auch Winterkorn selbst bei seiner Bezahlung. Trotz der guten Bilanz 2012 stutzte der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung zurecht. Er begrenzte die Bonuszahlungen für den Vorstandsvorsitzenden auf maximal 6,75 Millionen Euro in den Jahren 2012 und 2013. Die übrigen Vorstandsmitglieder sollen maximal 2,5 Millionen Euro an Boni erhalten können.

Dieser Schritt war erwartet worden, da Winterkorn aufgrund seines ausufernden Gehalts zuletzt in die Kritik geriet. Er hatte 2011 einschließlich seiner Bezüge bei der Porsche Automobil Holding SE 18,3 Millionen Euro verdient - so viel wie kein Chef eines DAX-Konzerns zuvor. Sollte das Gehalt weiter steigen, "wäre das den Menschen sicherlich nicht mehr zu vermitteln", sagte er selbst Anfang Februar dem "Spiegel".

dapd