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Verletzte bei neuen Protesten im Iran - Angriff auf Mullah

TEHERAN (dpa-AFX) -Bei erneuten Protesten gegen die autoritäre Regierung im Iran ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. In der Stadt Karadsch im Westen der Hauptstadt Teheran gerieten am Donnerstag Demonstranten und Sicherheitskräften aneinander, wie Augenzeugen berichteten. Es gab Berichte über Verletzte auf beiden Seiten. Menschenmassen strömten auf die Straßen - mehrheitlich waren es Frauen. Immer wieder waren Rufe wie "wir kämpfen, wir sterben, wir ertragen keine Erniedrigung" zu hören, wie die Zeugen berichteten. Sicherheitskräfte sollen auf die Demonstranten geschossen und Tränengas eingesetzt haben. Einige setzten sich zur Wehr.

Anlass der Proteste am Donnerstag war das Ende der vierzigtägigen Trauerzeit nach dem Tod der jungen Iranerin Hadis Nadschafi, die Berichten zufolge im September bei Protesten in Karadsch von Sicherheitskräften erschossen worden war. Die Behörden bestreiten dies. Nadschafi ist inzwischen eine der Symbolfiguren der Proteste. Im Islam ist eine Trauerzeit von 40 Tagen üblich. "Wenn man sieht, wie die Familie unter dem Tod der Tochter leidet, kommt einem die Wut hoch", sagte ein Augenzeuge am Rande der Demonstration.

Für Aufsehen sorgte eine mutmaßliche Attacke auf einen Geistlichen. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, ein Kleriker sei während der Proteste angegriffen und verwundet worden. Ein Bild in den sozialen Medien soll den verletzten Geistlichen auf dem Rücksitz eines Autos zeigen. Die Umstände ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Seit Wochen werden Irans Mullahs als Symbol der autoritären Führung in dem schiitischen Staat kritisiert.

Auslöser der Massendemonstrationen war der Tod einer anderen jungen Frau, der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie Mitte September festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Sie starb dann in Polizeigewahrsam. Seither gehen Zehntausende gegen die repressive Politik der Islamischen Republik auf die Straßen. Mehr als 280 Menschen wurden nach Angaben von Menschenrechtlern seither getötet, mehr als 14 000 verhaftet.