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"Es ist verrückt" - Scott Redding kritisiert Ducati-Entscheidung

Sebastian Fränzschky
·Lesedauer: 2 Min.

Ducati-Werkspilot Scott Redding kam beim finalen WSBK-Rennen der Saison 2020 als Zweiter ins Ziel. Der Sieg ging an Teamkollege Chaz Davies, der beim finalen Rennen für Ducati unschlagbar war. "Ich freue mich mega für Chaz. Ich habe großen Respekt und freue mich mehr über seinen Sieg als über meinen zweiten Platz", kommentiert Redding.

"Es war toll, ihn so zu sehen", bemerkt Redding. "Viele Fahrer hätten drauf gepfiffen, wenn sie von ihrem Team vor die Tür gesetzt worden wären. Doch das tat er nicht. Er hat noch ein letztes Mal gezeigt, wozu er in der Lage ist. Das war großartig."

"Er hat das für das Team gemacht, damit sie am Ende des Jahres etwas zu feiern haben. Großer Respekt dafür", so Redding. Für die Entscheidung von Arbeitgeber Ducati hat der neue Vize-Weltmeister nach wie vor wenig Verständnis.

Chaz Davies und Scott Redding bildeten ein harmonisches Team

Chaz Davies und Scott Redding bildeten ein harmonisches Team<span class="copyright">Ducati</span>
Chaz Davies und Scott Redding bildeten ein harmonisches TeamDucati

Ducati

Dass ein Fahrer von Davies' Kaliber ohne Job in die Winterpause geht, sorgt bei Redding für Kopfschütteln: "Ich kann es nicht verstehen. Überhaupt nicht. Es haut mich um. Es ist verrückt. Deshalb respektiere ich so sehr, was er gezeigt hat. Das war eine richtige Machtdemonstration."

"Es ist verrückt, dass so ein Fahrer ohne Platz für die kommende Saison dasteht. Es ist hart, weil er auch ein toller Kerl ist. Er ist eine tolle Persönlichkeit. Ich denke nicht, dass es viele Menschen gibt, die ihn nicht mögen. Das sind vielleicht zwei oder drei im Fahrerlager und wir wissen, wer gemeint ist", so Redding.

Dass die Entscheidungsträger bei Ducati gut schlafen konnten, bezweifelt Redding: "Vermutlich nicht. Rinaldi hatte erneut ein bisschen zu kämpfen. Ich denke, dass sie etwas wissen, das ich nicht weiß. Ich respektiere Ducati und die Entscheidungen bezüglich der Fahrer. Vielleicht ist man nicht immer einer Meinung, doch so ist das im Rennsport."

"Wir werden in der kommenden Saison sehen, was Rinaldi erreichen kann, ob er um den Titel kämpfen kann, ob er ein WM-Kandidat ist oder ob er dort fährt, wo er jetzt fährt. Die Zeit wird die Antwort darauf liefern. Ich hoffe, dass wir bestmöglich zusammenarbeiten können", bemerkt Redding und fügt hinzu: "Ich hoffe, Chaz findet etwas Gutes für kommende Saison, weil ich wirklich denke, dass er es verdient."

Mit Bildmaterial von Ducati.