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Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma zerstört rund hundert Häuser

·Lesedauer: 3 Min.
Der Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja am Sonntag (AFP/DESIREE MARTIN)

Auf der spanischen Kanareninsel La Palma sind durch den Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja rund hundert Häuser zerstört worden. 5500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden am Montag mitteilten. Unterdessen sorgte Spaniens Tourismusministerin Reyes Maroto mit dem Vorschlag für Empörung, das "wunderbare Naturspektakel" könne zur "Touristenattraktion" gemacht werden.

Der Regionalregierungschef der Kanaren, Ángel Víctor Torres, betonte, die "beste Nachricht" sei bislang, dass es keine Todesopfer gegeben habe. Es sei ein "Glück", dass sich der Ausbruch des Vulkans in einem dünn besiedelten Gebiet ereignet habe. Auf ganz La Palma leben knapp 85.000 Menschen.

Allein im Dorf El Paso wurden aber bereits mindestens 20 Häuser durch die Lava zerstört, wie der Bürgermeister am Montag sagte. Tausende Menschen waren bereits am Sonntag in Sicherheit gebracht worden. Die Lavaströme wälzen sich nun von der Vulkankette in südwestlicher Richtung zum Meer.

Der Vulkan Cumbre Vieja im Süden der Insel war am Sonntagnachmittag zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Er spuckte Lava-Fontänen, Asche und eine riesige Rauchsäule aus. Die Behörden riefen die Inselbewohner zu "äußerster Vorsicht" auf, 5500 Menschen mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Auch mehrere Straßen wurden gesperrt.

Bislang seien rund hundert Häuser zerstört worden, sagte die Kommunalpolitikerin Lorena Hernández am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Auch eine kleine Schule wurde zerstört, wie die Schuldirektorin Angeles Nieves dem Radiosender Cadena Ser sagt.

"Die Lava hat alles auf ihrem Weg vernichtet", sagte der Bürgermeister von El Paso, Sergio Rodríguez, im Sender TVE. Auch La Palmas Regierungschef Mariano Hernández Zapata beschrieb die Lage im spanischen Fernsehen als "desolat". Der Lavastrom sei "im Schnitt rund sechs Meter hoch".

Die fast 1000 Grad heißen Lavaströme bewegten sich laut dem Vulkanologischen Institut der Kanaren mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 Metern pro Stunde. Den Vorhersagen zufolge wird die zähflüssige Lava in südwestlicher Richtung zunächst in unbewohnte Waldgebiete und dann an die Küste fließen. Der Vulkanausbruch kann demnach noch "mehrere Wochen oder sogar ein paar Monate" andauern.

Für Empörung sorgte am Montag Spaniens Tourismusministerin Maroto, die vorschlug, den Vulkanausbruch zur Touristenattraktion zu machen. Von dem "wunderbaren Naturspektakel", welches La Palma "beschert" worden sei, könnten "zahlreiche Touristen profitieren", sagte die sozialistische Politikerin im Radiosender Canal Sur. Insbesondere konservative Parteien kritisierten den Vorschlag scharf. Maroto sah sich gezwungen, ihre Äußerungen später abzuschwächen und erklärte: "Heute stehen wir an der Seite der Betroffenen, der Opfer".

Viele Anwohner fürchten um ihr Hab und Gut. "Im Moment schauen wir Nachrichten und die Lava ist nur 700 Meter von unserem Haus entfernt", sagte etwa Angie Chaux, die mit ihrem Mann und ihrem dreijährigen Sohn geflohen war. "Die Polizei gab uns drei Minuten, um unsere Sachen zu holen."

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez verschob wegen des Vulkanausbruchs seine Reise zur UN-Generaldebatte in New York und reiste am Sonntagabend nach La Palma. "Alle Einsatzkräfte stehen bereit, um koordiniert zu reagieren", twitterte er.

Vor dem Vulkanausbruch hatte es zahlreiche Erdbeben, einen sogenannten Erdbebenschwarm, gegeben. Seit gut einer Woche wurden tausende Erschütterungen von einer Stärke von bis zu 4,0 registriert. Der Boden in der Umgebung des Vulkans hob sich um rund zehn Zentimeter an. Für den Vulkan wurde deshalb die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet. Im 20. Jahrhundert war er bislang nur zwei Mal ausgebrochen: 1971 und zuvor 1949.

jep/bfi

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