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VIRUS/ROUNDUP/Premier Johnson: Keine Pub-Besuche - Schulen bleiben offen

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LONDON (dpa-AFX) - Premierminister Boris Johnson hat alle Menschen in Großbritannien dazu aufgerufen, unnötige soziale Kontakte, Pubs und Reisen zu meiden. Auch der Besuch von Restaurants, Clubs und Theatern sollte unterbleiben, sagte der Regierungschef am Montag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in London. Außerdem empfahl er

- falls machbar - das Arbeiten von Zuhause aus. Wer Husten oder

Fieber habe, müsse 14 Tage zu Hause bleiben. Dies gelte auch für Mitbewohner. Schwerkranke sollten drei Monate isoliert werden.

Massenveranstaltungen und überfüllte Plätze sollten gemieden werden, sagte Johnson weiter. Konkrete Vorgaben hierzu nannte er aber nicht. Schulen und Universitäten werden noch nicht geschlossen.

Kritiker hatten Johnson zuvor vorgeworfen, mit zu laschen Maßnahmen auf das grassierende Coronavirus zu reagieren. Die Regierung will mit den kleineren Schritten verhindern, dass der Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit voller Wucht zurückkehrt.

Bis Montagmorgen waren in Großbritannien mehr als 1500 Infizierte registriert. Am Abend gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass bereits 53 Menschen gestorben sind. Alle Landesteile sind von der Pandemie betroffen; die meisten Infektionen gibt es in England. In den kommenden Wochen erwarten Experten einen gewaltigen Anstieg.

Der britische Gesundheitsdienst NHS gilt schon jetzt als völlig überlastet und marode. Es mangelt an Personal, Betten und medizinischer Ausstattung. So stehen beispielsweise nicht genügend Beatmungsgeräte zur Verfügung. "Die nächsten Wochen und Monate werden außerordentlich schwer für den NHS in allen vier Landesteilen", sagte Regierungsberater Professor Chris Whitty.

Demonstranten in weißen Schutzanzügen und mit Schutzmasken hatten zuvor von Johnson gefordert, im Kampf gegen die Pandemie alle Menschen zu unterstützen und nicht der Wirtschaft den Vorrang einzuräumen. Man müsse sich vor allem um die Schwächsten kümmern. Johnson folge nicht den Ratschlägen der Weltgesundheitsorganisation wie die meisten anderen europäischen Länder, kritisierten die Demonstranten vor dem Regierungssitz. Mehr als 270 000 Menschen hatten bis zum Nachmittag eine entsprechende Petition unterschrieben.