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VIRUS: Baltenstaaten ordnen Maßnahmen gegen Coronavirus an

VILNIUS (dpa-AFX) - Im Kampf gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben die baltischen Staaten neue Schutzvorkehrungen angekündigt. Lettland rief am Donnerstag bis Ostern den landesweiten Notstand aus. Bis zum 13. April sollen Bildungseinrichtungen geschlossen bleiben, wie Regierungschef Krisjanis Karins in Riga nach einer Sondersitzung des Kabinetts mitteilte. Öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen sind in der Zeit untersagt.

Im benachbarten Litauen, das bereits Ende Februar vorsorglich den Notstand ausgerufen hatte, bleiben ab Freitag alle Kindergärten, Schulen und Universitäten für zwei Wochen geschlossen. Auch alle Kultur-, Freizeit-, Sport- und Unterhaltungseinrichtungen bleiben zu, teilte die Regierung in Vilnius mit. In der Hauptstadt Vilnius wird dies auf Beschluss der Stadtverwaltung sogar fünf Wochen der Fall sein. Alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern wurden untersagt.

Auch in Estland sprach Ministerpräsident Jüri Ratas angesichts der Ausbreitung des Coronavirus im Parlament von einer "Notsituation". Ein offizieller Ausnahmezustand wurde jedoch nicht verhängt. Dafür beschränkte die Regierung in Tallinn die Durchführung von Veranstaltungen und verschob den Beginn der Kreuzfahrtsaison in dem Ostseestaat um einen Monat auf Anfang Mai. In einzelnen Städten und Gemeinden wurde zudem der Lehrbetrieb an Schulen eingestellt.

In Estland gab es bis Donnerstag nach Regierungsangaben bislang 17 Corona-Infektionsfälle, in Lettland 16 und in Litauen 3. In allen Ländern riefen die Gesundheitsbehörden die Bürger dazu auf, im Moment auf unnötige internationale Reisen zu verzichten. Zugleich gilt eine verpflichtende Quarantäne für alle Menschen, die aus einem Risiko-Gebiet zurückgekehrt sind.