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Viereinhalb Jahre Haft für Stadtplanerben Alexander Falk

·Lesedauer: 2 Min.
Justitia

Der Stadtplanerbe Alexander Falk ist wegen der Beteiligung an einem Attentat auf einen Frankfurter Rechtsanwalt zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt am Main befand den Unternehmer am Donnerstag der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Der Haftbefehl gegen ihn wurde am Donnerstag nach rund 22 Monaten aufgehoben. Falks Verteidiger kündigte nach dem Urteil an, in Revision zu gehen.

Für die Kammer sei bewiesen, dass Falk einen Mittelsmann gegen Bezahlung mit dem Angriff auf den Anwalt beauftragt habe, sagte der Vorsitzende Richter Jörn Immerschmitt. Dem Anwalt wurde bei dem Angriff 2010 von Unbekannten ins linke Bein geschossen; er wurde schwer verletzt.

Mit der Entscheidung blieb die Kammer unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die in ihrem Plädoyer sechs Jahre Haft beantragt hatte. Falks Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

In seiner Urteilsbegründung hob Immerschmitt Falks Beziehungen zur organisierten Kriminalität hervor. Die beauftragte Tat gegen einen Rechtsanwalt als Organ der Rechtspflege stelle einen Angriff auf den Rechtsstaat dar, sagte er.

Die Verurteilung beruht lediglich auf Indizien. "Es gibt keinen eindeutigen Beweis", sagte Immerschmitt. Ein Indiz ist eine SMS an Falk, in der von Vorbereitungen für den Kuraufenthalt der Oma die Rede war. Für die Kammer war dies eine Bestätigung des Auftrags. Der mutmaßliche Verfasser dieser Nachricht sei vor Gericht jedoch nie gehört worden, kritisierte Falks Verteidiger am Donnerstag nach der Verhandlung.

Hintergrund der Tat war nach Ansicht der Richter eine Schadenersatzklage, die der Anwalt gegen Falk vorbereitet hatte. Grund dafür war der manipulierte Verkauf von Falks Unternehmen Ision im Jahre 2000 an das britische Unternehmen Energis. Zur Blütezeit des sogenannten Neuen Marktes soll Falk vor dem Verkauf von Ision den Wert des Unternehmens durch Scheingeschäfte und Luftbuchungen geschönt haben. 2008 wurde der Unternehmer vom Landgericht Hamburg wegen versuchten Betrugs und Bilanzfälschung zu vier Jahren Haft verurteilt. 2011 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.

Angeklagt war Falk in Frankfurt wegen versuchter Anstiftung zum Mord. Allerdings fielen im Laufe der Verhandlung mehrere zentrale Beweise der Staatsanwaltschaft in sich zusammen. Der Prozess nahm viele Wendungen und zog sich lange hin, unter anderem weil sich der Hauptbelastungszeuge Etem E. bei seinen Vernehmungen selbst widersprach.

E.s Aussage alleine hätte nicht für eine Verurteilung gereicht, sagte Immerschmitt. Sie sei lediglich ein ergänzendes Indiz gewesen. E.s Äußerungen seien unzuverlässig gewesen, weil er noch vor Beginn der Hauptverhandlung von der Kanzlei des verletzten Anwalts 100.000 Euro für den entscheidenden Hinweis auf die Täter erhalten habe.

E. hatte mit der Tonbandaufnahme, in der Falk Schadenfreude über den Angriff äußerte, den Fall ins Rollen gebracht. Diese Aussage gegen Geld "hatte von Anfang an ein Geschmäckle", sagte Immerschmitt.

Er kritisierte in seiner Urteilsbegründung das Verhalten Falks und seines Verteidigers während des rund elf Monate andauernden Prozesses. Falks Aussage zum Prozessauftakt habe er nicht an den Senat gerichtet, sondern an die Journalisten. Er habe sein Image pflegen wollen, sagte Immerschmitt.