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Verluste realisieren oder laufen lassen? Die Antwort ist überraschend!

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Verluste sind schmerzhaft. Selbst wenn es sich um Buchverluste handelt, die sich mit etwas Geduld womöglich doch noch in einen Gewinn verwandeln.

Die menschliche Psychologie ist da wenig hilfreich. Verluste schmerzen im Allgemeinen stärker als Gewinne erfreuen können. Da wundert es nicht, dass sich viele Investoren rote Zahlen nicht gerne allzu lange anschauen.

Doch auch dem besten Investor kann hin und wieder eine Niete ins Portfolio rutschen. In diesem Fall ist auch Geduld keine Lösung. Oder etwa doch?

Die Frage, ob man Verluste besser realisieren oder einfach laufen lassen sollte, ist nicht eindeutig zu beantworten. Außer man hat sich so aufgestellt, dass die Investitionsstrategie die Antwort bereits enthält.

Verluste von vornherein einplanen

Viele Investoren verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit der Aktienanalyse. Das ist auch richtig so. Aktien gibt es viele – hervorragende Aktien gibt es hingegen nur sehr wenige.

Doch die Suche nach der perfekten Aktie ist nicht alles. Es muss ebenfalls entschieden werden, welchen Anteil die Aktie der Wahl im Portfolio einnehmen soll.

Warren Buffett hat da seinen ganz eigenen Ansatz. Von allzu viel Diversifizierung hält die Börsenlegende offensichtlich nicht viel. Der Großteil seines Portfolios verteilt sich auf eine Handvoll Aktien. Wer Buffetts Börsenweisheiten kennt, weiß auch, warum das so ist. „In einem Harem mit 40 Frauen lernst du keine richtig kennen“ – ein Zitat, das perfekt zu Buffett passt. Schließlich kauft der 90-jährige Börsenguru bekanntlich nichts, was er nicht kennt.

Doch das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht auch 40 Positionen in seinem Portfolio haben kann. Wer seit Langem mit Herzblut an der Börse agiert, kennt sehr wahrscheinlich mindestens so viele Top-Aktien. Wenn nicht sogar mehr!

Darüber hinaus hat ein ausbalanciertes Portfolio mit vielen Positionen einen entscheidenden Vorteil: die geringe Positionsgröße. Die macht etwaige Verluste wesentlich erträglicher.

Es klingt überraschend einfach. Doch wer seinem neuesten Aktienfund lediglich einen Anteil von 2,5 % im Portfolio einräumt, kann eben auch nur um diesen Betrag danebenliegen.

Das Portfolio ist wie ein Garten

Wer sein Portfolio auf diese Weise aufstellt, wird 2 Effekte beobachten können. Zum einen wirken Verluste von 50 % oder mehr bei einzelnen Positionen plötzlich ziemlich handzahm. Bei einer Positionsgröße von 2,5 % pro Anteil hätte ein Verlust von 50 % einen Einfluss von gerade einmal 1,25 % auf das gesamte Portfolio.

Verluste in dieser Größenordnung stören kaum – erst recht nicht, wenn andere Positionen richtig Gas geben. Denn dann kommt Effekt Nr. 2 ins Spiel: die stückweise Verdrängung. Positionen mit starkem Wachstum nehmen immer mehr Platz im Portfolio ein. Gleichzeitig verschwindet der Anteil der Nieten im Nirvana.

In einer derartigen Struktur realisieren sich die Verluste quasi von selbst. Ein manueller Eingriff ist völlig unnötig.

Ein Portfolio ist wie ein Garten. Man sät großflächig aus. Manche Pflanzen geben Gas, manche gehen ein. Die Pflanzen, die es geschafft haben, liefern Samen für die nächste Saison.

Dieser Analogie entsprechend ist das Argument, dass man das bei einem Verkauf frei werdende Kapital ja anschließend woanders besser einsetzen könnte, völlig daneben. Aktien, die 400 % oder gar 1.000 % im Plus stehen, kann man abernten und mit der Ernte in die neue Saison gehen. Aktien, die sich nicht behaupten können, sterben von alleine weg. So ist der Lauf der Dinge!

Verluste einfach laufen lassen!

Kaufentscheidungen zu treffen ist schwierig genug. Wieso sollte man sich auch noch regelmäßig mit der Frage belasten, welche Aktien schnellstmöglich wieder verkauft werden sollen?

Die überraschende Antwort ist: Wer sich eine optimal strukturierte Portfoliostrategie zurechtgelegt hat, kann Verluste einfach laufen lassen.

Kaufen ist doch ohnehin viel interessanter. Jedenfalls wesentlich mehr, als den Totengräber seiner eigenen Nieten zu spielen.

Der Müll trägt sich selber raus. Umso wichtiger ist es, für ausreichend hochprozentige Gegengewichte im Portfolio zu sorgen.

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