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VIRUS/Studie: Corona-Krise belastet Welthandel massiv

HAMBURG (dpa-AFX) - Das neuartige Coronavirus ist nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes eine schwere Belastung für den Welthandel. "Die Einbußen im ersten Quartal entsprechen umgerechnet den Auswirkungen der im Zuge des Handelskonflikts neu eingeführten Zölle im gesamten Jahr 2019", hieß es in einer am Freitag in Hamburg veröffentlichten Studie. Nach Berechnungen des weltgrößten Kreditversicherers betragen die durch das Coronavirus verursachten Kosten pro Quartal derzeit 320 Milliarden US-Dollar (etwa 283 Mrd Euro).

Bereits im vergangenen Jahr war der Welthandel durch den schweren Handelskonflikt zwischen den USA und China stark belastete worden. Wegen der Auswirkungen der Virus-Krise gehen die Euler Hermes-Experten davon aus, dass der Welthandel im ersten Quartal 2020 schrumpfen dürfte. Erst in der zweiten Jahreshälfte sei wieder mit einem leichten Wachstum zu rechnen.

Trotz der massiven Auswirkungen auf den globalen Handel sollen sich die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft insgesamt nach Einschätzung von Euler Hermes in Grenzen halten, wenn es bei einem kurzfristigen Schock durch die Virus-Krise bleiben sollte. Der Kreditversicherer hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent und damit nur leicht gesenkt.

Derzeit gebe es "keinen Grund zur Panik", hieß es weiter in der Studie. Voraussetzung sei aber, dass es "zu keiner weit verbreiteten Panikreaktion kommt und sich die Geschäftstätigkeit in China nach drei Monaten wieder normalisiert". Allerdings sei die Weltwirtschaft nicht stark genug, um die aktuellen Belastungen im weiteren Jahresverlauf wieder vollständig wettzumachen. "Wir gehen davon aus, dass durch die schwächere wirtschaftliche Entwicklung die weltweiten Insolvenzen stärker ansteigen werden als bisher erwartet", hieß es weiter.