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VIRUS: Südkorea warnt vor Risiko neuer Masseninfektionen

SEOUL (dpa-AFX) - Südkoreas Gesundheitsbehörden haben trotz erneut rückläufiger Zahlen bei den Corona-Fällen vor dem Risiko weiterer Masseninfektionen gewarnt. Am Mittwoch seien 114 weitere Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger festgestellt worden, teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Donnerstag mit. Es war der geringste Tagesanstieg seit mehr als zwei Wochen. Die Gesamtzahl erreichte 7869. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sechs auf 66.

Die Mehrheit der neuen Fälle konzentriert sich erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Es seien in Daegu bei der Eindämmung des Virus weitere Fortschritte erzielt worden, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Es gebe jedoch ein erhöhtes Risiko "breiter Cluster-Infektionen".

Zuletzt bereitete den Behörden insbesondere eine Häufung von Fällen unter Mitarbeitern eines Call-Centers im Südwesten der Hauptstadt Seoul große Sorge. Mehr als 100 Infektionen wurden bisher mit dem Beratungszentrum in Verbindung gebracht. Premierminister Chung Sye Kyun habe bei einem behördenübergreifenden Treffen seine Sorge wegen potenzieller "Super-Übertragungen" des Virus in Seoul und umliegenden Gebieten gesprochen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Mehr als 60 Prozent aller bisher erfassten Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.