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Vier Gründe, warum Elon Musks Deal zur Übernahme von Twitter doch noch platzen könnte

Seit Anfang April ist Elon Musks Interesse an Twitter in aller Munde.
Seit Anfang April ist Elon Musks Interesse an Twitter in aller Munde.

Elon Musk hatte in den vergangenen Wochen des Öfteren seinen Willen geäußert, den Kurznachrichtendienst Twitter zu kaufen. Obwohl der Milliardär mit seinen mehr als 80 Millionen Followern selber zu den berühmtesten Twitter-Usern gehört und dort unzählige Male mit Postings für Aufsehen gesorgt hatte, war die Gruppe der Zweifler groß.

Zudem erwägte Twitter noch vergangene Woche, sich mit einer "Poison Pille" gegen die Übernahme des Tesla-Chefs zu wehren. Entsprechend überrascht fielen die Reaktionen aus, als das Unternehmen dann Anfang dieser Woche überraschend verkündete, dass es Musks Angebot in Höhe von 44 Milliarden US-Dollar annehmen wolle.

Musk meint es durchaus ernst

Die beiden US-Journalistinnen Lauren Silva Laughin und Gina Chon geben in ihrer Reuters-Kolumne jedoch zu Bedenken, dass der Deal noch lange nicht unter Dach und Fach sei. Elon Musk könnte sich ihrer Einschätzung nach durchaus noch umentscheiden. Dasselbe habe er vor vier Jahren getan, als er mit dem Gedanken gespielt hatte, ein Unternehmen für Erdnusskrokant zu gründen, um gegen Warren Buffetts legendären Süßwarenhersteller "See's Candies" anzutreten.

Musk hat seine Pläne zur Übernahme von Twitter nach Ansicht der beiden Journalistinnen zwar durchaus ernst gemeint. Die Finanzierung durch Morgan Stanley sei schließlich schon abgesichert. Zudem beinhaltet die Vereinbarung eine Gebühr in Höhe von einer Milliarde Dollar, die sowohl Musk als auch Twitter zahlen müssten, wenn sie von dem Vertrag zurückträten. Die Anwälte des Kurznachrichtendienstes hätten außerdem eine Klausel eingebaut, die Musk zwingen könnte, Twitter auch dann zu kaufen, wenn er von dem Vertrag zurücktreten wolle.

Teslas China-Geschäft könnte darunter leiden

Es gäbe laut den beiden Kolumnistinnen aber mehrere Gründe dafür, dass Musk kalte Füße bekommt. Allen voran sein Autobauer Tesla, der mit seinen Elektrofahrzeugen die Konkurrenz vor sich hertreibt. Seitdem Musk bekanntgemacht hatte, dass er an Twitter beteiligt ist, hat die Tesla-Aktie rund ein Fünftel ihres Werts eingebüßt. Wahrscheinlich, weil Musk einen großen Teil seiner Tesla-Aktien verkaufen könnte, um die Twitter-Übernahme zu finanzieren. Wenn der Twitter-Deal nichts wird, würden die zurückgewonnenen 44 Milliarden Dollar die Unterbrechungsgebühr mehr als wett machen.

China könnte bei seiner Entscheidungsfindung ebenfalls eine große Rolle spielen. Die Hälfte aller Teslas wird nämlich im Reich der Mitte gefertigt, zudem erzielt der Autobauer dort ein Viertel seines Umsatzes. Zwischen der Volksrepublik und Twitter besteht jedoch kein gutes Verhältnis. Spätestens nachdem das US-Unternehmen sich bei den Protesten in Hongkong der chinesischen Regierung widersetzt hatte. Letztere könnte Tesla zukünftig als Druckmittel einsetzen, falls es auch mit Musks Twitter zu Spannungen käme. Da sich der Milliardär gerne als Verfechter der Meinungsfreiheit hochstilisiert, wäre dies sehr unangenehm für den Tesla-Chef.

Musks Absolutismus ist nicht durchsetzbar

Wenn es um die "freie Meinungsäußerung" geht, dürfte Musks Twitter sowieso schnell auf dem Boden der Tatsachen ankommen. Die Plattform ist laut dem EU-Kommissar Thierry Breton dazu verpflichtet, illegale oder schädliche Inhalte zu überwachen. Wenn sie dies nicht tue, laufe sie auf längere Sicht Gefahr verboten zu werden. In den USA seien die zuständigen Behörden zwar weniger streng, dafür könnten andere Technologieunternehmen ihre Schlüsse aus der Nachlässigkeit des Kurznachrichtendienstes ziehen. Apple könne beispielsweise selbst entscheiden, welche Apps im hauseigenen App Store angeboten werden können.

Eine Sache dürfte Elon Musk die Entscheidung erleichtern, Twitter doch nicht zu kaufen. Laut der Reuters-Kolumne erwartet der Markt diese Meinungsänderung bereits. Die Aktie des Unternehmens wird aktuell elf Prozent unter Musks angebotenem Preis gehandelt. Dafür, dass es bei dem Deal wenig kartellrechtlichen Widerstand gibt, ist dies eine ziemlich große Abweichung. Außerdem erwecken Musks Tweets, in denen er einige Maßnahmen von Twitter kritisiert, bereits den Anschein, als würde er langsam das Interesse an dem Unternehmen verlieren. Wahrscheinlich wird sich seine Aufmerksamkeit bald auf etwas anderes richten. Es wäre laut den Reuters-Journalistinnen nicht das erste Mal.

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