Deutsche Märkte geschlossen

VIRUS/ROUNDUP: Mehr als 1000 Covid-19-Tote in Italien gemeldet

ROM (dpa-AFX) - In Italien ist die Zahl der Toten im Zuge der Coronavirus-Krise auf mehr als 1000 gestiegen. Das teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 827 Tote. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf mehr als 15 000 - das sind rund 2500 mehr als am Vortag.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Italien seine Sperrmaßnahmen erneut deutlich verschärft. Seit Donnerstagmorgen bleiben die Geschäfte im ganzen Land geschlossen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, so dürfen Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen und Kioske weiter öffnen. Bars und Restaurants müssen ganz dichtmachen. Schon vorher galten für die Lokale eingeschränkte Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr. Ziel ist es, dass die 60 Millionen Italiener so weit wie möglich zu Hause bleiben, damit die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch möglichst verhindert wird.

Premierminister Giuseppe Conte hatte angekündigt, dass auch alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten der Wirtschaft eingestellt werden müssten. Die Produktion etwa in der Industrie solle weiterlaufen. Abteilungen, die für die Produktion nicht unbedingt erforderlich seien, sollten aber schließen. Das neue Maßnahmenpaket gilt zunächst bis zum 25. März.

Auch Spazierengehen im Park, Joggen oder Spielen mit Kindern draußen soll vermieden werden. Auch innerhalb der Familie soll untereinander die Distanz gewahrt werden, betonte Zivilschutzchef Angelo Borrelli.

Am meisten ist nach wie vor die Lombardei betroffen. Dort haben sich nach Angaben der Region auch fast 700 Ärzte und Krankenpfleger angesteckt. Die Kliniken sind am Limit. Italien ist nach China das Land mit den meisten gemeldeten Infektionen.

Ganz Italien ist mittlerweile Sperrzone. Flug-, Zug- und Schiffsverbindungen mit dem Ausland wurden größtenteils gekappt. An der Grenze zu Österreich bildeten sich wegen verstärkter Kontrollen der Österreicher zeitweise kilometerlange Lkw-Staus am Brenner. Die italienische Regierung forderte Österreich auf, die Kontrollen zu beschleunigen. Die meisten Ladungen sind für Deutschland und Nordeuropa bestimmt. Der Brenner ist die wichtigste Verbindung für den Güterverkehr zwischen Italien und Deutschland.