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Zum zweiten Mal in Folge: Vettel schlägt Leclerc im Qualifying

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 4 Min.

Beide Ferrari raus in Q2. Das ist die Bilanz des italienischen Formel-1-Traditionsteams zum Qualifying in Bahrain, und nun schon zum zweiten Mal in Folge. Ebenfalls zum wiederholten Male blieb Sebastian Vettel dabei vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc, aber ganz knapp: Die beiden Ferrari-Fahrer auf P11 und P12 trennten in Q2 nur 0,016 Sekunden (hier das komplette Ergebnis abrufen!).

Den Sprung unter die Top 10 der Startaufstellung verpassten Vettel und Leclerc deutlicher: AlphaTauri-Fahrer Pierre Gasly auf P10 war um eineinhalb Zehntelsekunden schneller gewesen als die Ferrari-Fahrer. Was die Frage aufwirft, weshalb die Scuderia im entscheidenden Moment auf Medium- und nicht auf Soft-Reifen gesetzt hat.

Vettel antwortet bei 'Sky' kurz und knapp: "Weil es für uns keinen Sinn macht auf Soft, weil der Soft nicht lange hält." Sprich: Falls sich Ferrari mit Soft für Q3 qualifiziert hätte, hätte man im Rennen (hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) mit Soft losfahren müssen und sich damit, so die Ferrari-Logik, keinen Gefallen getan.

Vettel fühlt sich von Russell aufgehalten

Allerdings: Laut Vettel hat die finale schnelle Runde in Q2 ohnehin nicht gepasst. Im letzten "Schuss" habe er den Mittelsektor "nicht ganz ideal" hingekriegt, meint der Deutsche.

Vettel erklärt: "Ich hatte ein bisschen Probleme, die Vorderreifen auf Temperatur zu kriegen, mit der Out-Lap, auf der alle auf den letzten Metern noch einmal langsam fuhren, eine Lücke zu finden. Ich glaube, das hat mir Ende des ersten Sektors und anfangs des zweiten Sektors ein bisschen das Momentum genommen, den Schwung."

Außerdem sei sein Plan, einen Windschatten zu finden, bei diesem Versuch nicht aufgegangen. "Wir hatten zuvor viel Zeit auf den Geraden verloren", meint Vettel. "Und dann lief ich [in der letzten Runde] auf [Williams-Fahrer] Russell auf."

Beide Ferrari-Fahrer kämpfen mit dem Auto

Russell habe sich für ihn als Hindernis erwiesen, weil dieser "mit gebrauchten Soft-Reifen" unterwegs gewesen sei. "Was er damit vorhatte, das weiß ich nicht. Vielleicht hat er auf ein Wunder gehofft", sagt Vettel.

Vettel selbst hatte sich zumindest noch eine letzte Steigerung gewünscht, die sich dann aber nicht einstellte. "Mit meiner Runde", so sagt er, "bin ich nicht ganz zufrieden. Da war vielleicht ein bisschen mehr drin, aber sonst war es okay. Es war schwierig, es auf den Punkt zu bringen."

Das habe sein Teamkollege Leclerc offenbar ganz ähnlich erlebt. "Ich glaube, wir beide haben uns nicht ganz wohlgefühlt", meint Vettel. "Wir hatten es natürlich auf Q3 abgesehen und haben das knapp verpasst. Immerhin: Das Qualifying lief insofern gut für uns, dass wir keine Probleme hatten."

Vettel glaubt an Punkte im Rennen

Was das für das Rennen bedeute? Vettel jedenfalls glaubt an Punkte und hält sogar "viele Zähler" für möglich, aber nur, "wenn wir wirklich gut auftreten", wie er sagt. "Das wird aber schwierig."

Sebastian Vettel, Ferrari SF1000

Sebastian Vettel, Ferrari SF1000<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Sebastian Vettel, Ferrari SF1000Mark Sutton / Motorsport Images

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Charles Leclerc, Ferrari SF1000

Charles Leclerc, Ferrari SF1000<span class="copyright">Zak Mauger / Motorsport Images</span>
Charles Leclerc, Ferrari SF1000Zak Mauger / Motorsport Images

Zak Mauger / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF1000

Sebastian Vettel, Ferrari SF1000<span class="copyright">Zak Mauger / Motorsport Images</span>
Sebastian Vettel, Ferrari SF1000Zak Mauger / Motorsport Images

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Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01, Sebastian Vettel, Ferrari SF1000, and Max Verstappen, Red Bull Racing RB16

Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01, Sebastian Vettel, Ferrari SF1000, and Max Verstappen, Red Bull Racing RB16<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01, Sebastian Vettel, Ferrari SF1000, and Max Verstappen, Red Bull Racing RB16Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Charles Leclerc, Ferrari SF1000, is returned to the garage

Charles Leclerc, Ferrari SF1000, is returned to the garage<span class="copyright">Steven Tee / Motorsport Images</span>
Charles Leclerc, Ferrari SF1000, is returned to the garageSteven Tee / Motorsport Images

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Charles Leclerc, Ferrari SF1000

Charles Leclerc, Ferrari SF1000<span class="copyright">Andy Hone / Motorsport Images</span>
Charles Leclerc, Ferrari SF1000Andy Hone / Motorsport Images

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Charles Leclerc, Ferrari SF1000

Charles Leclerc, Ferrari SF1000<span class="copyright">Charles Coates / Motorsport Images</span>
Charles Leclerc, Ferrari SF1000Charles Coates / Motorsport Images

Charles Coates / Motorsport Images

Er erwarte nämlich einen "Reifenkampf" im Bahrain-Grand-Prix und erklärt: "Die Strecke hier hat einen sehr rauen Belag, das fordert die Reifen. Im Rennen kommt es also darauf an, gut mit den Reifen hauszuhalten."

"Wenn wir also schlau vorgehen wie ein Fuchs, dann haben wir eine gute Chance. Wenn nicht, dann wird es ein langes Rennen. Ich glaube, wir haben immer noch eine gute Chance auf ein paar Punkte."

Leclerc verliert erneut im Quali gegen Vettel

"Hoffentlich", so ergänzt Leclerc bei 'Sky', "geht das morgen gut aus. Wir gehen von P11 und P12 ins Rennen. Wir sind die Ersten, die eine freie Reifenwahl haben. Keine Ahnung, wie sehr uns das zum Vorteil gereichen kann. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es für die Top 10 nicht so verkehrt ist, mit Medium loszufahren."

Ferrari habe aber im Qualifying schon alles versucht. "Mehr war heute nicht drin", sagt Leclerc bei 'Sky', obwohl er an anderer Stelle angab, dass "definitiv etwas mehr drin" gewesen sei. Begründung: "Du kannst immer noch besser sein, aber das gilt natürlich für alle hier."

Er selbst habe eine bessere Rundenzeit vermutlich in Kurve 4 verschenkt. "Da habe ich ziemlich viel verloren", meint Leclerc, "aber so ist es jetzt."

Es war erst das vierte Mal im 15. Qualifying des Jahres, dass Leclerc schlechter klassiert war als Vettel, und das zweite Mal in Folge seit Istanbul. Im Saison-Duell führt Leclerc damit weiterhin komfortabel mit 11:4 gegen Vettel.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.