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Vergleichsportal: Mehr Kreditinstitute verlangen Negativzinsen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Immer mehr Banken und Sparkassen geben nach Daten des Vergleichsportals Verivox Negativzinsen an einen Teil der Privatkunden weiter. Seit der letzten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor knapp sechs Monaten hat sich die Zahl der Institute auf mindestens 61 mehr als vervierfacht, wie aus der Auswertung hervorgeht. "Seit dem Notenbankentscheid nahm der Trend immer mehr Fahrt auf", berichtete Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Da einige Institute individuelle Vereinbarungen mit vermögenden Kunden träfen, dürften insgesamt mehr als 61 Geldhäuser Negativzinsen verlangen, erläuterte Maier. Hinzu kämen 6 Finanzhäuser, bei denen das üblicherweise kostenfreie Tagesgeldkonto Gebühren koste. Dadurch entstünden faktisch Negativzinsen. Das Vergleichsportal wertete die im Internet veröffentlichten Preisaushänge von rund 800 Banken und Sparkassen aus. Im Fokus stehen dabei Tagesgeldkonten.

Die EZB hatte Mitte September 2019 den Strafzins auf 0,5 Prozent verschärft, den Finanzinstitute zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. An Firmenkunden geben Geldhäuser die Kosten schon länger weiter. Zunehmend trifft es auch Privatkunden - teilweise schon bei geringeren Summen. Verivox zufolge räumen 10 Institute Kunden weniger als 100 000 Euro Freibetrag auf dem Tagesgeldkonto ein

- zwei davon erheben den Negativzins auf das gesamte Guthaben.

Verbraucherschützern zufolge sind Negativzinsen grundsätzlich verboten. Sie seien bei Bestands- und Neukunden nur zulässig, wenn das Verwahrentgelt explizit mit den Kunden vereinbart worden sei.