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Viele Bewerber lesen Stellenanzeigen nicht richtig — wozu euch Personaler raten

·Lesedauer: 4 Min.

Eine Stellenausschreibung zu lesen ist in der Regel der erste Schritt bei der Suche nach einem neuen Job. Doch wie könnt ihr die Informationen daraus effektiv nutzen, um eure Chancen auf die Stelle zu erhöhen? Statistiken der britischen Website Job Description Library zufolge werden mehr als die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber schon in der ersten Phase des Bewerbungsprozesses abgelehnt — meistens, weil sie die Stelle nicht richtig verstanden haben.

Carol Cochran ist Vizepräsidentin für Personal und Kultur bei FlexJobs. Ihr zufolge ist die Kunst, eine Stellenbeschreibung zu lesen "eine Fähigkeit, die bei vielen noch nicht so ausgeprägt ist“. Dabei geben die Stellenanzeigen durchaus die Wunschliste des Arbeitgebers wieder: "Wenn ich einen Zauberstab hätte und eine Person für diese Stelle erschaffen könnte, dann würde sie so aussehen." Cochran und andere Karriereexperten erklärten im Gespräch mit Business Insider, wie man eine Stellenanzeige während des Bewerbungsprozesses effektiver nutzen kann.

1. Bezieht euch während des gesamten Bewerbungsverfahrens auf die Ausschreibung

Renata Dionello ist Chief People Officer bei ZipRecruiter. Sie sagt: "Die meisten Bewerber lesen die Stellenbeschreibung gleich zu Beginn des Bewerbungsprozesses.“ Nicht alle lesen jedoch die Stellenbeschreibung kurz vor dem Vorstellungsgespräch noch einmal durch, fügte sie hinzu. Auch wenn es sich sehr simpel anhört, ist es empfehlenswert mit einem Textmarker die Stellen hervorzuheben, die euch Hinweise auf die Anforderungen der Stelle geben."

Es ist wichtig, während des gesamten Bewerbungsprozesses immer wieder auf die Stellenbeschreibung zurückzugreifen, denn "eine gut geschriebene Stellenbeschreibung liefert euch vielleicht einige wichtige Hinweise", fügt Dionello hinzu. Außerdem gibt euch die Stellenbeschreibung möglicherweise Aufschluss darüber, welche Art von Gesprächen während des Vorstellungsgesprächs anstehen werden.

2. Erstellt eine Liste eurer beruflichen Erfahrungen, die mit den Anforderungen übereinstimmen

Sucht nach Schlüsselwörtern in den Stellenbeschreibungen und erwähnt in eurem Lebenslauf, eurem Anschreiben und im Vorstellungsgespräch Kompetenzen, die sich auf diese Bereiche beziehen. Cochran rät jedoch davon ab, Schlüsselwörter zu häufig in den Bewerbungsunterlagen zu verwenden oder allgemeine Formulierungen aus den Jobbeschreibungen zu übernehmen.

In einer Stellenbeschreibung könnten zum Beispiel Partnerschaften mit Kunden oder anderen Unternehmen erwähnt werden. Dionello erklärt, dass ihr in diesem Fall sagen könnt: „‚Mir ist aufgefallen, dass Sie Partnerschaften mit dieser Art von Unternehmen eingehen. Ich frage mich, ob das Ihre Strategie ist. Ich habe solche Partnerschaften schon einmal aufgebaut und so denke ich über diese Art von Partnerschaften.‘ Wenn ihr so sprechen könnt, seid ihr der Konkurrenz meilenweit voraus."

3. Legt euch zumindest ein paar zur Stellenbeschreibung passende Fragen zurecht

Laut Cochran ist es sehr "erfreulich", wenn Bewerberinnen und Bewerber in Vorstellungsgesprächen "interessante und zum Nachdenken anregende Fragen" stellen. Auch Dionello sagte, dass Fragen zur Stellenbeschreibung "eines der Dinge sind, die wir allen beibringen sollten", da viele Bewerber nur allgemeine Fragen stellen. Nach mehr Informationen über spezifische Punkte in der Stellenbeschreibung zu fragen, ist ein "guter Schachzug", so Dionello. So "zeigt ihr dem Personalchef, dass ihr wirklich an der Stelle interessiert seid".

Außerdem fügte sie hinzu: "Vielleicht erhaltet ihr eine konkretere Information, die euch bei der Entscheidungsfindung hilft, ob ihr dort arbeiten wollt. Oder aber diese Erfahrung bereitet euch auf ein nächstes Vorstellungsgespräch vor, in dem ihr über etwas viel konkreteres sprechen könnt und damit zeigt, dass ihr die Stelle, für die ihr euch bewerbt, wirklich versteht."

4. Informiert euch über die Menschen und die Unternehmenswerte

Elisa Nardi ist Mentorin und Trainerin für Führungskräfte. Sie sagt, wer keine weiteren Nachforschungen anstellt, schadet seinen Zielen, denn die Konkurrenz tut es wahrscheinlich schon. „Ihr müsst euch vorstellen, dass sich hundert Leute auf dieselbe Stelle bewerben. Zwanzig von ihnen informieren sich unglaublich gut über die Unternehmenswerte und recherchieren, wer der Personalchef ist und suchen ihn in den sozialen Medien. Sie schauen sich an, was er in Bezug auf seine Arbeit twittert, falls er so etwas macht", sagte sie.

Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen die Stellenbeschreibung "entschlüsseln", erklärte Nardi weiter. Rollenspezifische Wörter, Formulierungen und Fachausdrücke könnten ein Indikator für die Anforderungen der Stelle sein, wenn ihr sie euch genauer anseht.

5. Überlegt, ob die Stellenbeschreibung euch wirklich anspricht

Wie Nardi betont, ist es wichtig, „einen Job zu finden, der euer Herz anspricht" und die Unternehmen, bei denen ihr euch bewerbt, "gründlich zu durchleuchten". Ihr solltet nicht einfach nur "versuchen, eure Chancen für eine Vielzahl von Jobs zu verbessern, von denen ihr nicht einmal wisst, ob sie euch wirklich interessieren".

Da Arbeitnehmer zunehmend Stellen ausschreiben, die bestimmte Wertvorstellungen verkörpern, ist es wichtig zu wissen, ob ein Job euch auch wirklich interessiert und anspricht. „Ihr müsst wissen, wonach ihr sucht, was euch inspiriert und was euch zu Hochleistungen motivieren kann, damit ihr euch wirklich entfalten könnt", so Cochran. "Was auch immer eure Motivation sein mag, das ist es, wonach ihr suchen solltet."

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hiedr.

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