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Verurteilter Mörder Madsen hält dänische Polizei mit Fluchtversuch in Atem

Pia OHLIN
·Lesedauer: 2 Min.
Peter Madsen bei seinem Fluchtversuch

Verurteilter Mörder Madsen hält dänische Polizei mit Fluchtversuch in Atem

Peter Madsen bei seinem Fluchtversuch

Mit einem Gefängnisausbruch hat der wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall verurteilte U-Boot-Bauer Peter Madsen die dänische Polizei in Atem gehalten. Der 49-jährige Däne wurde nach Polizeiangaben am Dienstag Stunden nach seiner Flucht aus einem Gefängnis im Kopenhagener Vorort Albertslund gefasst, wo er eine lebenslange Haftstrafe absitzen muss. Zuvor hatte Madsen das Gefängnispersonal mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht und laut einem Medienbericht eine Geisel genommen.

Auf seiner Flucht war der verurteilte Mörder mehrere hundert Meter von seinem Gefängnis entfernt gestellt worden. Madsen sei gegen 10.20 Uhr aus der Haftanstalt geflohen, sagte die Gefängnisdirektorin Hanne Hoegh Rasmussen auf einer Pressekonferenz. Er habe die Gefängniswärter mit einem Gegenstand bedroht, der einer Pistole ähnelte. Wie die Boulevardzeitung "BT" berichtete, nahm Madsen außerdem eine Geisel, bei der es sich um eine Gefängnispsychologin gehandelt haben soll.

Madsen sprang laut Polizei in einen weißen Lieferwagen und zwang den Fahrer loszufahren. Mehrere hundert Meter vom Gefängnis entfernt wurde der Wagen dann von Einsatzkräften gestoppt. Gegen den Fahrer werde ermittelt, vorerst gelte er jedoch nicht als Komplize. Die Beamten nahmen Madsen nicht gleich fest, weil dieser nach eigenen Angaben eine Bombe bei sich hatte, erläuterte Polizeikommissar Mogens Lauridsen. 

Madsen blieb daher lange vor einer Hecke nahe einer Straße sitzen, während um ihn herum mehrere Polizisten liegend mit ihren Waffen auf ihn zielten. Schließlich wurde der 49-Jährige gegen Mittag festgenommen.

In einer Anfang September ausgestrahlten Fernsehdokumentation hatte Madsen den Mord an der Journalistin Wall im August 2017 nachträglich gestanden. Auf die Frage, ob er die Schwedin vor rund drei Jahren getötet habe, antwortete er am Telefon mit "Ja". "Es gibt nur einen Schuldigen, und das bin ich", fügte er hinzu.

Wall hatte sich am 10. August 2017 mit dem exzentrischen Autodidakten auf dessen selbstgebautem U-Boot "Nautilus" getroffen, um eine Reportage zu schreiben. Einen Tag später wurde die 30-Jährige als vermisst gemeldet. 

Madsen behauptete zunächst, er habe die Journalistin nach einer Havarie sicher an Land gebracht. Als ihre Leichenteile in der Ostsee gefunden wurden, behauptete er, Wall sei bei einem Unfall an Bord ums Leben gekommen und er habe ihre Leiche im Meer entsorgt. Später änderte er seine Version nochmals und sagte, Wall sei nach einem plötzlichen Druckabfall an Bord gestorben.

Laut Gerichtsmedizin wurde Wall wahrscheinlich durch Strangulierung oder einen Kehlenschnitt getötet. An den Leichenteilen wurden 14 Stichwunden, davon mehrere im Genitalbereich, festgestellt. Eine genaue Feststellung der Todesursache war aufgrund des Zustands der Leiche aber unmöglich.

Psychiatrische Gutachter bezeichneten Madsen vor Gericht als "pathologischen Lügner", der eine "Gefahr für andere" sei und wahrscheinlich zum Wiederholungstäter würde, wenn er die Gelegenheit dafür bekomme.

Das Gericht in Kopenhagen sprach Madsen schließlich schuldig, Wall sexuell missbraucht, ermordet und zerstückelt zu haben. Im April 2018 verurteilte es den Erfinder zu lebenslanger Haft.

mkü/cp