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Vier tote Migranten im polnisch-belarussischen Grenzgebiet

·Lesedauer: 1 Min.
Polnische Soldaten bauen einen Grenzzaun aus Stacheldraht an der Grenze zu Belarus (AFP/Jaap Arriens)

An der Grenze zwischen Belarus und Polen sind vier tote Migranten entdeckt worden. "Heute wurden die Leichen von drei Menschen in der Grenzregion zu Belarus entdeckt", teilte der polnische Grenzschutz am Sonntagabend mit. Die drei Leichen hätten sich an unterschiedlichen Orten befunden. Minsk vermeldete seinerseits, die Leiche einer Migrantin aus dem Irak sei in nur einem Meter Abstand zur Grenze nach Polen entdeckt worden.

Es gebe "klare Hinweise", dass die Leiche der Irakerin von Polen nach Belarus "gezogen" wurde, sagte ein belarussischer Grenzschutzvertreter der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. In der Nähe der toten Frau hätten sich drei Kinder, ein Mann und eine ältere Frau aufgehalten. Sie seien alle irakischer Nationalität. Der Mann der toten Frau sagte laut Belta, polnische Sicherheitskräfte hätten die Gruppe zur Grenze gebracht und "unter Drohungen gezwungen", nach Belarus zu gehen.

Der polnische Grenzschutz vermeldete neben dem Fund der drei Leichen zudem die Rettung von acht Migranten aus einem Sumpfgebiet nahe der Grenze zu Belarus. Die Rettung der fünf Männer und drei Frauen habe sich über Stunden hingezogen. Zwei von ihnen mussten den Angaben zufolge anschließend ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Grenze zwischen Polen und Belarus steht wie andere EU-Ostgrenzen derzeit verschärft im Fokus: Polens Präsident Andrzej Duda hatte Anfang des Monats einen Notstand an der Grenze verhängt, nachdem in den vergangenen Monaten tausende Migranten aus dem Nahen Osten über Belarus in die Europäische Union gekommen waren. Zudem begann Polen mit der Errichtung eines Stacheldrahtzaunes.

Die EU geht von einer Vergeltungsaktion des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko für Sanktionsbeschlüsse der EU aus. Es wird vermutet, dass die belarussischen Behörden die Migranten gezielt ins Land holen und an die Grenzen zu den östlichen EU-Staaten schleusen.

jes

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