Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.399,65
    +202,91 (+1,34%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.034,25
    +34,81 (+0,87%)
     
  • Dow Jones 30

    34.755,89
    +207,36 (+0,60%)
     
  • Gold

    1.831,70
    +16,00 (+0,88%)
     
  • EUR/USD

    1,2170
    +0,0101 (+0,84%)
     
  • BTC-EUR

    47.596,77
    +1.393,83 (+3,02%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.495,97
    +60,19 (+4,19%)
     
  • Öl (Brent)

    64,78
    +0,07 (+0,11%)
     
  • MDAX

    32.665,02
    +364,65 (+1,13%)
     
  • TecDAX

    3.427,58
    +42,51 (+1,26%)
     
  • SDAX

    16.042,00
    +171,69 (+1,08%)
     
  • Nikkei 225

    29.357,82
    +26,45 (+0,09%)
     
  • FTSE 100

    7.129,71
    +53,54 (+0,76%)
     
  • CAC 40

    6.385,51
    +28,42 (+0,45%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.763,17
    +130,33 (+0,96%)
     

Versuch der Bildung von erster US-Gewerkschaftsvertretung bei Amazon gescheitert

Glenn CHAPMAN
·Lesedauer: 2 Min.
Amazon-Standort Bessemer

Der Versuch der Bildung einer ersten Gewerkschaftsvertretung beim Online-Versandhändler Amazon in den USA ist gescheitert. Eine breite Mehrheit der Beschäftigten stimmte gegen die Arbeitnehmervertretung, wie am Freitag die Stimmauszählung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde ergab. Die Abstimmung in einem Amazon-Logistikzentrum in Bessemer im Bundesstaat Alabama hatte große symbolische Bedeutung: Amazon ist strikt gegen die Einrichtung von Arbeitnehmervertretungen.

Nach Rüge aus dem Weißen Haus: Jeff Bezos plädiert für höhere Unternehmenssteuer

 Die Mobilisierungskampagne für das Votum war auf beiden Seiten scharf geführt worden und hatte internationale Aufmerksamkeit erregt. Von den 5876 Mitarbeitern des Logistikzentrums gaben nach Angaben der Arbeitnehmerschutzbehörde NLRB letztlich 3041 ihre Stimme ab. Bei der live übertragenen Stimmenauszählung wurden 1798 Nein- und nur 738 Ja-Stimmen gezählt. Die übrigen Stimmzettel waren leer oder ungültig.

Gewerkschaft will Ergebnis anfechten

 Die Einzelhandelsgewerkschaft RWDSU kündigte an, das Ergebnis der Abstimmung anzufechten. Amazon habe für Verwirrung gesorgt, Beschäftigte unter Druck gesetzt und Angst vor Repressalien geschürt und damit die "Entscheidungsfreiheit" der Beschäftigten eingeschränkt.

 Amazon wies den Vorwurf, Beschäftigte unter Druck gesetzt zu haben, zurück. "Amazon hat nicht gewonnen - unsere Angestellten haben die Wahl getroffen, gegen den Beitritt zu einer Gewerkschaft zustimmen", erklärte das Unternehmen.

 Die Initiative der Gewerkschaft RWDSU hatte eine landesweite Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem Versandhändler mit seinen 800.000 Angestellten in den USA ausgelöst. Gewerkschaften und auch Politiker beklagen seit langem, dass die Beschäftigten bei Amazon einem hohen Arbeitsdruck und einer permanenten Kontrolle ausgesetzt seien.

Amazon spricht sich offen gegen Gewerkschaften aus

 Amazon selbst ging entschieden gegen die Pläne vor. In dem Logistikzentrum in Bessemer sprach sich die Geschäftsleitung bei Konferenzen und sogar auf Flyern in den Toiletten gegen Gewerkschaften aus. Sie richtete auch eine Internetseite ein, auf der sie Argumente anführt, warum eine Gewerkschaft unnötig sei. Der Internet-Gigant argumentiert, dass er überdurchschnittliche Löhne und Zuschüsse zahle.

'Eigentor': Amazon entschuldigt sich für 'Pinkeln in Flaschen'-Tweet

 Der Konzern profitiert derzeit massiv von geschlossenen Läden im Zuge der Corona-Lockdowns weltweit, da sich das Geschäft ins Internet verlagerte. Der Umsatz von Amazon legte im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf rund 386 Milliarden Dollar zu, der Gewinn verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 21 Milliarden Dollar.

 mid/gt

VIDEO: US-Unternehmen wollen Amazon zerschlagen