Deutsche Märkte schließen in 1 Stunde 52 Minute

Zu viel Cash gebunkert? Warum es sich meistens nicht lohnt, auf die nächste Korrektur zu warten!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Geht es dir auch so? Man will an der Börse alles richtig machen, aber irgendwie gelingt dies meistens nicht. Das hat meines Erachtens sehr viel damit zu tun, dass die Märkte so etwas wie ein Eigenleben entwickeln und sich demnach nicht so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten würden. Auch in diesem Jahr war dies wieder einmal sehr schön zu erkennen.

Denn sei einmal ehrlich. Hättest du im März für möglich gehalten, dass sich die Aktienkurse wieder so schnell erholen würden? Also ich bin nicht davon ausgegangen. Und schon gar nicht, dass es wie beim amerikanischen Dow Jones sogar schon wieder neue Höchststände geben würde.

Dieses Szenario hatte ich wirklich nicht auf dem Schirm. Ich habe eher mit einer heftigen Korrektur gerechnet, die spätestens im Herbst wieder massenhaft Einstiegskurse hervorbringen sollte. Doch es kam bekanntlich anders. Und mit dem Geld, das ich dafür zurückgelegt hatte, kann ich schon die ganze Zeit den Aktien beim Steigen zusehen.

Dies hat mir wieder einmal sehr eindrücklich gezeigt, dass es meistens keinen Sinn macht, auf die nächste Korrektur zu warten. Und schaut man auf die Vergangenheit, dann sieht es so aus, als wenn dies fast immer so wäre. Aber ein Patentrezept scheint es hier trotzdem nicht zu geben. Oder doch?

Über Bären- und Bullenmärkte

Um sich darüber klar zu werden, ob es Sinn macht, eine gewisse Menge an Cash zu horten, um auf den nächsten Börsencrash zu warten, sollten wir uns hierzu einmal ein paar Daten aus der Vergangenheit anschauen. Denn dort könnte der Schlüssel dafür begraben liegen, wie man sich in dieser Angelegenheit am besten verhalten sollte.

Eine wichtige Erkenntnis kann man auf jeden Fall aus den Informationen erhalten. Nämlich, dass es an den Börsen schon immer lange Phasen von steigenden Kursen gab, die abgelöst wurden von kürzeren Phasen mit fallenden Kursen. Um hier mehr Hintergrundwissen zu erhalten, könnte natürlich ein Blick auf die vergangenen Bullen- und Bärenmärkte des wichtigsten und größten Aktienmarktes der Welt helfen.

Schauen wir dazu einmal auf eine Studie der amerikanischen Firma Newfound Research. In dieser wurde die Entwicklung des US-Aktienindex S&P 500 über mehr als 100 Jahre untersucht. Dabei wurden zwölf Bullenmärkte identifiziert, die im Schnitt über 8,1 Jahre andauerten. Gleichzeitig ermitteln die Experten elf Bärenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 1,4 Jahren.

Interessant erscheinen hier auch die Daten über die Wertentwicklung in den jeweiligen Phasen. Denn die Bullenmärkte lieferten eine durchschnittliche Wertsteigerung von 387 %. Während es in den Bärenmärkten einen durchschnittlichen Verlust von 35 % zu verzeichnen gab.

Meine Foolishe Konsequenz

Jetzt muss man meiner Meinung nach kein Mathematikprofessor sein, um festzustellen, dass es anhand der oben gezeigten Daten eigentlich nicht sinnvoll sein kann, für einen Aktienkauf auf eine Korrektur zu warten. Denn schließlich geht es in einem Bärenmarkt im Schnitt wesentlich weniger mit den Kursen nach unten, als sie im vorherigen Bullenmarkt angestiegen sind.

Und trotzdem hält uns meistens irgendetwas davon ab, in einen steigenden Markt hinein Aktien zu kaufen. Ich versuche hier aber langsam umzudenken und immer dann zu investieren, wenn genügend Kapital dafür vorhanden ist. Zu oft schon habe ich nämlich beim Warten auf niedrigere Kurse massiv Rendite verschenkt.

Dies macht also in meinen Augen keinen Sinn, sodass ich mir fest vorgenommen habe, ohne Angst vor der nächsten Korrektur und immer wenn genügend Geld zur Verfügung steht, es auch in aussichtsreiche Aktien zu investieren.

The post Zu viel Cash gebunkert? Warum es sich meistens nicht lohnt, auf die nächste Korrektur zu warten! appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Mehr Lesen

Motley Fool Deutschland 2020