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Die Vermögenssteuer gibt es schon

Marlon Bonazzi, Chefredakteur und Analyst für internationale Aktien
·Lesedauer: 3 Min.

In den letzten Jahren wurde viel über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer diskutiert. Manche sind der Ansicht, dass der Wohlstand in Deutschland zu konzentriert ist und sich das nur durch eine Umverteilung von Besitz lösen lässt. Tatsächlich hat die Schweiz sogar schon eine Vermögenssteuer (liegt dafür aber bei anderen Steuern wirklich niedrig).

Es wurde auch in Deutschland lange Zeit eine Vermögenssteuer erhoben. Diese wurde 1997 aber ausgesetzt, weil es vielen unfair erschien, dass Immobilienvermögen nicht berücksichtigt wurde. Das ist für mich eine sehr nachvollziehbare Logik, denn wenn man Steuern auf Vermögen erhebt, sollte es auch um das ganze Vermögen gehen, sonst ist derjenige im Vorteil, der wertvolle Gemälde an der Wand und teuren Schmuck in der Schublade hat,anstatt in Wertpapiere zu investieren oder sein Geld einfach auf der Bank zu lagern. Um wirklich fair zu sein, müsste das Finanzamt jede Diamantenkette einer betagten Dame schätzen lassen.

Nicht nur die praktische Umsetzung der Steuererhebung macht die Sinnhaftigkeit in meinen Augen fraglich, ein weiterer Punkt ist mindestens genauso wichtig: Es gibt schon eine Art von Vermögenssteuer – sie nennt sich Inflationsziel. Die Europäische Zentralbank hat dies so formuliert: „Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2 % zu halten.“

Das heißt, dass die EZB versucht, unser Geld jedes Jahr um circa 2 % zu entwerten. Was wiederum heißt, dass man zwar auf der Bank sammeln kann, so viel man will, aber dieses Geld in Zeiten von Nullzinsen stetig an Kaufkraft verlieren wird. Die EZB könnte auch ein Inflationsziel von 0 % haben, aber sie hat sich, wie viele andere Zentralbanken auch, bewusst dafür entschieden, eine langsame, aber stetige Geldentwertung, die einer indirekten Vermögenssteuer gleichkommt, anzustreben.

Das ist auch gut so. Besonders wer reich ist, sollte einen Anreiz haben, sein Vermögen nicht einfach nur zu horten. Stattdessen sollte Geld auf der Suche nach Renditen in Anleihen, Aktien, neue Firmen und vieles mehr fließen oder einfach ausgegeben werden, damit sich das Rad der Wirtschaft kräftig dreht. Inflation ist wie eine Strafsteuer fürsNichtstun.

Zumindest aktuell nagt an deutschen Vermögen keine direkte Steuer auf ihre Substanz, aber die Inflation wird langfristig am Wert des Geldes nagen wie eh und je. Sie ist zwar keine offizielle Steuer, aber erfüllt eine ähnliche Aufgabe.

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