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Verivox-CEO Daniel Puschmann über steigende Preise und Vertragswechsel: "Am besten in Kostenpaketen denken"

·Lesedauer: 4 Min.
Daniel Puschmann, CEO bei Verivox.
Daniel Puschmann, CEO bei Verivox.

Kaum neigt sich der Winter dem Ende zu, ist da bei vielen Bürgern schon die Sorge vor dem nächsten Winter. Denn der Krieg in der Ukraine und die anschließenden Sanktionen gegen Russland treiben schon jetzt die Kosten für Gas und Öl in die Höhe — und damit auch die Verbraucherpreise.

Daniel Puschmann, CEO von Verivox, ist der Meinung, dass auf den Verbraucher noch höhere Preise zukommen werden. "Wir sehen schon jetzt wahnsinnige Sprünge bei den Energiepreisen für Verbraucher. Sollten die Unsicherheiten in dieser Form bestehen bleiben, dürften auch die Preise weiter steigen", sagt Puschmann.

Im Gespräch mit Business Insider erklärt er, worauf ihr jetzt achten solltet. Mit einer bestimmten Strategie und etwas Ordnung ließe sich gut erkennen, wo noch Sparpotential und Optimierungsbedarf vorhanden ist.

"Am besten ist es, wenn man in Kostenpaketen denkt", erklärt Puschmann und meint damit, dass ihr euch vor Augen führen solltet, welche fixen Kosten regelmäßig auf euch zukommen. Was zahlt ihr für eure Stromversorgung, was für Heizen? Wie hoch sind die Ausgaben für euren Mobilfunkvertrag, den Internetzugang zu Hause oder auch für eure Streamingdienste? Vielleicht zahlt ihr sogar unnötigerweise Gebühren oder Negativzinsen bei eurer Bank?

Kostenpakete zeigen, wo ihr optimieren könnt

Puschmann rät dazu, diese Kostenpakete genau im Blick zu halten und zu organisieren. Habe man im Auge, wie hoch die einzelnen Kostenfaktoren sind und was sich in Summe daraus ergibt, falle es auch leichter zu erkennen, wo man Kosten einsparen, Verträge optimieren oder Anbieter mit Konditionen, die besser zu einem passen, finden könne.

Puschmann ist als Geschäftsführer eines Vergleichsportals natürlich davon überzeugt, dass man seine laufenden Verträge häufiger mal überprüfen sollte. Möglicherweise ist euer Handyvertrag veraltet und ihr bekommt für den gleichen Preis bei einem anderen Anbieter bessere Konditionen — oder sogar einen günstigeren Vertrag.

Gerade bei Strom- und Gasanbietern setzen viele Verbraucher nach wie vor auf die Grundversorger. Allerdings ließe sich laut Puschmann sich einiges an Geld sparen, wenn man sich die Mühe macht und nach Alternativen umschaut.

Wichtig ist bei einem Wechsel des Vertragsanbieters auf Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und die Preisgarantie zu achten. "Bei den derzeitigen Unsicherheiten und Preisschwankungen rate ich eher dazu, kurzfristige Verträge abzuschließen. So bleibt man flexibel und kann besser reagieren", sagt Puschmann.

Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie bei Verträgen beachten

Bei einem Stromvertrag sollte man zum Beispiel höchstens eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten eingehen und dabei auch darauf achten, dass die Preisgarantie genauso lange gilt. Schützen vor einer automatischen Verlängerung, die euch weiterhin an euren Vertragsanbieter bindet, könnt ihr euch, indem ihr auf die Kündigungsfrist achtet. Empfehlenswert sind hier Verträge mit einer Kündigungsfrist von höchstens sechs Wochen.

Vor einiger Zeit wurden einige Verbraucher böse überrascht, als ihnen von ihren Öko-Stromanbietern gekündigt wurde. Dabei handelte es sich um Anbieter, die günstig Öko-Strom anboten, dann allerdings von den hohen Energiepreisen überrascht wurden, und um nicht pleite zu gehen, ihren Kunden kündigen mussten.

Angst davor, dass einem dann schlichtweg der Strom abgedreht wird, muss in Deutschland aber niemand haben. Kündigt euch euer Stromanbieter, rutscht ihr automatisch in die Grundversorgung und die ist in Deutschland gesichert. Dann könnt ihr euch direkt wieder nach einem neuen Stromanbieter mit passenden Konditionen umschauen.

Auch beim Thema Geldanlage lässt sich Geld sparen

Aber Strom- und Gasverträge sind nicht die einzigen Kostenpakete, bei denen ihr sparen könnt. Auch ein Blick auf euren Kontoauszug kann sich lohnen, denn viele Banken erheben inzwischen Kontogebühren auf ihr Girokonto. Doch es gibt auch weiterhin Banken, die das Girokonto kostenfrei zur Verfügung stellen.

Aufpassen solltet ihr hingegen bei Negativzinsen. Je nach Höhe eures Ersparten können dafür Kosten anfallen. Bis zu -1 Prozent pro Jahr auf eure Einlagen kann das sogenannte Verwahrentgelt euch kosten.

Um die aktuell steigenden Preise für Verbraucher in den Griff zu bekommen, schaltet sich inzwischen auch die Bundesregierung ein. Puschmann hätte eine ganz konkrete Idee, wie man die Bürger entlasten könnte: "Ich finde, dass man das Sparen jetzt nicht allein auf die Verbraucher abwälzen darf, sondern auch die Politik mehr tun sollte. Zusätzlich zur Abschaffung der EEG-Umlage müsste jetzt die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas gesenkt werden. Damit wäre vielen schnell geholfen."

FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner (links) und Robert Habeck (Die Grünen), Bundeswirtschaftsminister
FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner (links) und Robert Habeck (Die Grünen), Bundeswirtschaftsminister
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