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Verzerrte Wahrnehmung? Bei Rente & Altersarmut nicht!

·Lesedauer: 3 Min.
nachdenklicher Mann prüft Unterlage

Die Themen Rente und Altersarmut sind gefühlt inzwischen verknüpft. Eine Rentenlücke ist zumindest gemessen an Durchschnittswerten überaus real. Natürlich existieren Abweichungen von den Mittelwerten. Es zeigt sich trotzdem eine Tendenz, dass die gesetzliche Altersvorsorge nicht mehr ausreicht, um im Alter ein bequemes, würdevolles Leben führen zu können.

Selbst die Renteninformation spricht inzwischen von einer Vorsorgelücke und empfiehlt, sie eigenmächtig zu schließen. Ganz so realitätsfern kann die Altersarmut daher nicht sein.

Trotzdem habe ich kürzlich gelesen, dass es bei den Themen Rente und Altersarmut eine verzerrte Wahrnehmung gebe. In Teilen kann ich dem zustimmen, in anderen jedoch nicht. Hier kommt ein Blick auf die Details, über die Sparer und Altersvorsorger definitiv einmal nachdenken sollten.

Verzerrte Wahrnehmung bei Rente & Altersarmut

Wie gesagt: Vieles hängt von einer gewissen Perspektive ab. Ob Altersarmut ein Thema der Mitte der Gesellschaft ist oder eher eine Randerscheinung, das mag jeder individuell beantworten. Millionenfach kommt sie möglicherweise nicht in Deutschland vor, wie es eingangs heißt. Dafür ist sie jedoch trotzdem ein Thema, das bewegt. Und inzwischen jede Menge Mitmenschen trifft.

Die Schlagzeile kommt eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Artikel über die verzerrte Wahrnehmung bei Rente und Altersarmut ist fast zeitgleich mit aktuellen Zahlen zu denjenigen veröffentlicht worden, die Grundsicherungsleistungen zusätzlich zur Rente beziehen müssen. Deren Anzahl beläuft sich derzeit auf 564.000 Menschen und die Tendenz ist weiterhin steigend. In Anbetracht dieser Größenverhältnisse würde ich dazu neigen, zu sagen: Eine Randerscheinung ist die Altersarmut nicht mehr.

Auch die durchschnittlich benötigten Werte, um eine Rente auf Grundsicherungsniveau von 835 Euro im Schnitt zu erhalten, sind hoch. Als Erwerbstätiger müsste man inzwischen über 45 Jahre hinweg einen Stundenlohn von 12,21 Euro besitzen. Bei einer 40-Stunden-Woche und bei 4,5 Wochen im Monat hieße das ein Bruttogehalt von 2.200 Euro pro Monat. Zugegeben: Das ist nicht die Welt. Allerdings ist das, was demjenigen winkt, auch lediglich ein Rentenniveau in Höhe der Grundsicherung.

Wir können daher mit Blick auf diese Zahlen wohl festhalten: Rente und Altersarmut sind keine Erscheinungen mit einer verzerrten Wahrnehmung. Millionenfach ist diese Baustelle möglicherweise nicht vorhanden. Aber es mehrt sich. Zumal das Niveau der gesetzlichen Altersvorsorge mit Blick auf die Demografie nicht höher ausfallen dürfte.

Lass keinen falschen Fokus zu

Natürlich müssen dich diese Zahlen nicht treffen. Mit einem besseren Verdienst und eigener Vorsorge sind Altersarmut und eine geringe Rente für dich vielleicht kein Thema. Trotzdem ist es besser, mit bedächtigen Handlungen und reißerischen Schlagzeilen auf das Thema aufmerksam zu machen als so zu tun, als wäre vieles in Ordnung. Selbst wenn die Durchschnittswerte für jeden einzelnen kaum eine Aussagekraft besitzen: Die Themen Altersarmut bei der Rente sind nicht mehr nur theoretisch. Alleine die Bezieher der Grundsicherung zeigen: Es ist real.

Der Artikel Verzerrte Wahrnehmung? Bei Rente & Altersarmut nicht! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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