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Vier Eigenschaften, um mit Aktien an der Börse langfristig erfolgreich zu sein

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Viele Börsenneulinge fragen sich, was sie tun müssen, um mit Aktien an der Börse erfolgreich zu sein. Diese Frage verfolgt jedoch nicht nur die Neulinge, denn auch viele, die man als Finanzprofis oder Anlageexperten bezeichnen würde, suchen vergebens nach dem Erfolg auf dem Börsenparkett. Man denke dabei nur an viele Fondsmanager, die den Markt nie geschlagen oder gar den ganzen Fonds an die Wand gefahren haben.

Der erste Schlüssel zum Erfolg liegt darin, unternehmensorientiert und langfristig zu investieren. Das heißt, man investiert in Unternehmen, an die man glaubt, und das mit dem Ziel, die Anteile möglichst lange zu halten (am besten mindestens zehn Jahre). Day-Trading ist hierbei fehl am Platz, denn dabei hat man weder das Unternehmen im Sinn, noch handelt man langfristig. Vermögend wird dadurch nur der Broker, über den die Transaktionen alle laufen.

In Anlehnung an die „vier Gs“ von André Kostolany möchte ich vier Eigenschaften vorstellen, die man haben sollte, um langfristig mit Aktien erfolgreich zu sein. Eines kann ich dir schon mal sagen: Ein absolviertes Studium an einer Elite-Universität oder einen schicken Anzug brauchst du dazu nicht (obwohl Anzüge echt gut aussehen).

Geld

Eine grundlegende Eigenschaft, die man mitbringen sollte, um an der Börse erfolgreich zu sein, ist die, dass man im Besitz von Geld sein sollte. Damit gemeint ist, über Eigenkapital zu verfügen. Man sollte niemals Fremdkapital, sprich beispielsweise Kredite, dazu nutzen, um Geld an der Börse anzulegen.

Trifft die Entwicklung, auf die man hofft, nicht oder zu spät ein, könnte man in der Zwischenzeit gezwungen sein, seine Positionen zu liquidieren, um aufgenommene Schulden zu tilgen. Vorzeitiges Verkaufen, bevor die Investitionsthese die Chance bekommt, sich zu entfalten, wird genau zum Gegenteil von Erfolg führen.

Das ist im Übrigen auch ein Grund, weshalb professionelle Anleger oftmals in die Röhre schauen müssen. Wenn mittels Krediten Spekulationen angestellt werden, aber die Kurse sich kurzzeitig gegen den Spekulanten wenden, fordern die Kreditgeber oftmals sogenannten Margin-Calls. Der Kreditnehmer muss die Sicherheit erhöhen, sprich Geld nachschießen. Wenn er das nicht tut, wird die kreditfinanzierte Position sofort zwangsliquidiert und führt somit fast immer zum Verlust.

Daher ist es für Privatanleger keine gute Idee, mit fremdem Geld Aktien zu kaufen. Eigenes Geld sollte man auch nur investieren, wenn man es für mindestens fünf Jahre nicht benötigt.

Gedanken

Die meisten Börsenteilnehmer folgen dem Herdentrieb. Das heißt, dass immer mehr Personen dazu geneigt sind, Aktien zu kaufen, wenn alle Aktien kaufen. Umgekehrt neigen Anleger dazu, ihre Aktien aus Panik zu verkaufen, wenn die meisten anderen damit anfangen, ihre Aktienpositionen aufzulösen.

Gerade an der Börse sollte man nicht auf eigenständiges Denken verzichten. Man sollte niemals blind der breiten Masse folgen und stets Entwicklungen hinterfragen. Somit kann man seine eigene Meinung bilden und sich selbst vor Fehlentscheidungen schützen.

Ebenso sollte man, wenn man fest von einem Gedanken überzeugt ist, auch daran festhalten und ihn nicht verwerfen, nur weil andere Leute sagen, der Gedanke wäre nicht richtig.

Geduld

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte man einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen, wenn man vorhat, an der Börse erfolgreich zu sein. Die Zeit ist ein wichtiger Verbündeter an der Börse, denn sie glättet kurzfristige Negativereignisse im Laufe der Zeit und ermöglicht somit auf Sicht von 30, 40 oder sogar 50 Jahren eine äußerst attraktive Rendite per annum, um bis zum hohen Alter ein Vermögen aufzubauen.

Außerdem bewahrt uns die Geduld vor impulsiven Entscheidungen, die beispielsweise dazu führen könnten, eine Gewinneraktie zu früh zu verkaufen und damit viel größere Gewinne in der Zukunft zu verpassen. Geduld fehlt auch den Day-Tradern, die das schnelle Geld riechen. Dass das auf lange Sicht nicht gut geht, kann man vielerorts nachlesen.

Glück

Egal für wie gut man sich hält und egal wie erfolgreich man an der Börse ist: Es gehört auch Glück dazu. Man kann ein noch so positives Mindset haben und eine eiserne Disziplin an den Tag legen, wenn man nicht ein wenig Glück hat, könnte alles andere unnütz sein.

Zum Glück kann beispielsweise gehören, zufälligerweise von einem jungen Unternehmen zu hören, bevor es die meisten anderen Börsenakteure tun. Wenn man dem Unternehmen Großes zutraut und aufgrund der glücklichen Findung früh genug einsteigt, kann das ein großer Faktor in der Erfolgsgeschichte eines Investors sein.

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