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Taliban bekennen sich zu Anschlag auf Verteidigungsminister in Kabul

·Lesedauer: 2 Min.
Die afghanische Armee kämpft an mehreren Fronten gegen die Taliban

Die Taliban haben sich zu einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul bekannt, der die Bundesregierung zum Stop eines Abschiebeflugs veranlasst hat. Sie kündigten am Mittwoch zudem weitere Anschläge in Kabul an, am Morgen explodierte bereits eine weitere Bombe in der Stadt und verletzte drei Menschen. Die Bundesregierung plant dennoch weitere Abschiebungen nach Afghanistan.

Am Dienstagabend hatte ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor dem Haus von Verteidigungsminister Bismillah Mohammadi in Kabul gezündet. Aus Sicherheitskreisen hieß es, weitere Angreifer seien danach in ein Nachbarhaus gestürmt und hätten von dort aus auf Mohammadis Haus geschossen.

Der Minister überlebte den Angriff unverletzt, mindestens acht weitere Menschen wurden hingegen getötet. Zum Zeitpunkt des Angriffs fanden im Nachbarhaus Beratungen mehrerer Politiker über eine Gegenoffensive der afghanischen Armee gegen den Vormarsch der radikalislamischen Taliban im Norden des Landes statt.

Der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid erklärte am Mittwoch, die Attacke auf den Minister sei der Beginn von "Vergeltungsmaßnahmen" gegen die Regierung, die "Angriffe und die Bombardierung verschiedener Teile dieses Landes befohlen" hätten. Zuvor hatten die afghanischen und US-Streitkräfte Luftangriffe gegen die Taliban geflogen und eine Offensive in Laschkar Gah, der Hauptstadt der Provinz Helmand, gestartet.

Nach UN-Angaben wurden dort in den vergangenen Tagen dutzende Zivilisten getötet. Am Dienstag forderte die afghanische Armee die Bewohner der 200.000-Einwohner-Stadt auf, sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen.

Hunderte Familien hätten die Stadt verlassen, sagte der Bewohner Saleh Mohammad. Zahlreiche weitere säßen jedoch fest. "Es gibt keinen Weg, aus der Region zu fliehen, weil die Kämpfe anhalten", sagte er. "Die Regierung und die Taliban zerstören uns."

Die vollständige Einnahme von Laschkar Gah durch die Taliban wäre ein harter Schlag für die afghanische Regierung. Seit dem Beginn des Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Islamisten weite Teile des Landes erobert, bislang aber keine größeren Städte.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft den Taliban vor, in eroberten Gebieten gefangene Soldaten, Polizisten und Zivilisten mit angeblichen Verbindungen zur Regierung "kurzerhand" hinzurichten.

Das Innenministerium in Berlin hatte einen für Dienstagabend geplanten Abschiebeflug mit sechs afghanischen Männern abgesagt, nachdem die Nachricht von dem Angriff in der afghanischen Hauptstadt eingetroffen war. Es sei nicht möglich gewesen, die Lage vor dem Abflug hinreichend aufzuklären, um sicherzustellen, dass keine Gefahr für die Abzuschiebenden, die begleitenden Sicherheitskräfte und die Flugzeugbesatzung bestehe, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch. Der Flug solle aber "zeitnah nachgeholt werden".

Trotz der Verschlechterung der Sicherheitslage will die Bundesregierung grundsätzlich an Abschiebungen nach Kabul festhalten. Außenminister Heiko Maas (SPD) stehe zu den diesbezüglichen Entscheidungen der Bundesregierung, sagte seine Sprecherin Maria Adebahr. Es sei zwar richtig, dass Afghanistan "in einer schwierigen Lage" sei, diese sei jedoch "regional nach wie vor unterschiedlich", sagte sie.

fml/ju

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