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Vergiss Snowflake! Kauf stattdessen lieber diese Wachstumsaktie

Jason Hawthorne, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 5 Min.
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Es gab neulich eine Menge Hype um den Börsengang von Snowflake (WKN: A2QB38). Der ist nicht ganz unverdient. Das Cloud-Datenunternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 2012 konstant steigende Umsätze erzielt und verzeichnete im letzten Quartal ein Umsatzwachstum von 115 % gegenüber Vorjahr.

Doch 2020 trat noch eine weitere Aktie in den Vordergrund. Die hatte nie damit gerechnet, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieses Unternehmen hat einen patentierten Ansatz, um die Nachfrage nach COVID-Tests zu bedienen. Es generiert so viel Wachstum, dass Snowflake dagegen quasi langweilig aussieht. Im Kampf gegen das Virus hat Co-Diagnostics (WKN: A2DU6V) in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 mehr als 44.000 % mehr Umsatz erzielt als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Es überrascht nicht, dass die Aktie im letzten Jahr um 940 % gestiegen ist. Selbst nach diesem unglaublichen Anstieg könnte die Aktie in den kommenden Jahren deutlich mehr Potenzial bieten als etwa Snowflake.

Ein beschleunigter Trend

Co-Diagnostics wurde vor sieben Jahren von seinem heutigen Chief Science Officer gegründet. Das Unternehmen erhielt 2018 ein Patent für die Anwendung seiner CoPrimers-Technologie zur Verbesserung der Leistung von molekularen PCR-Tests, die das genetische Material eines Virus erkennen. Das Management behauptet, dass der Ansatz 2,5 Millionen Mal effektiver als konkurrierende Technologien ist, um Amplifikationsfehler bei der Unterscheidung zwischen Viren, Krebs oder anderen Krankheitserregern zu reduzieren. Im August erhielt das Unternehmen zusätzlichen Patentschutz für die Struktur des CoPrimers-Moleküls selbst, um die geschützten Anwendungen zu ergänzen.

Wie die meisten Unternehmen, die bei der Identifizierung von Infektionen helfen, erlebte auch Co-Diagnostics im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Das Unternehmen erhielt am 3. April von der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration eine Notfallzulassung (EUA) für seine COVID-19-Testkits. Das Management erwartet für das Gesamtjahr 2020 einen Umsatz zwischen 73,4 und 74,6 Mio. US-Dollar. Das ist das 336-Fache des Wertes für 2019. Obwohl die Pandemie offensichtlich für den Großteil des Wachstums verantwortlich ist, waren diese Umsätze für 2019 immer noch fünfmal größer als die 40.000 US-Dollar, die das Unternehmen 2018 erwirtschaftete. Das Unternehmen wuchs schnell – wenn auch von fast null aus –, noch bevor überhaupt jemand auf COVID-19 getestet wurde.

Beim Investieren dreht sich alles um die Zukunft

Geografie und Technologie könnten in Zukunft eine wichtige Rolle für die Performance von Co-Diagnostics spielen. Erstens bietet das Joint Venture des Unternehmens in Indien eine bedeutende Wachstumschance. Die Einheit erwirtschaftete im dritten Quartal 2019 einen Umsatz von 3 Mio. US-Dollar und hat die Zulassung für den COVID-19-Test in Indien erhalten, ebenso wie für Tests zum Nachweis von Tuberkulose, Malaria, Hepatitis B und C sowie des Papillomavirus. In Europa erhielt das Unternehmen eine CE-Kennzeichnung für seinen „ABC“-Test, der sowohl Influenza A und B als auch COVID-19 nachweist. Damit darf er in 33 europäischen Ländern, darunter alle EU-Mitglieder, vermarktet und verkauft werden.

In den USA vertreibt der Partner Clinical Reference Laboratory seit August einen COVID-19-Test auf Speichelbasis für den Heimgebrauch. Der basiert auf der Technologie von Co-Diagnostics. Co-Diagnostics arbeitet weiter an der Weiterentwicklung des speichelbasierten Testansatzes, zuletzt mit einem Whitepaper, das zeigt, dass die CoPrimers-Technologie zum Nachweis von COVID-19 im Speichel ohne Extraktion von genetischem Material verwendet werden kann. Wenn das Unternehmen ein Produkt auf den Markt bringen kann, würde es sich Organisationen wie Labcorp, BioGX und der Yale School of Public Health anschließen, die eine Notfallzulassung für extraktionsfreie Tests erhalten haben. Der Verzicht auf die Extraktion des genetischen Materials reduziert die benötigte Menge an Reagenzien und die Verarbeitungszeit im Vergleich zu bisherigen Speicheltests erheblich. Das Management hat nicht angegeben, wann solche Produkte verfügbar sein könnten.

Das Unternehmen passt sich auch schnell an, wenn das Virus fortschreitet. Kürzlich gab man bekannt, dass es ein Design für einen Test zur Identifizierung mehrerer Mutationen in der übertragbareren Variante des SARS-CoV-2-Virus mit der Bezeichnung VUI 202012/01 fertiggestellt hat. Auch für diesen Test gab es keine Angaben zur Verfügbarkeit.

Mehr als Coronavirus-Tests

Schon vor 2020 machte Co-Diagnostics Fortschritte sowohl bei landwirtschaftlichen Anwendungen als auch bei Flüssigbiopsie-Tests. In der Landwirtschaft brachte das Unternehmen Produkte auf den Markt, um Krankheiten zu erkennen, die von Mückenpopulationen übertragen werden. Das wurde von Bayer auf einer internationalen Landwirtschaftskonferenz hervorgehoben, nachdem Bayer CoPrimers Technologie zur gleichzeitigen Identifizierung mehrerer DNA-Sequenzen eingesetzt hatte. Beim Menschen zeigte sich, dass der Ansatz des Unternehmens Krebsmutationen im Blut nachweisen kann. Das eröffnet das Potenzial für einen Krebserkennungstest bei Menschen. Während das Unternehmen seine Ressourcen aufgestockt hat, um Anwendungen der Flüssigbiopsie in der Landwirtschaft zu unterstützen, scheinen Anwendungen beim Menschen keine Priorität zu haben. Das könnte eine kluge Strategie sein, wenn man bedenkt, dass das Feld der Krebserkennung mit vermögenden Konkurrenten wie Guardant Health, Grail – das Unternehmen, das Illumina 2016 ausgegliedert hat, um es 2020 zurückzukaufen – und Exact Sciences überfüllt ist. Die beste Strategie für das Unternehmen könnte darin bestehen, seine Technologie an andere zu lizenzieren. Oder ein größerer Wettbewerber schnappt sich gleich den kleinen Herausforderer.

Insgesamt ist Co-Diagnostics ein schnell wachsendes Unternehmen, das auf absehbare Zeit über ein stabiles Geschäft mit COVID-19-Tests verfügt und einen patentierten technologischen Vorsprung hat. Mit einem Umsatz von nur 74 Mio. US-Dollar im Jahr 2020 und einem erwarteten Marktvolumen für COVID-19-Tests und Flüssigbiopsien von rund 8 bzw. 5 Mrd. US-Dollar bis 2027 ist das Unternehmen klein genug, um in den nächsten Jahren weiter zu wachsen. Und das, ohne die Aufmerksamkeit größerer Wettbewerber auf sich zu ziehen.

Ein Umsatzsprung von 44.000 % wird sich nicht wiederholen. Doch das Unternehmen hat das Momentum für weitere Kursgewinne, wenn es die Produkte auf den Markt bringen kann. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 283 Mio. US-Dollar müsste Co-Diagnostics 86-mal größer werden, um die Größe von Exact Sciences zu erreichen. Wer das Risiko für ein kleines, aber gut positioniertes Unternehmen eingehen kann, sollten hier einen Kauf in Betracht ziehen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Illumina und Snowflake und empfiehlt Aktien von Exact Sciences. Jason Hawthorne besitzt Aktien von Illumina. Dieser Artikel erschien am 16.1.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021