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'Victoria's Secret'-Mutter L Brands schreibt wieder schwarze Zahlen

·Lesedauer: 2 Min.

COLUMBUS (dpa-AFX) - Die Konzernmutter von "Victoria's Secret" hat im Weihnachtsquartal erstaunlich gute Geschäfte gemacht - obwohl das Dessous-Labels weiter in der Krise steckt. Unterm Strich verdiente L Brands in den drei Monaten bis Ende Januar 860 Millionen Dollar (706 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Vor einem Jahr hatte es 192 Millionen Dollar Verlust gegeben. Der Umsatz stieg um gut zwei Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar.

Vorstandschef Andrew Meslow sprach von einer "Rekordleistung" seines Unternehmens und auch bei Anlegern kamen die Quartalszahlen gut an. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit einem Kurssprung um rund fünf Prozent. Dass es so gut lief, war jedoch der florierenden Parfümerie-Kette Bath & Body Works zu verdanken und nicht dem Sorgenkind "Victoria's Secret", das als Ladenhüter gilt und im vergangenen Jahr bereits an einen Investor verkauft werden sollte.

Während Bath & Body Works die Verkäufe im Schlussquartal auf flächenbereinigter Basis um 22 Prozent steigerte, gingen sie beim einst schillernden Unterwäsche-Label um drei Prozent zurück. "Victoria's Secret" hat sich bei L Brands vom Aushängeschild zum Sanierungsfall entwickelt. Der Konzern hatte die Tochter eigentlich schon mehrheitlich an einen Finanzinvestor veräußert, doch aufgrund von Belastungen durch die Corona-Krise war der Deal gescheitert.

Die Reizwäsche-Marke, die bei ihren Modenschauen jahrelang die Elite der Top-Models über den Laufsteg schickte, kämpft schon länger mit Imageproblemen und sinkenden Verkäufen. Die auf makellose, leicht bekleidete Frauenkörper setzende "Sex Sells"-Vermarktung wurde in Zeiten von "Body Shaming"-Debatten und der "#MeToo"-Bewegung zum Stein des Anstoßes. Zudem brachten Berichte über Belästigungsvorwürfe gegen Manager die Dessous-Kette unter Druck.

Auch der Gründer und Ex-Vorstandschef Leslie Wexner wurde immer mehr zum Problem. Der Ruf des 83-Jährigen litt stark unter seiner Verbindung zum US-Millionär Jeffrey Epstein, der 2019 nach einem Missbrauchsskandal in einem New Yorker Gefängnis gestorben war. Wexner soll lange Zeit enge Beziehungen mit Epstein unterhalten haben, was zu heftiger Kritik führte. Sein Nachfolger Meslow hatte zuvor Bath & Body Works geführt. L Brands arbeitet daran, "Victoria's Secret" als separates Unternehmen auf eigene Füße zu stellen.