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Vier Inseln, Golfplätze und Luxusapartments: Warum Chinas größter Immobilienkonzern mit seinen Plänen für eine 100-Milliarden-Tropenstadt scheitert

Die Planstadt Forest City sollte ursprünglich vier künstlich erschaffene Inseln umfassen. Bisher steht erst eine davon und die Zukunft des Projekts ist unklar. - Copyright: MOHD RASFAN / Kontributor / Getty Images
Die Planstadt Forest City sollte ursprünglich vier künstlich erschaffene Inseln umfassen. Bisher steht erst eine davon und die Zukunft des Projekts ist unklar. - Copyright: MOHD RASFAN / Kontributor / Getty Images

Der größte chinesische Immobilienkonzern Country Garden wollte mit dem Projekt Forest City eine smarte, grüne und futuristische Stadt schaffen. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke.

Immobilieninvestor Max Reidl
Immobilieninvestor Max Reidl

Forest City: ein geplatzter Tropentraum

Das Joint Venture zwischen dem chinesischen Konzern und der malaysischen Regierung soll vier künstliche Inseln umfassen. Geografisch liegt das Projekt vor den Küsten Malaysias und Singapurs, in der geplanten Stadt sollten bis 2035 einmal 700.000 Menschen leben, so die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf Angaben des Konzerns. Doch nun drohe der 100 Milliarden US-Dollar (rund 94 Milliarden Euro) teure Traum zu platzen, schreibt die Zeitung.

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Von den vier geplanten Inseln stehe bislang nur eine. Außerdem seien von den fertigen Wohnungen erst ein Fünftel verkauft. Angeblich sollen 9000 Menschen auf der Insel leben, doch selbst diese Zahl scheint unrealistisch – in der futuristischen Stadt habe kaum ein Geschäft geöffnet, so die "FAZ".

Strengere Kapitalkontrollen und Kritik an einem "neuen Kolonialismus"

Ein Grund für den schleppenden Verkauf könnte die Änderung der Kapitalverkehrskontrollen sein. Kurz nach Baubeginn im Jahr 2015 habe China strengere Regeln eingeführt, die den Kauf von Wohnungen im Ausland erheblich erschweren, schreibt die "FAZ". Zudem habe der damalige Premierminister Malaysias bei einem Besuch in Peking erklärt, er wolle keinen "neuen Kolonialismus". Es sei ein Unding, dass China in seinem Land Wohnungen für Chinesen baue, die sich kaum ein Einheimischer leisten könne, sagte er laut "FAZ".

Zu diesen Problemen kommt noch die Gefahr eines Absturzes der chinesischen Wirtschaft. Diese Gefahr spiegelt sich auch in der Situation des Immobilienkonzerns Country Garden wider. Der Konzern hat 200 Milliarden US-Dollar Schulden und meldete im ersten Halbjahr einen Verlust von fast sieben Milliarden US-Dollar, so die "FAZ".

Forest City ist ein sinkendes Schiff

Doch neben den finanziellen Sorgen könnte Forest City noch viel existenziellere Sorgen plagen. Denn wie die "FAZ" schreibt, könnte die Planstadt schon bald im Meer versinken. Ähnlich wie die Inselgruppe "The Palm" in Dubai sehe sich auch Forest City immer wieder mit Berichten konfrontiert, die belegten, dass das Bauprojekt absinke. Wenn der malaysische Staat das Projekt allein unterhalten müsse, sei dies eine realistische Gefahr, so die Zeitung.

aeh