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Versicherungsmanager Clark sammelt 69 Millionen Euro Kapital ein – Tencent steigt ein

·Lesedauer: 3 Min.

Das chinesische Internetunternehmen Tencent führt die Finanzierungsrunde an. Wachsen will das Frankfurter Start-up aber vor allem in der Heimat.

Der digitale Versicherungsmanager will weiter in Europa wachsen. Foto: dpa
Der digitale Versicherungsmanager will weiter in Europa wachsen. Foto: dpa

Das Jahr 2020 ist für den digitalen Versicherungsmanager Clark mit einem Erfolg zu Ende gegangen. Kurz vor den Feiertagen hat das Frankfurter Insurtech eine neue Finanzierungsrunde unter Dach und Fach gebracht. Von mehreren Investoren erhält das Unternehmen insgesamt 69 Millionen Euro, wie Clark an diesem Montag verkündete.

Angeführt wird die Runde vom chinesischen Internetunternehmen Tencent, das unter anderem für seinen Messenger-Dienst WeChat bekannt ist. Auch Bestandsinvestoren haben sich erneut an Clark beteiligt. „Wir freuen uns, mit Tencent einen so spannenden Finanzinvestor gefunden zu haben“, sagte Clark-Chef Christopher Oster im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Internetkonzern sei weltweit an mehr als 160 Einhörnern, also Start-ups mit einer Milliardenbewertung, beteiligt und werde „auch uns mit dem bereitgestellten Kapital helfen, noch schneller zu wachsen“.

Der im Juni 2015 gegründete Versicherungsmakler Clark bietet eine App, in der sich die Kunden eine Übersicht über ihre Versicherungsverträge anlegen können. Die Nutzer sollen so alle wichtigen Informationen wie Beiträge, Kündigungsfristen und Versicherungsnummern immer im Blick behalten können.

Das frische Geld will Clark in erster Linie für das Wachstum im deutschen Markt nutzen. Oster erklärt: „Unser Ziel ist, die Kundenzahl in drei Jahren von derzeit 300.000 auf über eine Million zu steigern. Im selben Zeitraum wollen wir unsere Markenbekanntheit von 15 Prozent auf 40 Prozent erhöhen.“

Investieren will das Unternehmen vor allem in Werbung für Fernsehen und Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram sowie in Content-Marketing. Zudem bleibt auch das Wachstum über Partner wie etwa die Smartphone-Bank N26 oder die Direktbank DKB wichtig.

„Darüber hinaus haben wir zahlreiche Ideen für die Weiterentwicklung unserer Produkte und Services. Unter anderem wollen wir den Nutzern noch mehr Transparenz über ihre Altersvorsorge bieten“, verspricht Oster.

Mittelfristig habe Clark das Ziel, der größte Versicherungsmakler für Verbraucher in Europa zu werden. Nach dem Start in Österreich im vergangenen April wird in diesem Jahr aber kein neuer Auslandsmarkt hinzukommen. „Unsere Priorität ist, zunächst die Potenziale in den bestehenden Märkten zu heben“, betont Oster.

Er halte dies unabhängig von der Coronakrise für die richtige Strategie – auch wenn „die momentanen Einschränkungen die Auslandsexpansion für Start-ups grundsätzlich schwieriger gestalten“.

Andere Insurtechs hatten ihre Auslandspläne im vergangenen Jahr angepasst. Wefox beispielsweise hatte die Expansion in die USA gestoppt und konzentriert sich nun auf Europa. So hat der zur Wefox-Gruppe gehörende Digitalversicherer One im Dezember eine Autoversicherung in der Schweiz auf den Markt gebracht.

Insurtechs auf Investorensuche

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, dass Wefox ebenfalls in Verhandlungen für eine neue große Finanzierungsrunde ist, die offenbar in Teilen schon abgeschlossen wurde. Das Unternehmen selbst äußerte sich dazu bislang nicht. 2019 hatte das Insurtech bereits 235 Millionen Dollar von Investoren erhalten.

Zu den größten offiziell kommunizierten Finanzierungsrunden im vergangenen Jahr zählte auch der Einstieg des Rückversicherers Swiss Re bei Getsafe. Der Heidelberger Versicherungsanbieter sammelte dabei von mehreren Investoren insgesamt 30 Millionen Dollar ein.

Zur Bewertung nach der aktuellen Finanzierungsrunde will Clark-Chef Oster nichts sagen. Die fünf größten Investoren – Portag3 Ventures, White Star Capital, Yabeo, Finleap und nun auch Tencent – seien aber alle in ähnlicher Höhe im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an Clark beteiligt.

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